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Schwere Zeiten für die HSG Wetzlar

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Von: Oliver Vogler, Daniela Pieth

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Am liebsten verstecken - der enttäuschte Jovica Nikolic bei der Wetzlarer 24:25-Heimniederlage im Bundesliga-Kellerduell gegen SC DHfK Leipzig. © Oliver Vogler

Die HSG Wetzlar hat in der Handball-Bundesliga das Kellerduell gegen den SC DHfK Leipzig mit 24:25 verloren und geht somit schweren Zeiten entgegen.

Vor dürftiger Kulisse von offiziell nur 2565 Zuschauern unterlag die HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga dem SC DHfK Leipzig mit 24:25 (14:12). Damit tauscht die Mannschaft von Trainer Benjamin Matschke mit den Sachsen in der Tabelle die Plätze. Die Grün-Weißen haben auf Rang 16 nur noch drei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Den hat momentan GWD Minden inne, wo die HSG am Sonntag zu Gast ist.

Die Hausherren schienen in den ersten Minuten noch in der Kabine zu sein. Drei Würfe, die SC-Keeper Kristian Saeveras allesamt entschärfte, eine Zeitstrafe für Lenny Rubin wegen Foulspiels und eine Zeitstrafe wegen eines Wechselfehlers von Domen Novak. Der Arbeitsnachweis der HSG nach sechs Minuten sah eher nach Katastrophe als nach Handball aus. Der Ex-Wetzlarer Viggo Kristjansson jagte unterdessen seinen zweiten Siebenmeter zur 3:0-Führung für die Gäste in die Maschen. Matschke drückte sofort den Auszeit-Buzzer, um seine Spieler wach zu rütteln. Er drückte den richtigen Knopf, denn plötzlich stand eine andere Mannschaft auf dem Parkett. Tor Lenny Rubin, Parade Till Klimpke, Siebenmeter Novak - und schon war der 3:3-Ausgleich hergestellt.

Die 5:1-Abwehr mit Emil Mellegard auf der vorgezogenen Position stellte den Angriff der Leipziger zunehmend vor Probleme. Mit dem Rausrücken der Halbpositionen störte Wetzlar den Ballfluss der Gäste und stiebitzte immer mal wieder den Ball. Doch aufgrund eigener Fehler gelang es den Schelker und Co. noch nicht, sich abzusetzen. Nach einer guten Viertelstunde wechselte Matschke durch. Adam Nyfjäll kam für Erik Schmidt an den Kreis, Radojica Cepic ersetzte Jonas Schelker. Auch Rubin und Lipovina bekamen eine Pause, sie wurden durch Hendrik Wagner und Jociva Nikolic ersetzt.

Vor allem Wagner sorgte in der Abwehr für Power. Nicht mit gelungenen Aktionen, sondern auch mit die Zuschauer motivierende Gesten. Wetzlar drehte jetzt richtig auf, nutzte die Fehler der Leipziger und setzte sich in der 24. Minute durch Rubin auf 11:7 ab. Die Gastgeber nahmen den Kampf an, ließen sich aber auch immer wieder vom Schiedsrichtergespann aus der Ruhe bringen, das mit etlichen Entscheidungen für Unverständnis auf beiden Seiten sorgte. Ein weiterer Störfaktor war Leipzigs Torhüter Saeveras, der mit einer Quote von über 42 Prozent auftrumpfte und der HSG fünf (!) Siebenmeter wegnahm. Zum Ende der ersten Halbzeit kam Leipzig wieder besser ins Spiel und so ging es mit einer 14:12-Führung für die Wetzlarer in die Pause.

Im zweiten Durchgang nahm das Siebenmeter-Festival an Fahrt auf. Es war kein schönes Handballspiel und die Entscheidungen der Unparteiischen sorgten zusätzlich für Zündstoff. Davon ließen sich vermehrt die Gastgeber aus der Ruhe bringen. Die Konzentration und Umleitung der Energie auf dieses Thema sollten sich im Verlauf der letzten Viertelstunde rächen. Bis dahin blieben die Wetzlarer vorn und profitierten dabei auch von der guten Vorstellung von Keeper Anadin Suljakovic, der nach der Pause für Till Klimpke kam.

Zwischen der 41. Und 44. Minute erzeugten etliche Siebenmeter und Zeitstrafenentscheidungen vermehrt Schleudertrauma auf allen Ebenen. Der hakelige Spielfluss kam vollends zum Erliegen. Das Spiel lieferte, was der Tabellenstand der beiden Teams hergab - Abstiegskrampf.

Die HSG warf in den letzten zehn Minuten noch einmal alles nach vorn, setzte Leipzig mit offensiv ausgerichteter Deckung unter Druck. Doch der SC DHfK behielt die Nerven. Zwei Fehler der Grün-Weißen nutzte Kristjansson per Gegenstoß zum 21:21-Ausgleich. Der Wetzlarer Angriff agierte zunehmend ideen- und kraftlos. Die Würfe wurden entweder durch den Leipziger Block entschärft oder fanden ihr Ende bei Saeveras. Mit zwei Siebenmetern sorgte Kristjansson gar für die 24:22-Führung der Gäste.

Die letzte Auszeit von Coach Matschke bewirkte ein letztes Aufbäumen seiner Truppe. Schmidt und Nikolic sorgten für das 24:24, doch Leipzig blieben gut 40 Sekunden Zeit, um den Siegtreffer zu setzen. Matej Klima wuchtete den Ball 19 Sekunden vor Schluss zum 25:24 für die Gäste in die Maschen. Der letzte Wurf, den sich der jüngste Wetzlarer, Radojica Cepic nahm, landete neben dem Tor. Aus. Vorbei. 24:25- wieder mit einem Tor verloren. Das brennt in der Wetzlarer Handball-Seele

Wetzlar: Klimpke, Suljakovic; Nyfjäll (4), Lipovina, Schmidt (3), Nikolic (1), Becher, Weissgerber, Schelker (2), Wagner (2), Mellegard (2), Cepic (1), Rubin (5), Novak (4).

Leipzig: Saeveras, El-Tayar; Maric, Wiesmach (2), Ernst (1), Witzke (1), Krzikalla (2), Binder (2), Klima (4), Mamic (1), Iciv (1), Sunnefeld (1), Matthes, Sajenev, Martyn, Kristjansson (10/8).

Stenogramm / SR: Standke/Heine (Ronnenberg/Wendeburg). - Z: 2565. - Zeitstrafen: 14:10 Minuten. - Siebenmeter: 9/4:9/8.

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Wetzlars Kreisläufer Adam Nyfjäll setzt sich gegen die Leipziger Marko Mamic (l.), Sime Ivic durch und trifft gegen Keeper Kristian Säveras . © Oliver Vogler

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