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Die Krofdorfer Rugby-Kelten wissen um die Bedeutung des Nachwuchses.

Seit zehn Jahren geht’s ums Ei

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(bf). In Krofdorf-Gleiberg geht es jetzt schon seit zehn Jahren nicht etwa um die Wurst, sondern ums Ei. Denn so lange ist es her, dass auf Initiative von Jens "Faxe" Hausner eine Rugby-Abteilung unter dem Dach des Turn- und Sportvereins (TSV) Krofdorf-Gleiberg ins Leben gerufen wurde. Das wird mit einem großen Rugby-Tag am kommenden Samstag auf dem Sportplatz am Seeküppel gefeiert.

2009 nahm die Rugby-Abteilung den Betrieb auf. "Genau genommen feiern wir aber in Sachen Rugby in diesem Jahr gleich zwei Jubiläen", sagt Hausner. Denn die Sportart wird zwar erst seit zehn Jahren im Wettenberger Ortsteil, seit 20 Jahren aber schon im Kreis Gießen betrieben. Die Geschichte kennt Hausner wie kein Zweiter zu erzählen: Mit Dr. Andreas Böcker trat 1999 ein neuer Dozent an der Justus-Liebig-Universität Gießen seinen Dienst als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Agrarpolitik und Marktforschung an. Als Böcker erkannte, dass es in der Stadt noch keine Möglichkeit gab, seine Lieblingssportart auszuüben, gründete er kurzerhand mit einigen seiner Mitarbeiter und einer Handvoll interessierter Studenten eine Rugby-Gruppe im Rahmen des Allgemeinen Hochschulsports. Ab dem Wintersemester 1999 wurde an der Uni Gießen also Rugby gespielt.

Das Team wuchs schnell und trat im Siebener-Rugby bereits im Frühjahr und Sommer 2000 bei den ersten Turnieren an: bei den Marburg Sevens, beim Schietwettercup in Kiel, wo Böcker zuvor Rugby spielte, und schließlich bei den Hochschulmeisterschaften in Münster. Hier wird Jens Hausner, der bereits in seinem Jahr als Fremdsprachenassistent in Frankreich Erfahrungen mit der Sportart gemacht hat, besonders aufmerksam: Das Hochschulteam wächst zwar, doch im Bereich des Hochschulsports wird zu dieser Zeit nur Siebener-Rugby gespielt. Um auch die 15er-Variante offiziell betreiben zu können, wird schließlich 2001 der Uni-Rugby-Club (URC) Gießen ins Leben gerufen. Hausner fungierte zunächst als stellvertretender Vorsitzender, nach dem Wechsel Böckers an die kanadische Universität Guelph wurde er Vorsitzender des URC, Trainer der Männermannschaft und engagierte sich in der Jugendarbeit des Vereins. 2008 zog er nach Krofdorf. "Ich wollte unbedingt auch hier Rugby anbieten und mich weiter engagieren", berichtet er - eine Anfrage beim TSV, ob man Interesse an einer entsprechenden Abteilung habe, wurde schnell bejaht.

Und so nahm die Abteilung den Betrieb am 11. Mai 2009 mit einem U8-Training auf. Mittlerweile bieten die Rugby-Kelten Trainings für verschiedene Altersklassen an - von den Minis (Zwei- bis Vierjährige) bis hin zur Männermannschaft, bei der "Faxe Fix", so Hausners Spitzname unter Mannschaftskollegen, selber trainiert und spielt.

"Der Grundstein für Rugby muss möglichst früh gelegt werden", erklärt er, denn erst die heutige U10 und U12 sei auf einem Level, auf dem man aufbauen könne: "Die spielen jetzt durchgängig seit sieben Jahren oder gar länger und gehören zu den Top-3-Teams in Hessen." Natürlich handele es sich bei den Minis eher um eine Art sportliche Früherziehung, aber das sei wichtig, um die Kinder zu begeistern, bevor sie andere Sportarten kennenlernen. Und natürlich ist Rugby in Deutschland eine Randsportart, "wir hatten und haben immer wieder Durststrecken und suchen immer Spieler aller Altersklassen". Um die Männermannschaft aktiv zu halten, habe man eine Spielgemeinschaft mit dem SC Riedberg gegründet: "Man braucht mindestens 22 Akteure für den Kader, um spielfähig zu sein." Gerade für die Männer sind Neuankömmlinge willkommen. Zudem wird weiter um Nachwuchs geworben.

Am Samstag geht es los um 10 Uhr mit einem Turnier der Hessischen Rugby-Jugend für U8-, U10- und U12-Mannschaften. Um 14.30 Uhr treten die Krofdorfer Herren gegen Eintracht Frankfurt an.

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