Schuld/Seibel Vierte in Alsfeld bei der DM in Voltigieren

(pic) Aus ganz Deutschland waren die Teams angereist, um ihre Deutschen Meister der Senioren in den Gruppen und im Einzel der Damen und Herren zu küren sowie die Bundessieger im Doppelvoltigieren.

"Kleine Biene toi, toi, toi!" Der Schlachtruf des Teams ertönt in den Moment der Stille nach dem eifrig beklatschten Einlaufen der Voltigiererin. Der Longenführer entlässt den Wallach auf die Zirkellinie, die junge Frau in ihrem selbst entworfenen hautengen Anzug hebt elegant den Arm zum Zeichen, dass die Musik starten soll. Dann beginnt sie mit einem schwungvollen Aufgang ihre Kür. Die Faszination, die vom Voltigieren, dem akrobatischen Turnen auf dem galoppierenden Pferd, ausgeht, konnte am Wochenende in der Hessenhalle in Alsfeld eindringlich erlebt werden.

Mit großem Abstand siegten bei den Doppelvoltigierern Theresa-Sophie Bresch/Daniel Rein auf Cyrano an der Longe von Doris Markwart mit ihrer bezaubernden Kür, die sie in zwei Umläufen präsentierten. Deutlich dichter lagen die Wertnoten auf den folgenden Plätzen beieinander, und so konnten sich Helena Schuld/Theresa Seibel vom RuF Horlofftal Hungen nach einem ordentlichen fünften Rang mit einer Wertnote von 6,84 nach dem ersten Umlauf im zweiten Durchgang auf den dritten Platz vorschieben. Das Gesamtergebnis für die beiden mit ihrer Dschungelkür auf Robinson mit Longenführerin Franziska Schmitt lautete Rang vier.

Die Einzelvoltigierer mussten sich vor der Kür in Pflicht- und Technik-Prüfungen beweisen, wobei im Technik-Teil fünf vorgegebene Übungen gezeigt werden mussten, die mit anderen Elementen – ähnlich wie in der Kür – passend zur Musik verbunden werden. Die große Leistungsdichte spiegelte sich im knappen Resultat wider: Mit 0,068 Punkten Vorsprung siegte Christine Kuhirt vom Landesverband Westfalen und ist damit Deutsche Meisterin. Auf der Schwarzwälder-Fuchs-Stute Julischka war Alice Reitz vom heimischen PSC Riedmühle mit Longenführerin Kyra Heinrich in die Konkurrenz gegangen. Sie belegte in der Endabrechnung den achtbaren 19. Platz unter 32 Teilnehmerinnen. Außerdem für Hessen am Start bei den Damen war Mascha Braunheim auf Markant mit Roswitha Schenk an der Longe, die 24. wurde. Im Herren-Einzel holte sich Jannik Heiland aus Hannover auf Dance of Gold mit Longenführerin Silke Gedien den Meistertitel.

Großes Pech hatten Michelle Krippner, Alina Rahn, Kathrin Melius, Jelena Weisbecker, Marlene Bietz und Tatjana Bechthold, die Gruppenvoltigierer des Hungener Vereins. Hervorragend waren sie auf dem achtjährigen Contino an der Longe von Ulla Dietz in das Turnier gestartet. Ähnlich wie im Doppel lagen die Wertnoten der Mannschaften hinter der überragenden Gruppe aus Neuss in der Pflicht hautnah beieinander. Die Hungener rangierten auf dem sechsten Platz mit einer 6,413 knapp hinter dem Reitverein Krumke mit 6,446 aus Sachsen und Westfalen mit 6,484. Unter dem Jubel der heimischen Fans und vor vollen Rängen liefen sie am Sonntag zur Kür ein. Famos gelangen die einzelnen Elemente, die kleine Michelle Kippner bewegte sich in luftiger Höhe bis zu vier Meter über dem Boden. Dann geschah es: Kurz vor dem letzten Höhepunkt der Vorführung misslang ihr Abgang, und Contino traf Michelle am Fuß. Ihre Kameradinnen eilten zu ihr, aber sie konnte nicht mehr auftreten. Zwei der Mädchen hoben sie hoch und verließen mit ihr den Zirkel, was letztlich die Disqualifikation des Teams zur Folge hatte, wie die Richter nach längerer Debatte entschieden. Zum Glück erwies sich die Verletzung später im Krankenhaus als nicht gravierend.

"Voltigierer sind hart im nehmen", wusste Trainerin Ulla Dietz, die Trost spenden musste. "Wir waren schon sehr traurig, dass wir ausgerechnet hier zu Hause in Hessen ausgeschieden sind. Aber jetzt schauen wir nach vorn. Unser nächstes Ziel ist der M-Cup im Oktober. Wir hoffen, dass wir dafür nominiert werden." Und wer weiß – in drei Jahren werden schließlich die Deutschen Meisterschaften erneut in Alsfeld ausgetragen.

Groß war die Freude indes bei Einzel-Siegerin Christine Kuhirt: "Dieses Jahr war einfach großartig. Dass ich hier gewonnen habe, ist der Wahnsinn." Daher stimmte es sie auch nicht traurig, dass sie nicht für die WM im August in Le Mans nominiert wurde. Auf dem 17-jährigen Fuzzy, mit dem sie erst seit Anfang des Jahres trainiert, wurde die Studentin der Sportwissenschaften erst im Frühjahrin den Bundeskader nachberufen.

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