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TV 05/07 HÜTTENBERG vor der neuen Saison der Handball-Oberliga der Frauen (hintere Reihe, von links): Louisa Eckhardt-Helmes, Fabienne Löffler, Maren Prüfer, Marlene Rühl, Melanie Isabel Braun, Laura Fischer, Albina Sutormin, Vanessa Seipp, Alina Rüspsler; vordere Reihe (von links): Trainer Thomas Wallendorf, Carmie Schneider, Luisa Heidt, Jannna Köhler, Antina Pauschert, Luisa Plutzas, Louisa Andermann, Klara Engel, Betreuerin Anke Müller. Es fehlen auf dem aktuellen Teambild: Lea Emmelius, Lisa Tietböhl und Ida Tietböhl.

Schnell in ruhige Fahrwasser

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Titelambitionen hegt das heimische Trio in der Handball-Oberliga der Frauen nicht. Den Status quo wollen die HSG Wettenberg, der TV 05/07 Hüttenberg und die HSG Lumdatal über die Saison 2019/20 hinaus aber erhalten.

Mit dem TV 05/07 Hüttenberg, der HSG Wettenberg und Aufsteiger HSG Lumdatal sind drei Mannschaften aus dem Raum Gießen in der Handball-Oberliga der Frauen aktiv. Nachdem es im letzten Jahr vor allem im Kampf um den Klassenverbleib spannend war, zeichnet sich auch in der neuen Saison ein sehr ausgeglichenes Klassement ab. Zu den Favoriten zählen die TSG Oberursel, der TuS Kriftel und die HSG Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden. Dahinter ist ein sehr ausgeglichenes Tabellenmittelfeld zu erwarten, das weit bis in untere Hälfte reicht. Hier werden acht bis zehn Mannschaften auf einem ähnlichen Niveau erwartet.

HSG Wettenberg

Christoph Fähler, der die Mannschaft erst im Dezember 2018 übernommen hatte, bleibt auch in der neuen Runde auf der Kommandobrücke. Den Klassenerhalt konnten die Wettenbergerinnen in einer ausgeglichenen Liga erst zwei Spiele vor Ende der letztjährigen Runde realisieren. Am Ende stand Platz sechs auf dem Tableau, "aber das war alles ganz eng", erinnert sich Fähler. "Da haben nur drei, vier Punkte den Ausschlag über Platz sechs oder den Abstieg gegeben."

Mit der Vorbereitung zeigt sich Fähler zufrieden, die abgerufenen Leistungen beim Hess-Pack-Cup mit Partien gegen die TSG Leihgestern und den TV Hüttenberg schmeckten ihm allerdings gar nicht. "Daraus müssen wir unsere Lehren ziehen. Es hat klar gezeigt, woran wir noch arbeiten müssen." Das große Plus der HSG ist die gewachsene und eingespielte Mannschaft. Aus der A-Jugend füllen mit Eva Schneider und Hadija Kerdi zwei Spielerinnen den Kader auf, die in der letzten Saison bereits mittrainiert hatten. Einziger Neuzugang ist Anna Krüger aus Kinzigtal, die ihr Studium in Gießen aufnimmt und als Linkshänderin den rechten Rückraum verstärkt. "Wir hoffen, dass wir in dieser Runde möglichst schnell Punkte sammeln und in ruhigere Fahrwasser gelangen, als das letztes Jahr der Fall war", so Fähler zur Zielsetzung. Eine Verbesserung ist in dem Sinne angedacht, dass - unabhängig von der Platzierung - mehr Punkte gesammelt werden. Fähler rechnet auch in diesem Jahr mit einer sehr ausgeglichenen Liga, in der es stark von der Tagesform abhängig ist, welche Mannschaft sich durchsetzt.

HSG Lumdatal

Nach nur einem Jahr in der Landesliga Mitte sind die Damen der HSG Lumdatal zurück in der Oberliga. Souverän sichere man sich den Meistertitel, obwohl eigentlich "nur" der Klassenerhalt als Ziel ausgegeben war. Eine kleine Veränderung gibt es bei den Lumdataler Damen auf der Trainerposition. Zu Michael Gilbert, der die Mannschaft vor der letzten Runde übernahm, gesellt sich Marcel Köhler. Der hatte die Truppe bereits im März 2018 nach der Trennung von Andreas Nau bis zum Saisonende betreut und weiß, was auf ihn zukommt.

Die HSG Lumdatal hat in der vergangenen Runde ungeplant eine perfekte Saison gespielt, sie konnte alle Partien für sich entscheiden und so wurde ohne einen Verlustpunkt die Meisterschaft erreicht. Für die Verantwortlichen und auch die Mannschaft war der Aufstieg "etwas überraschend", sie wollen sich aber sehr gerne der neuen Aufgabe stellen. "Wir wollen mit den bewährten Kräften ein Klasse höher bestehen", ist die Vorgabe des neuen Trainers Marcel Köhler.

Die HSG hat keine Abgänge zu verzeichnen, mit Ela Schuster aber eine alte Bekannte zurück in ihren Reihen. Nach drei Jahren in Marburg, in denen sie nach ihrer Babypause auch schon im Tor ausgeholfen hatte, konnte sie zu einer Rückkehr überzeugt werden. "Sie hat hier sonst immer im Feld gespielt, steht jetzt aber im Tor. Das ist ein Experiment", schmunzelt Köhler. Der Markt an Torhüterinnen ist im Mittelhessischen so gut wie leer gefegt und mit nur einer Torfrau, in diesem Fall Julia Olemotz, war diese Position bereits in der letzten Landesliga-Saison auf Kante genäht. "Das Ziel kann nur der Klassenerhalt sein." Es wird darauf ankommen, ob die HSG im Spiel ihre Leistung abrufen kann, um die Großen ein bisschen zu ärgern. Denn körperlich und athletisch sind die Lumdatalerinnen den meisten Gegnern unterlegen. "Dafür sind wir eingespielt und spielen schnell. Das ist unser Plus", so Köhler.

Alle Spielerinnen der Aufstiegsmannschaft schnüren auch in der neuen Saison wieder die Schuhe und bleiben dem Team erhalten. Somit konnte im Sommer der Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung der Mannschaft gelegt werden. "Wir haben uns in der Vorbereitung eine neue Abwehrvariante erarbeitet, dadurch können wir besser auf die bevorstehenden Aufgaben reagieren. Wir rechnen damit, dass wir in der Oberliga nicht mehr ganz so defensiv spielen können. Die gegnerischen Mannschaften haben durchaus einige Spielerinnen, die aus der zweiten Reihe sehr gefährlich sind. Ebenfalls haben wir einige Konzepte eingespielt, um im Angriff, wenn nötig, sichere Abläufe zu haben", so Marcel Köhler.

Zum Rundenauftakt am Samstag muss die HSG Lumdatal bei der TSG Oberursel antreten und im zweiten Spiel kommt die TGS Walldorf in die Rabenau. "Da haben wir direkt zwei der besten Mannschaften zu Beginn der Runde", so Marcel Köhler über den schwierigen Start in die neue Saison.

TV 05/07 Hüttenberg

Zum Ende der letzten Saison plagte sich der TVH mit etlichen Verletzungen herum, die teilweise in die neue Runde hineinreichen. "Da waren schon komische Sachen - wie zwei Brüche von kleinen Fingern - dabei", schmunzelt Trainer Thomas Wallendorf. Zudem musste Melanie Braun wegen ihrer Schwangerschaft aussteigen. Somit war der Oberligist auf Hilfe aus der zweiten Mannschaft angewiesen und hat das gut kompensiert. "Es ist trotzdem gut gelaufen. Ich war mit der letzten Saison alles in allem zufrieden." Die Mannschaft hatte in der letzten Saison einige junge Spielerinnen zu integrieren und sich im Verlauf der Runde noch gefestigt.

In dieser Serie steigen einige Leistungsträgerinnen wegen Auslandsaufenthalten (z. B. Lea Emmelius), aus Verletzungsgründen (Lisa Tietböhl, Maren Prüfer, Laura Fischer) oder Schwangerschaft erst später in den Spielbetrieb ein. Im aktuellen Kader gab es auch vorab einige Veränderungen. Rixa Hahn wechselte nach Kleenheim und wird dort nächste Saison versuchen, im Tor Akzente zu setzen. Sie wird in der neuen Spielzeit von der aus Eibelshausen nach Hüttenberg gewechselten Luisa Plutzas ersetzt. Der Rückraum wird mit Alina Rüspeler aus Wettenberg verstärkt und am Kreis will Verena Seipp (TV Hüttenberg II) sich weiterentwickeln. Nicht mehr zur Verfügung stehen Melanie Braun, sie befindet sich aktuell in der Babypause, und Johanna Müller, die nach Dutenhofen in die Landesliga gewechselt ist.

Trainer Wallendorfs Zielsetzung ist die Verbesserung um einen Platz zur Vorsaison, das wäre dann der vierte Rang. Aber auch eine Bestätigung wäre ein gutes Ergebnis, da die Mannschaft vorhersehbar durch Auslandsaufenthalte gebeutelt ist. Wallendorf zählt Eintracht Böddiger, TuS Kriftel und TGB Darmstadt zu den Titelfavoriten.

Mit der Vorbereitung ist Wallendorf zufrieden. Bei einem Turnier im Saarland wurde ebenso wie beim heimischen Hess-Pack-Turnier der Sieg errungen. So konstant wie die Platzierungen waren, so inkonstant waren die Mannschaftsaufstellungen. Es herrschte in der Vorbereitung ein munteres durchwechseln im Team der Hüttenberger Oberliga-Damen. Auslandsaufenthalte, Verletzungen und auch die Urlaubszeit machten es dem Team äußerst schwer, sich optimal aufeinander einstellen zu können. "Die Mädels haben aber gut mitgezogen."

Durch die Hochzeit von Luisa Eckhardt-Helmes wurde das erste Spiel gegen Bensheim/Auerbach II in den Oktober verlegt. Daher hat Wallendorf noch ein wenig länger Zeit, seine Mannschaft auf die Saison vorzubereiten. "Wir haben einige neue Dinge in Abwehr und Angriff erarbeitet und Luisa Plutzas hat im Tor bereits gezeigt, dass sie uns weiterhelfen kann. Somit haben wir wieder ein gutes Torhütergespann, das sich noch einspielt. Wir sind gut aufgestellt, und hoffen, dass wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben.

TV Hüttenberg I

Zugänge:Luisa Plutzas (HSG Eibelshausen/Ewersbach), Alina Rüspeler, Klara Engel (beide HSG Wettenberg), Verena Seipp (2. Mannschaft).

Abgänge:Melanie Braun (Babypause), Johanna Müller (HSG Dutenhofen/Münchholzhausen), Rixa Hahn (HSG Kleenheim), Sasha Müller (TSG Oberursel).

Aufgebot/ Tor: Janina Köhler , Luisa Plutzas. - Rückraum: Antina Pauschert, Louisa Althenn (Eckhardt-Helmes), Lea Emmelius, Alina Rüspeler, Fabienne Löffler, Laura Fischer, Carmie Schneider, Maren Prüfer, Lisa Tietböhl. - Kreis: Marlene Rühl, Klara Engel, Verena Seipp. - Außen: Albina Sutormin, Ida Tietböhl, Luisa Heidt, Louisa Andermann. - Trainer: Thomas Wallendorf.

HSG Wettenberg

Zugänge:Eva Schneider, Hadija Kerdi (beide eigene Jugend).

Abgänge:Keine.

Aufgebot/ Tor: Anna Lena Habermehl, Tania Rinn, Sina Hohl. - Rückraum: Larissa Goncalves, Theresa Pohl, Rena Münch, Tanja Tröller, Janine Tafferner, Katja Schön, Eva Schneider, Lea Wingefeld. - Kreis: Svenja Pohl, Stephanie Schön. - Außen: Toni Schuldt, Hadija Kerdi, Anna Schwab, Katharina Till, Franziska Till. - Trainer: Christoph Fähler.

HSG Lumdatal

Zugänge:Ela Schuster (HSG Marburg).

Abgänge:Keine.

Aufgebot/ Tor: Julia Olemotz, Ela Schuster, Lea Schön. - Rückraum: Pia Cybulski, Nina Hasenkamp, Madeleine Müller, Selina Sauer, Hanna Schmidt, Katharina Smajek. - Kreis: Sibell Althen, Franziska Müller, Leona Parma. - Außen: Lea Christina Bulling, Carolin Elmshäuser, Anna-Marie Fuhr, Doreen Schlapp. - Trainer: Marcel Köhler.

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