Schmandt-Truppe setzt einen Meilenstein

(pie) Zu guter Letzt hatte man in Holzheim nach dem Spiel fast mehr Probleme mit der Tontechnik, als die Handballer vorher mit ihrem Gegner. Als bei der angekündigten Pressekonferenz das schnurlose Mikrofon nicht mitspielte, musste man auf die gute alte "Schnurvariante" zurückgreifen, um HSG-Coach Horst-Günther Schmandt seine Analyse zu entlocken.

"Unser Ziel war es, dieses Spiel gegen einen Mitkonkurrenten zu gewinnen. Mit der Unterstützung unseres tollen Publikums haben wir das geschafft", verteilte Schmandt nach dem 29:22 (12:10)-Erfolg der HSG Pohlheim gegen die HG Köthen in der Staffel Ost der 3. Liga der Männer Komplimente an seine Truppe, die einen Meilenstein im Abstiegskampf gesetzt hatte.

Das Spiel begann recht holprig für die HSG, da die Gäste mit einer 4:2-Abwehr sowohl den in der Mitte spielenden David Billek wie auch Christian Schäfer auf Rückraumrechts zustellten. Die eigene 6:0-Abwehr stand dafür aber umso besser und zwang Köthen schon in den ersten zehn Minuten zu zwei Zeitspielaktionen. Allerdings machte sich in der Anfangsphase ein Manko der Pohlheimer bemerkbar: die mangelnde Durchschlagskraft im Überzahlspiel. Köthen verschob zu fünft was das Zeug hielt und überstand die erste Zeitstrafe ohne Gegentreffer. In der Folge wehrte HSG-Torwart Jan Wüst drei Bälle ab, die Abpraller landeten jedoch alle beim Gegner, und so gelang Köthen in der elften Minute die 4:3-Führung durch Frank Grohmann.

Eine erneute Zeitstrafe in der zwölften Minute nahmen die Schmandt-Jungs aber zum Anlass, durch Arne Rigterink mit 6:4 in Führung zu gehen. Köthen blieb aber dran und erzielte durch die guten Rückraumspieler immer wieder den Anschluss. Pohlheims Abwehr ließ noch zu viel zu, da Köthen durch das Auflösen der Außen die HSG-Abwehr durcheinanderwirbelte und so den Weg für den Rückraum frei machte. Folglich blieb es bis zum 9:9 in der 23. Minute eng. Nun hatte sich Pohlheim in der Abwehr aber gefangen, so dass es Köthen kaum noch gelang durchzudringen. Vier verworfene Bälle aufseiten der HG und schnelles Umschalten der HSG bescherte den Hausherren eine 12:10-Pausenführung.

Nach Wiederanpfiff kassierten die Gäste ihre nächste Zeitstrafe, aber statt den Vorsprung auszubauen, leistete sich die HSG Abspielfehler, zerrieb sich an der schnellen HG-Abwehr und kassierte folgerichtig in der 33. Minute das 12:12. In Gleichzahl fühlten sich die Pohlheimer deutlich wohler, legten einen Zahn zu und konnten sich innerhalb von drei Minuten auf 15:12 (Kevin Dannwolf) absetzen. Zwei weitere Zeitstrafen und das verletzungsbedingte Ausscheiden von Vilim Leskovec bei der HG ließ die Gäste dann endgültig beim 13:18 vorentscheidend ins Hintertreffen geraten.

Köthen ging die Luft aus, was sich vor allem in mangelnder Chancenverwertung - daran hatte aber auch HSG-Keeper Wüst seinen Anteil - bemerkbar machte. Der überharten Abwehrarbeit der Köthener war es geschuldet, dass man zudem fast ein Drittel der Spielzeit mit einem Mann weniger auf dem Feld stand. HG-Trainer Heinz Prokop stellte die kräftezehrende 4:2-Abwehr um, und brachte Pohlheim damit aber noch besser ins Spiel. Vorne kamen die Gastgeber immer mehr ins Rollen und so war es Sebastian Fay, der in der 50. Minute die erste Sieben-Tore-Führung (25:18) erzielte. Souverän brachten die Schmandt-Schützlinge diesen Vorsprung ins Ziel. Da störte es auch nicht, dass mit Dennis Weisel in der 57. Minute auch ein Pohlheimer mal eine Zeitstrafe absitzen musste. Den Schlusspunkt "legte" Kevin Dannwolf. Er klaute sich den Ball, marschierte alleine auf das gegnerische Tor zu, setzte zu einem gewaltigen Sprungwurf an, um den Ball dann am verdutzten Torwart vorbei über die Linie zu drehen. Ein schöner Abschluss und zwei wichtige Punkte.

HSG Pohlheim: Woesthoff, Wüst; Fay (7/2), Schäfer (1), Hofmann, Faulenbach (1), Benni Billek (4), David Billek (1), Kartak, Dannwolf (8), Weisel (1), Voss-Fels (3), Rigterink (2), Zufelde (1)

HG Köthen: Loske, Weber; Cieszynski (2), Brandt (4), Lescovec (1), Lux, Stojan (2), Wagner (1), Kreller (2), Uelsmann (3), Grohmann (7), Karl

Im Stenogramm: SR: Titze/Mücke. - Z: 450. - Zeitstr.: 2:18 Min. - Rot: Kreller (55./3x2). - Siebenmeter: 2/2:-/-.

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