Schmandt-Truppe steht brutal unter Druck

(vk/mro) Das 20:29 gegen den TV Jahn Duderstadt am vergangenen Sonntag in Oberkleen hat die Probleme von Schlusslicht SG Kleenheim schonungslos offen gelegt. Nicht anders ist die Situation für den Tabellenletzten vor der Partie in der 3. Handball-Liga Ost am Sonntag um 17 Uhr beim Dessau-Roßlauer HV (21:13).

Dort einen Sieg zu erwarten, wäre vermessen. Diesen Luxus hat die HSG Pohlheim indes nicht. Die Truppe von Trainer Horst Günter Schmandt steht am Wochenende brutal unter Druck. Gegen Zweitligaabsteiger HSC Aschersleben Alligators zählt am Samstag in der Sporthalle Holzheim (20 Uhr) nur ein Sieg.

HSG Pohlheim – HSC Aschersleben Alligators (Samstag, 20 Uhr/Sporthalle Holzheim): Das hatten sich Mannschaft und Trainer der HSG am vergangenen Wochenende anders vorgestellt. Man war mit dem Anspruch in den Taunus gefahren, Zählbares mit nach Hause zu nehmen. Dieses Vorhaben ist aber mit der 18:28-Klatsche bei der TSG Münster misslungen. Jetzt müssen am Samstag Punkte her, um nicht schon nach etwas mehr als der Hälfte der Saison im Kampf um den Klassenerhalt vorentscheidend an Boden zu verlieren. Aschersleben steht in der Tabelle nach Minuspunkten gleich, aber, mit einem ausgetragenen Spiel mehr, direkt vor den "Blau-Weißen". Auch deren Start ins neue Jahr verlief nicht optimal. Zwar konnte man Münster zu Hause mit 29:27 besiegen und damit wichtige Punkte einfahren, am vergangenen Wochenende musste man sich aber bei der ebenfalls gefährdeten SG LVB Leipzig mit 24:26 geschlagen geben.

Pohlheim indes muss dringend die Angriffsmisere, die in der ersten Halbzeit in Münster mit lediglich fünf erzielten Toren deutlich zutage getreten war, abstellen. Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass die Angriffsqoute mit weniger als 25 Toren pro Spiel zu gering ist. Nur Schlusslicht SG Kleenheim steht schlechter da. Auch bei der deutlichen 22:30-Niederlage im Hinspiel in Aschersleben verrannten sich die Pohlheimer zu oft in der offensiven Deckung.

Im Gegenzug heißt es, in der eigenen Defensive auf den Haupttorschützen, Rechtsaußen und Siebenmeterschütze Carsten Kommoß, sowie die beiden chilenischen Nationalspieler Emil und Erwin Feuchtmann zu achten, aber auch die gefährlichen Svajunas Kairis und Frank Seifert zu kontrollieren. Bei den Gästen hat vor einigen Wochen Miroslav Celic das Traineramt von Ronny Liesche übernommen. Der Serbe hat das Trainingspensum auf fünf Einheiten pro Woche erhöht. Ein deutliches Zeichen, um die bisher nicht erreichten Ansprüche nun doch noch einigermaßen zu realisieren.

Pohlheim wird am Samstag definitiv Rückraumspieler Christian Schäfer aufgrund seiner Fußverletzung fehlen, der Einsatz von Daniel Hirz ist ungewiss. "Wir haben uns auf keinen Fall aufgegeben. Spieler und Trainer sind optimistisch, dass wir uns für die erste Halbzeit in Münster rehabilitieren können", so Schmandt vor dem "Endspiel". Der Coach hofft auf die eigenen Anhänger. Gegen eines hätte der HSG-Coach nichts einzuwenden: Dass Aschersleben auch nach der Partie in Holzheim auswärts punktlos bleibt.

Dessau-Roßlauer HV – SG Kleenheim (Sonntag, 17 Uhr/Anhalt-Arena Dessau): Die 20:24-Vorrundenniederlage der Kleenheimer gegen Dessau-Roßlau war eines der besseren Spiele des Hessenmeisters. Die Gastgeber sind erstmals nach 50 Jahren in dieser Saison drittklassig, so dass man sich die direkte Wiederkehr in die 2. Liga auf die Fahnen geschrieben hat. Dieses Ziel kann man aber vermutlich bei acht bzw. neun Minuspunkten Rückstand auf den EHV Aue und den HSC Bad Neustadt wohl abschreiben. Offenbar aus diesem Grunde hat der Verein auch finanzielle Einbußen hinnehmen müssen und musste zwangsläufig abspecken. Im Januar wurden die Verträge mit Matthias Rudow und Steffen Fischer in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Der rechte Rückraumspieler Fischer wird sich dem TV Korschenbroich anschließen.

Kleenheims Trainer Walter Don, der derzeit an einer starken Halsentzündung leidet und so gut wie keine Stimme hat, warnt davor, die Hausherren wegen der geschilderten Vertragsauflösungen auf die leichte Schulter zu nehmen. "Unsere nächsten beiden Spiele sind ungemein schwer, wahrscheinlich schwerer als alle bisherigen Begegnungen", blickt Don nicht nur auf diese Partie, sondern auch auf das nächste Heimspiel am 3. Februar um 20 Uhr gegen Titelanwärter Aue. Dessau-Roßlau ist trotz der Entschlackung des Kaders in Aue mit 14 Spielern angetreten und hat den Favoriten bei der 30:31-Niederlage am Rande eines Punktverlustes gehabt. Mit dem linken Rückraumspieler Robert Lux (10/1) und Mittelmann Daniel Holtz (4) haben sich in dieser Partie zwei Aufbauspieler zu Torjägern aufgeschwungen. Enorm torgefährlich präsentierte sich auch der 21-jährige Chris-Richard Alisch im linken Rückraum. Mit Christian Schöne und Marcel Werner hat Dessaus Trainer Georgi Sviridenko zudem zwei Spieler aus der zweiten Mannschaft hochgezogen. Die Kleenheimer, die ohne Linkshänder Jörg Müller antreten werden, werden die lange Reise nach Sachsen-Anhalt mit zwei Kleinbussen und wenig Hoffnung antreten.

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