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Oft eingreifen müssen am Wochenende die Schiedsrichter mit Fahne und Megafon, da die Rennboote - wie hier beim Preis der Stadt Gießen - nicht immer die Bahn halten und sich somit teilweise gegenseitig behindern.

Schwerstarbeit für die Schiedsrichter

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(cso). Schiedsrichter sein ist kein leichter Job bei der Gießener Pfingstregatta. Das kann Jürgen Hillen aus Karben bestätigen, der am Wochenende auf der Lahn im Einsatz war und in den motorisierten Booten hinter den Ruderern die Rennabläufe überwachte. "Die Stimme ist nach solch einer Veranstaltung ruiniert", sagt der Wetterauer schmunzelnd. Da hilft auch das Megafon nicht, das den Referees zur Verfügung steht.

Gründe für ein Eingreifen des Schiedsrichters gibt es viele. Der häufigste ist das Fahrverhalten der Boote. Oft kommen Ruderer, die auf Bahn 3 starten, also am Weststadtufer, auf Bahn eins ins Ziel. "Eigentlich ist uns das egal, wo die Boote fahren, solange ein Konkurrent davon nicht benachteiligt wird. Hier in Gießen helfen wir den Ruderern auch dann, wenn wir eigentlich nicht sollen", erklärt Hillen. Das sieht dann so aus, dass der Ofizielle vom Start weg hinter den Booten her fährt und laufend die Richtung korrigieren muss: "Frankfurt steuerbord, Weilburg backbord, Mannheim steuerbord." Da bei einem Kollegen von Hillen das Megafon kurzzeitig ausfiel, war der gezwungen, ohne akkustische Verstärkung zu richten. Der eine oder andere Sportler oder Zuschauer dürfte sich zurückerinnert haben an seine Zeit bei der Bundeswehr.

Aber es ist auch nicht ganz einfach, gerade auf der Gießener Strecke die Bahn zu halten. "Die Strecke ist nach Messtischblatt eigentlich schnurstracks. Durch den Bewuchs am Ufer ist es aber schwierig, sich zu orientieren", erklärt Hartmut Sorg, Vorsitzender des Regatta-Vereins. Dazu kommt, dass es für jugendliche Anfänger schwerer ist, zu steuern als für den geübten Sportler.

Für ein paar Rennabbrüche sorgten auch die vom Ziel zum Start laufenden Boote, die in den nächsten Rennen an der Reihe sind und sich dicht "unter Land" an der Innenstadt zugewandten Seite der Lahn bewegen müssen. Damit hatten manche Ruderer so ihre Probleme. Manche steuerten schon beim GRG-Bootshaus ins Fahrwasser der Rennbeteiligten - Schwerstarbeit für die Schiedsrichter und Offiziellen.

Flussabwärts fahrend waren zudem Kanus zu beobachten, die dort eigentlich nicht zu erwarten waren, liegt dem Veranstalter doch laut Sorg eine Genehmigung vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Koblenz vor, die Lahn für den nicht an der Regatta beteiligten Verkehr zu sperren. "Diese Genehmigung gilt unter der Auflage, dass wir regelmäßig Pausen machen, um anderen Booten die Durchfahrt zu ermöglichen. Da wir aber auch einen Zeitplan zu erfüllen haben, lassen wir viele Boote während der Rennen passieren", beschreibt Sorg die Vereinbarung. "Das hat eigentlich immer ganz gut funktioniert." Außerdem wolle man den ansässigen Kanuverleihern auch das Geschäft nicht kaputtmachen. Manchmal gerät ein Kanu aber auch zu weit in die Mitte und behindert die Rennen, sodass der Schiedsrichter zum Abbruch gezwungen ist.

Hin und wieder zu beobachten während der Regatta sind zudem Teilnehmer, die von ihrem Rollsitz ins Wasser rutschen. Das kann passieren durch die Wellen der Schiedsrichter- oder zum Start laufender Boote. Aber auch ein falsch platzierter Riemen setzt Kräfte frei, die vor allem Jugendliche schnell zum Kentern bringen. Aber die DLRG war immer zur Stelle.

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