Turgay Schmidt am Dienstag auf der Pressekonferenz im VIP-Zelt des Waldstadions. FOTO: SNO
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Turgay Schmidt am Dienstag auf der Pressekonferenz im VIP-Zelt des Waldstadions. FOTO: SNO

Schmidt alleiniger Chef

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Paukenschlag beim FC Gießen: Der gesamte Vorstand tritt zurück, der vom Amtsgericht bestellte Rechtsanwalt Turgay Schmidt wird "allein- verantwortlicher Vorstand" des heimischen Fußball- Regionalligisten.

Kein Notvorstand, sondern alleiniger Vorstand: Nachdem der FC Gießen beim Amtsgericht die Bestellung eines Notvorstandes beantragt hat und der Pohlheimer Rechtsanwalt Turgay Schmidt zur Verfügung stand, zog sich der gesamte restliche Vorstand des FC zurück. Übrig bleibt nun Anwalt Schmidt, der ab sofort "alleinverantwortlicher Vorstand" ist und den Fußball-Regionalligisten vertritt.

Mit Wirkung vom 6. Oktober rutschte Turgay Schmidt in diese Position, erklärte er am gestrigen Abend auf der Pressekonferenz im VIP-Zelt des Gießener Waldstadions. Schmidt führt nun "alle Aufgaben eines Vorstandes ab sofort alleine. Aber natürlich muss ich mit den Personen sprechen. Zuletzt konnte ja nicht mal ein Vertrag unterschrieben oder eine Überweisung getätigt werden. Ich muss mir jetzt einen Überblick verschaffen und versuche, den Verein in ruhigere Fahrwasser zu führen."

Beendet sei seine Tätigkeit beim FC Gießen, wenn alle Voraussetzungen für eine Neuwahl geschaffen seien. Wann dies möglich sei, könne jetzt noch "überhaupt nicht gesagt werden. Dazu fehlen mir jegliche Informationen".

Der gesamte noch übrig gebliebene Vorstand, also auch der 2. Vorsitzende Thilo Harnisch, die Abteilungsleiter Fußball, Andreas Heller und Moritz Schmandt, sowie die Besitzer, tritt zurück.

Schmidt hatte die Position, bestellt durch das Amtsgericht, bereits einst bei Blau-Weiß Gießen ausgeführt, übt dieses Amt aktuell auch beim Gießener SV aus.

Wie es um die neuen "Machtverhältnisse" bestellt ist, zeigte eine Situation auf der Pressekonferenz: Markus Haupt, Geschäftsführer der "FCG Offensive GmbH", wurde von einem Journalisten angesprochen und fragte prompt Richtung Turgay Schmidt: "Darf ich?"

Er durfte und sagte: "In der Vorstandssitzung wurde klar, dass niemand aus dem gewählten Vorstand in den geschäftsführenden Vorstand möchte. Also war klar, dass wir den Weg über das Amtsgericht gehen. Die GmbH ist seit letzter Woche informiert. Es ist die sinnvollste Entscheidung."

Vor einem Monat trat FC-Vorsitzender Dominik Fischer ebenso wie schon rund ein Jahr zuvor sein Vater Jörg Fischer (als Geschäftsführer) von seinem Posten zurück. Kurz darauf folgten die Rücktritte der beiden Rechner Alexander Schmandt und Daniela Wolff. "Es ist schwierig für die restlichen Vorstandsmitglieder, wenn die Spitze wegbricht und man die Gründe nicht kennt", erklärte Turgay Schmidt. Seit Mitte September war der Verein rechtlich handlungsunfähig.

Auf die sportliche Situation, so Schmidt, soll all das keinen Einfluss haben. Der FC Gießen, in der Regionalliga Südwest derzeit Tabellen-20., gastiert am Mittwochabend (19 Uhr) beim FC Astoria Walldorf, der seinerseits selbst auf Rang 18 liegt.

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