Schmidtmeisters meisterlich bei der Rallye Horlofftal

(fz) Das Wetter-Hoch »Achim« bescherte der heimischen Rallyeszene gleich in mehrfacher Hinsicht ein »Hoch«. 3000 Zuschauer erlebten bei der 1. ADAC Rallye Horlofftal spannenden Motorsport, bei dem sich die Lokalmatadoren Markus und Thomas Schmidtmeister überlegen durchsetzten.

Nach der Absage der ADAC Limes Rallye waren die »Nachbarn« vom MSC Horlofftal eingesprungen und sicherten mit einer vorbildlichen Veranstaltung den Erhalt der mittelhessischen Rallyetradition.

Im Unterschied zur »Limes« hatten die Horlofftaler bewusst nicht drei verschiedene Wertungsprüfungen ausgewählt, sondern einen Kurs, der dreimal zu bestreiten war. »Kompaktheit« – sowohl zeitlich wie räumlich (alle Zuschauerpunkte zu Fuß zu erreichen) und Schonung für die Umwelt – hieß die Losung der Rallye. Wie schon im Juni beim Treckertreffen des Motorsportclubs Horlofftal bewährte sich die Bahnhofstraße im Hungener Ortsteil Villingen als »Fahrerlager«.

Die zehn Kilometer aus Feldwegen (Rundkurs am Ortsrand Villingen mit Anschluss bis zum zu Laubach-Ruppertsburg gehörenden Henriettenhof) und Landstraße (von Ruppertsburg nach Villingen) waren ausgesprochen schnell, was darum auch Siegchancen für Nicht-Allradler bedeutete. Als beste »Quattros« (und zweitbestes heimisches Team) reihten sich schließlich Alexander Roth/Florian Jäger (Laubach) auf Rang sechs ein.

Ein Schotterstück machte zwar nur ein paar hundert Meter aus, hatte es aber in sich. In einer Bergabpassage galt es, Fahrzeugbeherrschung auf ausgesprochen »losem Schotter« zu zeigen. Die Rallye blieb indes unfallfrei. Elf von 44 Teams schieden ausschließlich aus technischen Gründen aus.

Das Brüderpaar Markus und Thomas Schmidtmeister gewann alle drei WPs und sorgte sozusagen gleich für mehrere Heimsiege: Die beiden stammen aus Ruppertsburg, und Tuner ihres BMW M3 ist Markus Moufang vom MSC Horlofftal. Übrigens: Markus Schmidtmeister ist zwar stets ein Siegkandidat, hat auch schon mit drei verschiedenen Beifahrern gewonnen, aber am Samstag erstmals mit Bruder Thomas!

Neben Gesamt- und Klassensiegen sorgte die VW-Wertung noch für erhebliche Spannung. Rallye-Initiator Andreas Paul hatte 500 Euro Siegprämie für den besten »Wolfsburger« ausgelobt. In den Wettstreit zweier Nordhessen konnten heimische Teams aber nicht eingreifen.

Nico Leschhorn (Hungen) nutzte vor seinem WM-Debüt bei der Rallye Deutschland die Veranstaltung, um verschiedene Fahrwerkseinstellungen für die Mosel-Weinberge und die »Panzerplatte« Baumholder zu probieren. »Auf Gesamtsieg will ich gar nicht erst fahren.« Gleiches galt für Vater Ronald (ROMO Motorsport), der das Einsatzfahrzeug von Georg Berlandy (Bingen) für die WM einstellte. Zwischendurch nahm Hungens Bürgermeister Rainer Wengorsch auf dem »heißen Sitz« neben Leschhorn Platz.

»Absolut anspruchsvoll« und »Spaß in Reinkultur«, lautete stellvertretend für viele der Kommentar von Lothar Köhler (Laubach, 1970er Opel Kadett C Coupé, »Legenden«-Wertung) zum Niveau der 1. ADAC Rallye Horlofftal. Streckensprecher Rolf Moll (Hungen): »Vollauf gelungene Veranstaltung! Besonders gut hat die Zusammenarbeit der verschiedenen Clubs gelungen.« Außer Horlofftal waren dies vor allem der AMSC Pohlheim und der AC Schlitz, die viele Helfer stellten.

Die Anregung zur Rallye war vom Villinger Andreas Paul auf der Mitgliederversammlung des MSC Horlofftal gekommen, nachdem die Limes-Rallye abgesagt worden war. Die Horlofftaler haben selbst eine große Offroad-Tradition, vom generationenumspannenden Namen Moufang, über den aktuellen deutschen Rallyemeister (Division 6) Dirk Klemund bis hin zum Vereinsvorsitzenden Manfred Möll, der als Co-Pilot von Rüdiger Hahn 1986 Platz 19 im Gesamtergebnis der Rallye Monte Carlo holte.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare