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Die drittschnellste Zeit auf der Königsprüfung. Sebastian van Gartzen vor den vielen Opel-Fans auf der "kleinen Platte". (Foto: awp)

Sebastian van Gartzen auf dem Podium

(awp) Es ist in jedem Jahr der Höhepunkt für alle Rallye-Fans, wenn die Weltelite zum deutschen WM-Lauf nach Trier kommt. Dies gilt auch für alle aktiven nationalen Piloten. Seit seiner Gründung 2013 bestreiten die Fahrer des ADAC-Opel-Rallye-Cups einen ihrer Läufe traditionell im Rahmen des WM-Laufs in Deutschlands ältester Stadt. Der einzige heimische Starter war in Trier recht erfolgreich.

Schon im Vorjahr hatten die Organisatoren rund um die Nachwuchsserie von ADAC und Opel die Chance genutzt und gleich zwei Wertungsläufe an einem Wochenende ausgetragen. So standen für die 16 Teams auch in diesem Jahr wieder zwei getrennt gewertete Läufe auf dem Programm. Dominiert wird der Cup aktuell von den Fahrern aus Skandinavien. Mit dem Gießener Sebastian van Gartzen kam nicht nur der beste deutsche Fahrer zum fünften und sechsten Lauf der Saison, sondern auch der einzige Starter aus der heimischen Region.

Schon zweimal fuhren der 23-Jährige und sein erfahrener Beifahrer Hans-Peter Loth in dieser Saison auf den vierten Rang. Beim Höhepunkt der Saison sollte es nun endlich ein Platz auf dem Podium sein. Am Freitag standen mit vier Prüfungen in den Weinbergen an der Mosel und einem abschließenden Rundkurs 98,97 Bestzeit-Kilometer auf dem Programm. Das angestrebte Ziel wurde von dem mittelhessischen Opel-Team mit vollem Engagement verfolgt, denn nach den ersten beiden Prüfungen lagen sie auf dem zweiten Gesamtrang. Doch auf der dritten Prüfung löste sich die Zentralmutter an der Vorderachse und verhinderte nach viel verlorener Zeit den Start zur vierten Prüfung. Das bedeutete: keine Wertung und Punkte beim ersten Lauf.

Im WM-Feld endete die erste Etappe am Freitag mit einer Doppelführung von Volkswagen. Der Norweger Andreas Mikkelsen und Weltmeister Sebastian Ogier lagen in ihren VW Polo R WRC vor dem Belgier Thierry Neuville im Hyundai I20 WRC.

Der zweite Tag war mit neun Prüfungen und ca. 150 Kilometern der längste der Rallye. Mit neuer Motivation wollte van Gartzen an die guten Zeiten vom Freitag anknüpfen. "Der Plan war auf der Panzerplatte sehr viel Zeit gutzumachen und die restlichen WP ohne großes Risiko zu fahren", erklärte er seine Taktik. Doch die 41 km lange Königsprüfung auf der Panzerplatte des Truppenübungplatzes in Baumholder wurde wegen eines Unfalls neutralisiert und darum musste im zweiten Durchgang doch voll angegriffen werden. Dies gelang mit der drittschnellsten Zeit. Deshalb konnten van Gartzen/Loth auf Gesamtrang drei in die letzten vier Prüfungen des Sonntags starten. Voll auf Angriff ging auch Ogier und im WM-Feld bot sich nach Tag zwei mit seiner Führung ein mittlerweile gewohntes Bild.

Auf der ersten Prüfung des Sonntags im Drohntal fuhren van Gartzen/Loth in ihrem Opel Adam dann die schnellste Zeit und konnten Rang drei festigen. Auf den letzten 30 Kilometern (WP 17 wurde abgesagt) gaben sie den erkämpften Platz nicht mehr ab und beendeten die zweite Rallye auf dem dritten Gesamtrang. "Wir sind happy über das Ergebnis. Wir wussten, dass wir schon lange den Speed haben, um auf das Podium zu kommen; jetzt hat es endlich geklappt", resümierte der junge Gießener am Ziel vor der Porta Nigra. Aber er haderte auch noch mit Lauf eins: "Leider haben wir durch den unverschuldeten Ausfall am Freitag sehr wichtige Punkte verloren. Zumal wir dort ebenfalls auf Podiumskurs waren. Der Ausfall der Rallye Baden Würtemberg macht die Situation in der Cupwertung nicht gerade besser." Es bleibt deshalb in diesem Jahr nur noch eine Rallye, um sich vom aktuell sechsten Platz noch weiter zu verbessern. Den Gewinn des diesjährigen ADAC-Opel-Rallye-Cup konnte der Finne Jari Huttunen mit zwei Erfolgen an der Mosel vorzeitig sichern.

Seine Führung in der Rallye-WM konnte auch VW-Pilot Ogier ausbauen. Denn er gewann zum dritten Mal den deutschen WM-Lauf mit 20 Sekunden Vorsprung vor den beiden Hyundai-Piloten Sordo und Neuville. So bot die ADAC Rallye Deutschland einmal mehr hochkarätigen Motorsport und Spannung bis zum Schluss. Insgesamt kamen mehr als 210 000 begeisterte Zuschauer.

Mit Sina Hildebrandt vom AMC Gießen war auch eine heimische Beifahrerin am Start. Sie war mit Uwe Gropp vom MSC Schiffweiler im Citroën DS3 R3T auf den 18 Prüfungen unterwegs. Am Ende belegten sie den 49. Platz von insgesamt 128 Startern, was den zehnten Rang in ihrer Klasse bedeutete. Als bester Deutscher beendete Skoda-Pilot Armin Kremer die ADAC Rallye Deutschland auf dem dritten Platz der WRC-2-Wertung (Gesamtrang zehn).

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