Schiedsrichter verletzt raus

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(dpa). Filip Jicha war nach dem meisterlichen Auftritt des THW Kiel im kuriosen Bundesliga-Topspiel bei der TSV Hannover-Burgdorf voll des Lobes und freute sich über zwei "schöne Punkte". Mit dem 32:25 (18:13)-Sieg beim Verfolger hat der deutsche Handball-Rekordmeister einen beeindruckenden Start nach der EM-Pause hingelegt und im Titelkampf ein Statement abgegeben. Erster Verfolger der Kieler (34:8 Punkte) ist Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt (32:10), der am Sonntag das zweite Topspiel des 21. Spieltages gegen den SC Magdeburg mit 29:23 gewann.

In einer intensiven Partie hatten beide Teams jeweils einen Ausfall zu beklagen. Die Hausherren verloren schon vor der Pause Rechtsaußen Marius Steinhauser mit einer Bänderverletzung. Bei Magdeburg schied der aus Kiel geholte Isländer Gisli Kristjánsson mit einer Schulterverletzung aus.

Am Vortag hatte der THW vor knapp 10 000 Zuschauern den Angriff des Herausforderers aus Hannover, der mit 31:11 Punkten jetzt Dritter ist, locker abgewehrt. "Wir hatten keine wirkliche Chance auf einen Sieg", konstatierte TSV-Trainer Carlos Ortega. Das lag einerseits daran, dass Regisseur Morten Olsen und Deutschlands EM-Shootingstar Timo Kastening einen schwarzen Tag erwischten. Diese Ausfälle waren nicht zu kompensieren. "Er hatte heute kein glückliches Händchen", sagte Hannovers Sportlicher Leiter Sven-Sören Christophersen über Kastening. Der Rechtsaußen verwandelte nur einen von fünf Würfen.

Zum anderen lief der THW nach einem mühsamen Start ab Mitte der ersten Halbzeit zur Hochform auf und bewies fortan seine Titelreife. "Es hat alles gut geklappt: Abwehr, Gegenstöße, zweite Welle, Angriff", resümierte Kapitän Domagoj Duvnjak. Der kroatische EM-Zweite steuerte wie Kreisläufer Hendrik Pekeler und Rückraum-Ass Nikola Bilyk fünf Tore zum Erfolg bei und richtete danach eine unmissverständliche Kampfansage in Richtung der Konkurrenz: "Die EM ist vorbei, ab jetzt zählt nur noch Kiel!"

Das Team von der Förde ließ sich auch von einem kuriosen Zwischenfall nicht aus dem Rhythmus bringen. Schiedsrichter Robert Schulze musste das Spiel ab der 21. Minute alleine weiter leiten, nachdem sich sein Kollege Tobias Tönnies einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen hatte und nicht weitermachen konnte. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Christophersen und zollte Schulze Anerkennung: "Respekt, dass er das bis zum Ende so durchgezogen hat."

Zu diesem Zeitpunkt lag der THW bereits mit 11:7 in Führung, weil Hannover nach einer starken Anfangsphase zu viele Fehler machte und immer wieder am Kieler Torwart Niklas Landin scheiterte. Der Däne wehrte insgesamt 17 Würfe ab. "Niklas war überragend. Das hat alles leichter gemacht", lobte Duvnjak den Weltmeister.

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