Der schwierige Weg zurück

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(phk). Es ist eine Situation, die man vor allem an den Rändern Hessens kaum einem vermitteln kann: Während hierzulande nur im Modus "Fünf-gegen-fünf" mit Vollkontakt trainiert werden kann, sind andere Nachbarbundesländer schon weiter, lassen einen weitgehend normalen Trainingsbetrieb und sogar Freundschaftsspiele unter der Anwesenheit von Zuschauern zu. In der letzten Woche hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in einem 20-seitigen Konzept "Zurück ins Spiel" Wege aufgezeigt, mit denen - auch dank wissenschaftlicher Expertise - der Re-Start im bundesdeutschen Amateurfußball gelingen soll. Doch die Hürden sind hoch, die Regeln streng. Was steht drin, wie reagieren Funktionäre vor Ort? Beispielsweise Gießens Kreisfußballwart Henry Mohr (Kleinlinden).

Die Regeln:Grundsätzlich sollen die aus dem Alltag bekannten Hygieneregeln eingehalten werden: Ein Mindestabstand von 1,5 Metern außerhalb des Feldes - in Spielpausen sogar auch auf dem Platz. Keine Umarmung und kein Händedruck zur Begrüßung. Die Husten- und Nies-Etikette muss ebenfalls beachtet werden. Auf dem Spielfeld soll nicht gespuckt und sich nicht die Nase geputzt werden. Und natürlich: So oft wie möglich Hände waschen und desinfizieren. Die Vereine müssen genügend Möglichkeiten dafür anbieten. Außerdem dürfen nur Spieler an Training oder Partien teilnehmen, die in einem "symptomfreien Gesundheitszustand" sind. Personen mit Symptomen dürfen die Sportanlage erst nicht betreten. Es gilt auch für das Training weiterhin eine strenge Informations- und Dokumentationspflicht für alle Anwesenden.

Die Zonen:Der DFB empfiehlt den Klubs darüber hinaus, den Sportplatz in drei Zonen einzuteilen. Die erste Zone ist das Spielfeld und die Umrandung. Hier dürfen sich nur Spieler, Trainer, Funktionsteams, Schiedsrichter, Sanitäts- und Ordnungsdienst, Hygienebeauftragte sowie Medienvertreter aufhalten. Die zweite Zone ist der Umkleidebereich. Diese dürfen betreten: Spieler, Trainer, Funktionsteams, Schiedsrichter und Hygienebeauftragte. Hier gilt die Abstandsregel oder das Tragen von Mund- und Nasenschutz. Die Aufenthaltsdauer soll auf ein "notwendiges Minimum" beschränkt werden. Die dritte Zone ist der Publikumsbereich. Das ist der frei zugängliche Bereich der Sportstätte. Dieser darf nur über einen oder mehrere offizielle Eingänge betreten werden. Die Besucher müssen namentlich erfasst werden, die Gesamtpersonenzahl bekannt sein. Weitere Vorgaben sind: Trennung von Ein- und Ausgängen, markierte Spuren der Wege, Abstandsmarkierungen auf den Rängen und in der Gastronomie.

Hilfestellung:Hilfe gibt es etwa vom Hessischen Fußball-Verband (HFV): Der schenkt allen Klubs ein "Es-geht-wieder-los-Paket", unter anderem mit Handdesinfektionsspender inklusive 500 ml Desinfektionsmittel sowie Plakaten mit Hygieneempfehlungen. Auch für den Fall von steigenden Infektionszahlen in einer Region sieht das DFB-Papier einen Drei-Stufenplan vor, mit denen einzelne oder alle Maßnahmen entsprechend verschärft werden können, um das Ansteckungsrisiko beim Fußball weiter gering zu halten.

Individuelle Lösungen:Dem DFB ist nach eigenen Angaben bewusst, dass Vereine aufgrund der unterschiedlichen Sportstätten in manchen Punkten in Abstimmung mit den lokalen Behörden individuelle Lösungen finden müssen, empfiehlt sogar die Konzepte genehmigen zu lassen - und stellt auch eine entsprechende Vorlage zur Verfügung. Zu den wichtigsten Punkten gehören die Organisation des Ein- und Ausgangsbereichs, der Wegeführung und Zuschauerplatzierung, der Gastronomie, der Reinigungsvorgänge, der Teambesprechung vor dem Spiel und die der Umkleide- und Dusch-Abläufen.

Der Druck:Gießens Kreisfußballwart Henry Mohr kann es offenbar gar nicht erwarten, bis es wieder losgeht. Am Freitagvormittag verschickte er eine E-Mail, in der es u. .a heißt: "Neben Hessen kann in Bayern, Hamburg und Schleswig-Holstein noch kein Fußball gespielt werden. Alle anderen Bundesländer lassen den Trainings- und Spielbetrieb wieder zu. An Corona-Neuinfektionen kann es nicht liegen. Die sind weiterhin sehr niedrig. Es fällt uns daher immer schwerer, eine Erklärung abzugeben." Diese Mail geht auf HFV-Präsident Stefan Reuß zurück, der in der vergangenen Woche das Thema schon an die Landesregierung herangetreten habe - bislang allerdings ohne Ergebnis. In dem Schreiben werden alle Fußballer aufgefordert, auf politische Entscheidungsträger einzuwirken - "im Sinne unseres gemeinsamen Anliegens ›Zurück auf den Platz‹".

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