Schmitt verhindert ein noch größeres Debakel für FSV

(kus) Man kann es auch positiv sehen: Es hätte noch schlimmer für den FSV Fernwald kommen können. "Mit dem 0:5 sind wir dank Sven Schmitt noch gut bedient", gab Daniyel Bulut, der Trainer des Fußball-Hessenligisten FSV Fernwald, hinterher zu. In der Tat: Torhüter Schmitt bewahrte den FSV am Samstag mit einigen Klasse-Paraden in Eins-gegen-eins-Duellen vor einer noch höheren Pleite. Richtig viel Arbeit bekam der Keeper gegen die spielerisch und läuferisch starke Drittliga-Reserve von Kickers Offenbach aber erst in der letzten halben Stunde.

(kus) Man kann es auch positiv sehen: Es hätte noch schlimmer für den FSV Fernwald kommen können. "Mit dem 0:5 sind wir dank Sven Schmitt noch gut bedient", gab Daniyel Bulut, der Trainer des Fußball-Hessenligisten FSV Fernwald, hinterher zu. In der Tat: Torhüter Schmitt bewahrte den FSV am Samstag mit einigen Klasse-Paraden in Eins-gegen-eins-Duellen vor einer noch höheren Pleite. Richtig viel Arbeit bekam der Keeper gegen die spielerisch und läuferisch starke Drittliga-Reserve von Kickers Offenbach aber erst in der letzten halben Stunde, als die Steinbacher angesichts eines 0:2-Rückstands in Unterzahl versuchten, das Spiel zu drehen - dieser Schuss ging nach hinten los, und am Ende steht für den FSV zwar eine absolut verdiente Niederlage, die ihren Anfang aber in zwei umstrittenen Entscheidungen von Schiedsrichter Andreas Weichert (Heppenheim) hatte.

Der Unparteiische verhängte gegen die Gastgeber in der 23. und in der 55. Minute jeweils Foulelfmeter, die zumindest in die Kategorie "zweifelhaft" fielen. Der OFC nutzte diese Chancen konsequent durch Andre Reinhard und Zahit Findik und ließ später durch weitere Treffer von Antonio Ljubic (78.), Renato Tusha (81.) und Jannik Sommer (90.) die Fernwälder Fußballer am Ende wie verprügelte Jungs vom Platz schleichen.

"Wir sind im Spiel nach vorne einfach viel zu harmlos", sprach der sichtlich geknickte Bulut einen entscheidenden Punkt an diesem nasskalten und aus FSV-Sicht äußerst trüben Nachmittag an. Offenbachs Torhüter Sören Struss konnte sich jedenfalls prima von der aufreibenden Anreise erholen. Die rund 60 km kurze Fahrt nach Fernwald dürfte für ihn viel anstrengender gewesen sein als die Begegnung. Nach Aussage von Offenbachs Trainer Jürgen Baier blieb erst der Mannschaftsbus des OFC wegen eine Panne liegen, der Ersatzbus hatte nur 16 Sitze und war damit für das Team und seine Betreuer zu klein und zu guter Letzt verfuhr sich der Fahrer auf dem Weg nach Steinbach auch noch. "Bei uns ist heute alles schief gelaufen", meinte Baier deshalb in der öffentlichen Pressekonferenz scheinbar bierernst.

Er erntete reichlich Widerspruch, grinste und erinnerte daran, dass zwei Spieler seines Teams auch noch mit falschen Trikots (ihre Rückennummer stimmte jeweils nicht mit der auf der Hose und der auf dem Spielbericht überein) aufliefen. Schwamm drüber.

Baier, ein Mann der klaren Ansprache, hatte jedenfalls nur selten Grund, mit seinen Abwehrspielern zu schimpfen. Viel zu selten gelang es der Bulut-Truppe, Angriffe bis zum Ende auszuspielen. Spätestens 20 Metern vor dem gegnerischen Tor endeten die meisten Offensivaktionen mit einem Fehler. Auch bei Standardsituationen erwies sich der FSV als äußerst harmlos. Auf der anderen Seite präsentierten sich die Fernwälder nach einer fünfminütigen Orientierungsphase aber im Mittelfeld und in der Defensive sehr diszipliniert. Die Vierer-Kette um Organisator Michael Bodnar stand zunächst sicher gegen die schnellen Kickers-Spitzen. So verlebte auch FSV-Torhüter Schmitt eine ruhige erste Hälfte. Lediglich nach einem Eckstoß in der 21. Minute musste er gegen Kai Hesse parieren, beim 0:1 durch den präzise getretenen Elfmeter von Reinhard (23.) war er chancenlos. Allerdings war die Entscheidung des Schiedsrichters umstritten gewesen.

"Ich spiele erst den Ball, und dann fällt er über meine Beine", schilderte FSV-Mittelfeldmann Daniel Erben die Abwehraktion gegen Tusha, die zum Strafstoß führte. Weichert wartete auch recht lange, ehe er pfiff und dem vermeintlichen Übeltäter auch noch Gelb zeigte. Nach einem tatsächlich gelbwürdigen Foul war für Erben die Begegnung nach der "Ampelkarte" (36.) wenig später beendet - und damit, fürchtete zumindest die Mehrheit der FSV-Anhänger unter den nur 100 Zuschauern, auch für die Mannschaft.

Doch überraschenderweise wurden die Steinbacher nach der Pause etwas gefährlicher. Das lag daran, dass der FSV mehr riskierte und zumindest mit zwei guten Möglichkeiten belohnt wurde: Zunächst war es Domenico Di Rosa, der nur drei Minuten nach Wiederbeginn nach einem feinen Anspiel von Sven Ehser aus kurzer Distanz an Struss scheiterte. Der Kickers-Keeper parierte wenig später auch noch ein zweites Mal klasse gegen Ahmet Marankoz (55.). In der Folge boten sich den Gästen mehrfach Konterchancen, die sich auch deshalb ergaben, weil Bulut den auffälligen Außenverteidiger Volkan Öztürk vom Feld nahm und in Daniel Beck einen weiteren Stürmer brachte. Für den nächsten Aufreger sorgte aber Weichert, als er den zweiten umstrittenen Foulelfmeter für den OFC gab, nachdem Di Rosa den 60 Sekunden zuvor eingewechselten Sommer attackiert hatte.

Findik traf sicher zum 2:0 für die Gäste. Nach dem dritten Kickers-Treffer durch Ljubic (78.) war die Begegnung für den FSV gelaufen - aber noch nicht vorbei: Tusha (81.) sorgte für das 0:4. Und obwohl Bulut durch die Einwechslung von Julian Buss aus der Dreier- wieder eine Viererkette machte, um ein noch größeres Debakel zu verhindern, gelang Sommer noch das 0:5 aus FSV-Sicht. Der steht am Samstag vor der nächsten schweren Aufgabe: Fernwald gastiert dann beim ungeschlagenen Spitzenreiter Bayern Alzenau. "Viel schlimmer als gegen Offenbach", sagt Bulut, "kann es dort eigentlich nicht werden."

Fernwald: Schmitt; Gashi, Bodnar, Öztürk (69. Beck), Erben, Völk, Di Rosa (81. Buss), Ehser, Pintaric, Golafra (61. Damar), Marankoz.

Offenbach II: Struss; Hörst, Cholewa (ab 61. Mitic), Reinhard, Saletnik, Sternheimer, Tusha, Ljubic (86. Kuru), Findik, Hesse, Fiorentino (70. Sommer).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Weichert (Heppenheim). - Zuschauer: 100. - Tore: 0:1 (23.) Reinhard (FE), 0:2 (71.) Findik (FE), 0:3 (78.) Ljubic, 0:4 (81.) Tusha, 0:5 (90.) Sommer. - Gelbe Karten: Erben Ehser, Bodnar, Gashi. - Gelb-Rote Karte: Erben (36., wiederholtes Foulspiel).

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