Vorjubeln für Donnerstag: Die Schüler der Ricarda-Huch-Schule in Gießen.	(Foto: Schepp)
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Vorjubeln für Donnerstag: Die Schüler der Ricarda-Huch-Schule in Gießen. (Foto: Schepp)

Mit 240 Schülern zum Länderspiel nach Wetzlar

(sno) Gut, dass am Tag des Fototermins kein Abitur geschrieben wird. »Heute müssen wir leise sein«, meint Thorsten Schäfer, Sportlehrer an der Ricarda-Huch-Schule in Gießen, zunächst noch.

Dann aber Entwarnung von der Schulleitung: »Heute kein Abi.« Also können die Schüler auf dem Hof Lärm machen und jubeln. Vorjubeln sozusagen, denn 240 von ihnen fahren am Donnerstag zum U 17-Länderspiel zwischen Deutschland und Italien nach Wetzlar.

Das heißt auch: Ein Tag keine Schule, stattdessen Fußball schauen. Das hört der Schüler gerne, der erste Gedanke von Johannes Tan (15) aus Garbenteich war dann auch: »Geil.« Aber der Tagesausflug hat, das betont Lehrer Schäfer, »pädagogischen Hintergrund. Man fährt in Museen oder macht andere Ausflüge mit kulturellem Hintergrund. Warum nicht auch eine sportliche Fahrt?« Schulleiter Werner Nissel unterstützt die Idee: »Sie werden dort Spitzensportler sehen, die im ähnlichen Alter wie sie sind. Ich denke, dass das positive Impulse setzen kann.« 6,50 Euro zahlen die Schüler für den Ausflug, 1 Euro entfällt dabei auf die Eintrittskarte. Für die Busse muss die Schule rund 1300 Euro vorlegen. »Für die Schüler ist es ein einmaliges Erlebnis, da ist der Preis okay«, meint der 36-jährige Thorsten Schäfer, der sich mit dem Schulsportleiter Simon Lukas um die Organisation kümmerte.

Er leitet auch zwei Wahlpflichtkurse Fußball. »Wie Freizeit« sei das, erklärt Enrico Weitzel, einer derer, die den Nachmittagskurs belegen. Der 16-Jährige kickt in der B-Jugend des VfB 1900 Gießen und freut sich besonders auf das Erlebnis in Wetzlar: »Weil wir Fußball lieben und es uns motiviert, vielleicht einmal genauso gut zu werden.«

Der Sport wird an der Ricarda-Huch-Schule groß geschrieben – neben dem üblichen Sportunterricht gibt es zwei Zusatzstunden mit Lehrkräften. Auch ein Leistungskurs wird für die Abiturienten regelmäßig angeboten.

Schäfer: »Das Fach Sport

wird nicht immer ernst genommen«

»Im Sport«, sagt Nissel, »lernt man auch das Leistungsprinzip schätzen. Wenn sich das auf die Schule überträgt und man ehrgeiziger arbeitet, kann ich das nur befürworten.« Der Schulleiter fordert gleichzeitig: »Die Situation für die Schulen, was die Sporthallen betrifft, muss besser werden. Es ist ein dringender Bedarf, dass in zentraler Lage noch eine große Sporthalle gebaut wird.

« Lehrer Schäfer meint derweil, dass das Fach Sport »grundsätzlich nicht immer ernst genommen wird«. Die Kraft, die das Bewegen freisetzen kann, hat nicht jeder vor Augen. Dass auch der Kopf freier und die Schüler auf Dauer konzentrierter arbeiten können, wenn sie sich zwischendurch körperlich betätigen, will der Lehrer an seiner Schule zukünftig mehr nutzen. »Es gibt ein Projekt, bei dem die Schüler im Unterricht ihre fünf Minuten Bewegung einfordern können. Wir wollen das vorantreiben.«

Am Donnerstag erst mal können die Schüler mehr Sport erleben. Ein Tag im schmucken Wetzlarer Stadion wartet. »Solche Aktionen«, meint Johannes Tan, »könnte es öfter geben. Damit wir gemeinsam unterwegs sind.«

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