"Die Schonzeit ist vorbei" Druck auf Teutonia wächst

(sno) Vor dem eminent wichtigen Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten FC Nöttingen (heute, 14 Uhr, SCT-Sportpark Wetzlar) werden bei Fußball-Regionalligist Teutonia Watzenborn-Steinberg erste Veränderungen erkennbar.

Die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Fitness- und Athletiktrainer Marc Lubetzki wurde beendet – bisher gingen die Spieler zweimal wöchentlich zu Lubetzki. Trainer Francisco Copado greift nach dem Pokalaus zu harten Maßnahmen und zur härteren Wortwahl: "Die Schonzeit ist vorbei. Im Pokal in Geinsheim habe ich nicht die Tugenden gesehen, die ich gefordert habe. Darauf muss ich reagieren." Am Mittwochabend unterlag die Teutonia im Hessenpokal mit 3:4 in der Verlängerung beim Verbandsligisten SV Geinsheim. "Da haben wir eine Riesenchance liegen gelassen", meinte der Trainer. Im Viertelfinale hätte mit Seligenstadt ein Hessenligist gewartet, auch im Halbfinale wäre man auf einen unterklassigen Gegner getroffen. Dort steht der Sieger der Partie Hadamar gegen Griesheim. Drei Schritte wären es bis zum DFB-Pokal gewesen.

Nach den neuesten Entwicklungen macht sich im Team Unruhe breit. Viele, vor allem heimische Spieler fragen sich, ob sie im Winter abgesägt werden. Trainer Francisco Copado erklärte dem Team am Donnerstag, dass die Trainingszeiten im Winter endgültig umgestellt werden. Für mehrere Spieler wird es aber zeitlich nicht möglich sein, ein Dasein als "Profifußballer" zu führen und vormittags zu trainieren.

Erste Anzeichen dieser Entwicklung bekommen nun Christopher Schadeberg, Kian Golafra und Dennis Lemke zu spüren. Sie mussten gestern in der zweiten Mannschaft in der Kreisoberliga Süd spielen. Alle drei zählten zuletzt noch zum Stammpersonal der ersten Mannschaft. Vor drei Wochen noch soll Teilen des Teams von der Vereinsführung versprochen worden sein, dass man in Watzenborn-Steinberg den Weg des TSV Steinbach nicht gehen würde. Dort wurde in der letztjährigen Winterpause nahezu die komplette Mannschaft ausgetauscht, auf Profitum umgestellt. Ein ähnlicher Umbruch deutet sich nun in Watzenborn-Steinberg an. Verdiente Spieler, die den Verein in die Regionalliga führten, drohen, auf der Strecke zu bleiben.

Klare Probleme in der Defensive

"So eine Pokalniederlage kann man nicht sofort beiseitelegen", sagt Copado. "Ich erwarte eine Reaktion der Mannschaft." Folgen soll diese heute im wichtigen Heimspiel gegen den FC Nöttingen. Der Tabellen-17. ist ein klarer Konkurrent im Abstiegskampf. Aus den letzten sieben Partien wurden vier Punkte geholt, auswärts kassierte der Mitaufsteiger bislang nur Niederlagen. Vorsitzender Dirk Steidl bestätigte vor der Saison, dass sich das Budget im Vergleich zur letztjährigen Saison kaum ändert. "Wir werden wohl den kleinsten Etat aller Regionalligisten haben." Er soll bei rund 350 000 Euro liegen. Das übertrifft Watzenborn-Steinberg bei Weitem: Der Etat der Pohlheimer übersteigt eine Millionen Euro. Dass das auf dem Platz nicht immer etwas zu sagen hat, zeigte der Hessenpokal.

"Der FC Nöttingen hat ein sehr kampfbetontes Spiel und ist laufstark", warnt Copado. Um bei den heimstarken Pohlheimern (alle drei Saisonsiege wurden in Wetzlar eingefahren) zu bestehen, denkt Nöttingens Trainer Dubravko Kolinger bei Ballbesitz des Gegners über eine Fünferkette nach.

Die Probleme in der Defensive einen beide Aufsteiger: Nöttingen kassierte mit 27 Gegentreffern mit Abstand die meisten in der Regionalliga Südwest, im Schnitt 2,4 pro Spiel. Die Teutonen spielten bislang nur am ersten Spieltag gegen den TSV Steinbach zu null und kassierten in den letzten beiden Partien neun Gegentore. Mit der Rückkehr des zuletzt angeschlagenen Torhüters Yannik Dauth soll heute Besserung folgen. Fehlen werden weiterhin Außenverteidiger Julian Simon (Muskelfaseriss) und Innenverteidiger Oliver Laux (Leisten-OP). Viktor Talevski fehlt krankheitsbedingt.

Eine der wenigen positiven Erscheinungen in den letzten Tagen war Rafael Szymanski. Der 29-jährige Stürmer präsentierte sich nach seiner Verletzung (Risswunde an der Ferse) wieder in guter Form und traf beim Startelfdebüt nach der Zwangspause in Geinsheim doppelt. Dafür erhielt er Lob vom Trainer: "Rafael hat seine Chance genutzt. Es ist gut möglich, dass er erneut in der Startelf steht."

Watzenborn-Steinberg: Dauth, Jäckel – Koutny, Bartel, Adomah, Scheffler – Azaouaghi, Goncalves, Spang, Aslan, Kotzke, Amachaibou, Weinecker; Koyuncu – Müller, Syzmanski.

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