Schwaches drittes Viertel kostet die LTi 46ers den Sieg

Ein miserables drittes Viertel hat den LTi Gießen 46ers in der Basketball-Bundesliga jegliche Siegchancen im Auswärtsspiel bei den EWE Baskets Oldenburg genommen. Am Ende unterlagen die Mittelhessen mit 86:102 (37:42) und bleiben damit am Tabellenende.

Nach einem verheißungsvollen Auftakt kassierten die Gießener am Sonntagabend im dritten Spielabschnitt 38 Zähler und lagen vor dem Schlussviertel mit 21 Punkten zurück. Zwar kämpfte sich die Mannschaft noch einmal auf neun Zähler heran, doch war die Hypothek des hohen Rückstandes für die krisengeschüttelten Mittelhessen letztlich einfach zu groß.

Das Spiel in Oldenburg hatte gut begonnen: In den ersten Minuten zeigten sich die Gießener mit einem gut aufgelegten LaQuan Prowell als die spielfreudigere Mannschaft und eroberten Mitte des ersten Viertels erstmals die Führung. Nach dem 10:7 (5.), einem Dreier von Achmadschah Zazai, ging es bis auf 17:11 (7.), doch gelang es nicht, die Oldenburger, bei denen sich viele Würfe wieder aus dem Korb drehten, abzuschütteln. Nach den ersten zehn Minuten lagen die Mittelhessen dennoch mit vier Punkten in Führung (23:19, 10.), sahen sich aber beim Reboundverhältnis bereits deutlich unterlegen (6:12).

Nach der ersten Viertelpause kamen die Oldenburger vor ausverkauftem Haus dann besser in die Partie, zogen nach drei Minuten mit den Gästen gleich und zwangen deren Trainer Mathias Fischer so zu einer Auszeit (27:27, 13.). Weiterhin präsentierten sich die LTi 46ers ebenbürtig, boten dem Tabellenzweiten Paroli, doch kamen sie nicht mehr in jene guten Wurfpositionen, die im ersten Viertel noch für Punkte gesorgt hatten. Folgerichtig übernahmen die Hausherren die Führung und gingen mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung in die Halbzeitpause (37:42, 19.). Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gießener bereits acht Offensivrebounds abgegeben, doch immer noch eine ordentliche Leistung gezeigt.

Nach dem Seitenwechsel begann allerdings eine Stärkedemonstration der Hausherren: Die Gießener waren immer einen Schritt zu spät in der Verteidigung oder leisteten sich überflüssige Ballverluste, die Oldenburger dagegen trafen nun aus allen Lagen: Sechs der sieben Dreierversuche im dritten Viertel fanden ihr Ziel, dazu liefen die Baskets unzählige Schnellangriffe, die zu Punkten verarbeitet wurden, und kamen immer wieder zu zweiten Wurfchancen am Brett. Insgesamt markierten die Gastgeber 38 Zähler im dritten Viertel, während die Gießener angesichts der Qualität ihrer Gegenspieler oftmals nur staunend danebenstehen konnten.

So war es kein Wunder, dass Oldenburgs Coach Sebastian Machowski nach dem Spiel analysierte: "Durch das dritte Viertel haben wir uns auf die Siegstraße gebracht." Vor dem Schlussviertel sah es beim 59:80 aus 46ers-Sicht düster aus. Doch die Mannschaft von Trainer Fischer zeigte einmal mehr Moral und ließ sich von dem Rückstand nicht beeindrucken, kämpfte nun und schaffte es, auch begünstigt durch die nachlassende Intensität aufseiten der Hausherren, sich noch einmal in die Partie zurückzufighten.

Nach dem 64:85 (32.) durch Oldenburgs Julius Jenkins spielten nur noch die Gießener: Mit einem 16:4-Lauf schaffte sie es nach zwei Freiwürfen von Zazai, den Rückstand auf einen einstelligen Punktebereich zu reduzieren (80:89, 37.). Oldenburg nahm nun schlechte Würfe, leistete sich Ballverluste und Unkonzentriertheiten, doch angesichts einer drohenden Überraschung rissen sich die Stars des Gastgebers noch einmal zusammen, spielten wieder überlegter und feierten am Ende einen verdienten 102:86-Heimerfolg.

Angesichts der individuellen Stärke des Gegners nahm Mathias Fischer die Niederlage vergleichsweise gelassen: "Es war ein schönes, offensives Spiel, das bereitet sehr vielen Zuschauern viel Freude. Um eine Chance gegen Oldenburg zu haben, muss man besser rebounden und verteidigen, da muss man den Fokus setzen. Wir sind nicht so tief besetzt wie die EWE Baskets und haben nicht so gut gereboundet, haben nur solide von außen getroffen. Oldenburg war in der entscheidenden Phase im dritten und vierten Viertel einfach gut drauf." Dennoch kritisierte Fischer auch seine Mannschaft ein wenig: "Ich habe aufgrund der derzeitigen Situation bei meinen Spielern die völlige Leidenschaft in der Defense vermisst."

Nach dem Spiel ist nun für die LTi Gießen 46ers der sportliche Teil des Jahres 2012 abgeschlossen. Bis zum Heimspiel gegen die Frankfurt Skyliners am 5. Januar gilt die volle Aufmerksamkeit wieder der finanziellen Situation und dem Überlebenskampf des mittelhessischen Traditionsklubs.

Martin Vogel

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