Tischtennis

"Schleifer" geht

  • vonred Redaktion
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(httv). Helmut Hampl ohne Tischtennis ist genauso schwer vorstellbar wie Tischtennis ohne Helmut Hampl. Doch am 31. Dezember war sein letzter Arbeitstag vor dem Ruhestand.

Helmut Hampl war immer einer, der viel geschafft hat. 38 Jahre hat der Hesse als Trainer hinter sich: zunächst in verantwortlicher Position beim Hessischen Tischtennis-Verband (HTTV) sowie bei mehreren hessischen Klubs, in den letzten fünfeinhalb Jahren dann auch noch für den Deutschen Tischtennis-Bund, dessen Vorzeigeathleten Jörg Roßkopf, Timo Boll und Patrick Franziska Hampl bereits als Trainer des HTTV maßgeblich geprägt hatte.

Für all seine Schützlinge war er über Jahre hinweg viel mehr als nur ein Trainer, für viele auch eine Vaterfigur. Doch jetzt soll Schluss sein. Am 31. Dezember endete der Vertrag des 68-Jährigen mit dem Deutschen Tischtennis-Bund.

Der hochgewachsene Hesse, der als Spieler selbst zehn Jahre in der 1. Bundesliga bestritten hatte, ehe eine Knieverletzung das Ende seiner Laufbahn als Aktiver bedeutete, wechselte quasi über Nacht die Seiten und wurde Trainer. Mit derselben Leidenschaft, die den Menschen Hampl stets ausgezeichnet hat, mit derselben Disziplin und mit derselben Einsatzbereitschaft.

Helmut Hampl war immer ein Macher, einer, der 100 Prozent gibt. Oft auch Vordenker. Seiner Idee und Initiative war es zu verdanken, dass der TTV Gönnern, dessen Cheftrainer er damals war, mit sämtlichen Stars ins 170 Kilometer entfernte Höchst im Odenwald zog, damit ein 14-jähriger Junge, den Hampl in dieses Team integrieren wollte, weiter daheim leben und doch mit den internationalen Spitzenspielern trainieren konnte. Timo Boll zahlte es mit Zins und Zinseszins zurück, dank ihm und Hampl gewann der TTV Gönnern u. .a. 2005 die Champions League.

Stars entwickelt

Das Sichtungssystem, das Hampl beim Hessischen TTV installierte, trug bemerkenswerte Früchte. Mit Boll und Franziska folgten zwei absolute Weltklassespieler auf den früheren Doppel-Weltmeister Jörg Roßkopf, der zu jener ersten Gruppe junger Spieler zählte, mit denen Helmut Hampl, damals noch als Spielertrainer in der 2. Liga, arbeitete. Jener Jörg Roßkopf, der nach Abschluss seiner aktiven Karriere selbst die Seiten wechselte, Nationaltrainer wurde und seinen einstigen Ziehvater Hampl schließlich bat, ihn bei der Arbeit im DTTZ zu unterstützen.

Er will sich seine Zeit nun flexibler einteilen können, auch mal einen längeren Urlaub machen, mehr Zeit für die Familie haben, sagt Hampl, der mittlerweile Großvater ist und auch diese Rolle mit Begeisterung lebt.

Wer weiß, wie die Karriere von Stars wie Roßkopf, Boll und Franziska ohne den Mann verlaufen wäre, den manche ob seiner hohen Ansprüche, die letzten Reserven aus seinen Spielern herauszukitzeln, augenzwinkernd den "Schleifer" nannten? Seine Spieler, seine Vereine, aber auch die Fans haben Helmut Hampl viel zu verdanken.

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