Wettenbergs Trainer Axel Spandau (r.) sieht genau hin: 1:1-Schulung mit Jonas Schmidt und Torben Werner (blaues Trikot). SE
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Wettenbergs Trainer Axel Spandau (r.) sieht genau hin: 1:1-Schulung mit Jonas Schmidt und Torben Werner (blaues Trikot). SE

Handball

Ab September um Punkte

  • Harold Sekatsch
    vonHarold Sekatsch
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Axel Spandau hat einen Wunsch: "Ich möchte wissen, wie es weitergeht", sagt der Trainer des Handball-Oberligisten HSG Wettenberg, der sich mit seinem Team auf die neue Saison vorbereitet.

(se). "Ob ich mit dem Termin einverstanden bin oder nicht, wichtig ist, dass der Zeitplan festgelegt ist."

Vorerst ist der Saisonstart in Hessen für den 11./12./13. September anberaumt. Spandau hätte es zwar lieber gesehen, wenn zuerst die oberen Ligen den Spielbetrieb nach der Corona-Pause aufgenommen hätten, doch er nimmt es, wie es kommt. Allerdings, ob dann auch tatsächlich am zweiten September-Wochenende gestartet werden kann, bleibt angesichts bestehender Unwägbarkeiten noch ungewiss. Seine Trainingsarbeit wird Spandau mit seinem Assistenten Martin Risse jedenfalls dahingehend ausrichten, dass ab Mitte September wieder um Punkte gespielt wird.

Laut Spielplan wird Rot-Weiß Babenhausen am 12. September zum Auftakt der Saison 2020/21 in Wettenberg gastieren. Groß-Umstadt/Habitzheim (auswärts) und Melsungen II (Heimspiel) sind die nächsten Gegner der HSG Wettenberg, die demnach am 3. Oktober im Derby bei der HSG Kleenheim-Langgöns anzutreten hat, und am 27. November (Freitag) die HSG Pohlheim zu einem weiteren Nachbarschaftsduell erwartet. Der Spielbetrieb ist laut DHB-Vorgabe ab dem 1. September wieder mit Publikum zulässig, doch wird bereits jetzt darauf hingewiesen, dass die Begegnungen zunächst wohl mit eingeschränkter Zuschauerzahl und reduziertem Bewirtungsangebot durchgeführt werden. So sollen größere Schlangen und Gedränge vermieden werden.

Zunächst komplett ohne Zuschauer zu spielen, dürfte für die Vereine keine Option sein. Dass später, evtl. ab Mitte Oktober, keine coronabedingten Beschränkungen der Besucherzahlen mehr bestehen könnten, dürfte aber im Sinne der Vereine sein. Allerdings haben auch die Klubs ihre Hausaufgaben zu machen. Sie haben, so sieht es die Stufe 8 des DHB-Plans vor, ein "vollumfängliches Konzept auf Sicherstellung aller hygienischen und medizinischen Voraussetzungen zu erstellen, zu moderieren, durchzusetzen und … zu überprüfen".

Stand im bisherigen Training der Wettenberger Oberliga-Handballer die Herstellung einer "allgemeinen Stabilität" im Vordergrund, so ist nun eine Phase erreicht, in der auch Körperkontakt besteht, bestehen muss, ohne den eine zielgerichtete Vorbereitung auf die kommende Saison nicht möglich wäre.

Im Training am vergangenen Montag in der Sporthalle der Gesamtschule Gleiberger Land hatte Spandau seine Mannschaft wechselweise auf drei Stationen verteilt: Torwart- und damit auch Torwurftraining, Krafttraining sowie 1:1-Schulung. Gerade bei der 1:1-Schulung - hier steht das Abwehr-, aber auch das Angriffsverhalten im Vordergrund - ist der Körperkontakt unumgänglich. Dass die Vorgaben, nicht nur des DHB oder des DOSB, sondern auch die Erlasse zuständiger Behörden, ernst genommen werden, zeigte sich beim Krafttraining. So stehen die Desinfektionsmittel bereit und wurden immer wieder eingesetzt.

Beruflich bedingt weiß der Sportwissenschaftler Axel Spandau genau, wie unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln der Trainingsbetrieb durchzuführen ist. Gleichwohl ist der Wettenberger Trainer, Geschäftsführer des Wetzlarer Zentrums für Gesundheit, Therapie und Diagnostik, froh, dass der Deutsche Handball-Bund seinen Acht-Stufen-Plan zur Wiederaufnahme des Handballs im Amateurbereich erstellt hat. "Viele Trainer haben eben keine große Erfahrung", sieht Spandau in der Empfehlung des DHB gerade für jüngere Kollegen eine gute Hilfestellung. "Der Plan ist in Ordnung", bewertet Spandau das "lösungsorientierte Positionspapier" des Verbandes. Axel Spandau sieht bei seinen Spielern natürlich auch eine gewisse Eigenverantwortung. In der Tat, die Spieler verhalten sich entsprechend.

Sieben Zugänge, fünf Abgänge

Fünf Abgänge meldet die HSG Wettenberg nach der verkürzten Saison 2019/20: Yannick Dellner, Niclas Puhl, Philipp Schneider, Kai Olbert und Sascha Puhl beenden ihre Laufbahn. Für sie sind neu im Kader des Wettenberger Oberligateams Außenspieler Florian Weidner, die beiden Torhüter Jan Philip Christof und Julian Ruppert (alle aus der Wettenberger "Zweiten"), Nick Weinandt (Rückraum/Jugend A der HSG Wettenberg), die beiden Kreisspieler Max Panther (zuletzt TSG Münster) und Tim Anhäuser (Bundesliga-Jugend A des TV Gelnhausen) sowie Rückraumspieler Hannes Rabe von der HSG Freiberg in Sachsen. Eigengewächse und Nachwuchsspieler machen also einen großen Teil der Zugänge aus. Das zeigt, welchen Weg die HSG Wettenberg künftig bestreiten möchte.

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