Schnobrich: "Es sieht gut aus!"

(mac) Der Klassenerhalt ist seit Wochen in trockenen Tüchern, der Kader für die neue Saison steht längst, das letzte Heimspiel (32:30 gegen MT Melsungen) war ein voller Erfolg, und auch die Anzeichen verdichten sich, dass die HSG Wetzlar von der Handball-Bundesliga (HBL) die Lizenz für eine weitere Saison im Oberhaus erhält. Kein Grund zur Sorge also beim heimischen Erstligisten vor der letzten Partie dieser Spielzeit am Samstag um 16.30 Uhr in der Karlsruher Europahalle gegen die Rhein-Neckar Löwen? Natürlich nicht ganz, denn noch immer ist der Verein finanziell nicht ohne Probleme.

(mac) Der Klassenerhalt ist seit Wochen in trockenen Tüchern, der Kader für die neue Saison steht längst, das letzte Heimspiel (32:30 gegen MT Melsungen) war ein voller Erfolg, und auch die Anzeichen verdichten sich, dass die HSG Wetzlar von der Handball-Bundesliga (HBL) die Lizenz für eine weitere Saison im Oberhaus erhält. Kein Grund zur Sorge also beim heimischen Erstligisten vor der letzten Partie dieser Spielzeit am Samstag um 16.30 Uhr in der Karlsruher Europahalle gegen die Rhein-Neckar Löwen? Natürlich nicht ganz, denn noch immer ist der Verein finanziell nicht ohne Probleme, sind die Vertragsmodalitäten mit Arena-Betreiber Gegenbauer beispielsweise noch nicht nach Wunsch geregelt und die pünktliche Überweisung der Spielergehälter ist ein nicht immer zu realisierendes Ziel.

Zwar wollte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann gestern nach der Sitzung der Lizenzierungskommission (Mittwoch) in Sachen Lizenz noch keine Stellungnahme abgeben, HSG-Geschäftsführer Sascha Schnobrich ließ er aber wissen, in welche Richtung es geht. "Es sieht gut aus!", sagte der Wetzlarer, war aber auch zu keinem weiteren Statement bereit. In den nächsten Tagen soll eine Mitteilung der HSG die letzten Zweifel ausräumen.

Schnobrich hatte bereits am Mittwoch vor der entscheidenden Sitzung gesagt: "Ich mache mir keine Sorgen und rechne fest damit, dass wir die Lizenz jetzt erhalten". Die Frist zum "Nachbessern" für die drei "Wackelkandidaten" Wetzlar, GWD Minden und den VfL Gummersbach endet heute. "Ich bin sehr gelassen, was diese Entscheidung angeht", sagte Schnobrich zuletzt.

Gelassen ist wohl auch das richtige Wort, um die Gefühlslage von HSG-Trainer Michael Roth vor dem letzten Duell der Spielzeit zu beschreiben. "Unsere Akkus sind leer, aber wir wollen trotzdem alle Kräfte mobilisieren und die Löwen ein bisschen nervös machen", sagt Roth, der in Karlsruhe wieder auf Rückraumspieler Alois Mraz zurückgreifen kann. Der Allrounder hatte zuletzt gegen Melsungen wegen einer Magen-Darm-Grippe nicht zur Verfügung gestanden. Einen Einsatz von Peter Jungwirth, der noch an den Folgen seines Bänderrisses laboriert, wird der Coach aber wohl nicht riskieren. Auch Newcomer Lukas Loh kann am Samstag nicht mitwirken. Da der 21-jährige Akteur aus der Oberligamannschaft keinen Bundesligavertrag besitzt, durfte er nur zwei Partien im Oberhaus bestreiten.

Für seine couragierten Auftritte beim TV Großwallstadt und gegen Melsungen soll der Münchholzhausener aber demnächst – genau wie Christian Rompf, der damit dem Oberligisten TSF Heuchelheim nicht mehr zur Verfügung stehen wird – für die neue Saison einen Profivertrag erhalten.

Um mehr als um ein "ordentliches Spiel" (Roth) geht es für den samstäglichen Gegner. Die Rhein-Neckar Löwen, die vor wenigen Tagen die Vertragsverlängerung von Linksaußen Uwe Gensheimer (bis 2014) und den Transfer des serbischen Rückraumspielers Zarko Sesum vom ungarischen Topklub MKB Veszprém zum 1. Juli 2011 vermeldet haben, hoffen darauf, im Zweikampf mit Frisch Auf Göppingen den vierten Tabellenplatz zu erreichen und den damit verbundenen Sprung in die Qualifikation zur Champions League zu schaffen. Nach der Niederlage der Schwaben beim VfL Gummersbach am Mittwoch reicht den Löwen ein Sieg gegen Wetzlar. "Wenn wir Platz vier nicht schaffen, sind wir selbst schuld", sagte Löwen-Trainer Ola Lindgren der "Rheinpfalz". 19 Minuspunkte hat sich seine Mannschaft bisher eingefangen. Mindestens sieben davon waren wohl unnötig. Die Löwen leisteten sich bei einigen Höhen zu viele Tiefen.

"Wir sind aber insgesamt an die Großen herangekommen, auch wenn der Tabelle das nicht so wiedergibt", sagte Manager Thorsten Storm, der derzeit versucht, die Verträge mit Kreisläufer Bjarne Myrhol, Außenspieler Patrick Groetzki und "Kanonier" Karol Bielecki zu verlängern.

Im Tor der Löwen steht mit Slawomir Szmal am Samstag der Welthandballer des Jahres 2009. Der Torhüter hat das Votum mit 68,7 Prozent der Stimmen vor Nikola Karabatic (Montpellier HB) und Igor Vori (HSV Hamburg) gewonnen. Doch er ist natürlich nicht der einzige herausragende Akteur im Kader der Badener. Henning Fritz, Gensheimer, Oliver Roggisch, Siarhei Harbok, Olafur Stefansson, Andrej Klimovets – die Liste der Ausnahmespieler der Löwen ist lang, die Liste der Erfolge aber noch sehr kurz. Gerade vor diesem Hintergrund trifft die Aussage von HSG-Coach Roth wohl zu, der sagt: "Bei den Löwen ist nicht alles Gold, was glänzt". Diese Behauptung will er am Samstag wohl allzu gerne belegen.

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