Uli Schaus im Alter von 60 Jahren zurück im Tor

(goe/-) Diese Nachricht hat alle Handball-Interessierten am vergangenen Sonntag überrascht: Uli Schaus ist zurück im Tor. Der 60-Jährige will für den TLV Eichenzell in der Bezirksoberliga bis zum Ende der Saison das Tor sauber halten. Geplant hat Schaus, beruflich als Geschäftsführer eines großen Fudlaer Unternehmens tätig, sein Comeback nicht.

Im August des vergangenen Jahres stieg der ehemalige Erstliga-Keeper des TV 05/07 Hüttenberg ins Training der Eichenzeller Bezirksoberliga-Handballer ein, um sich ein wenig fit zu halten. Da er beruflich stark eingebunden ist, schafft er es alle ein bis zwei Wochen einmal ins Training.

"Ich habe festgestellt, dass es wichtig ist", meint der Ex-Bundesligaspieler. TLC-Coach Toni Aha und Abteilungsleiter Axel Sondermann kennen den 60-jährigen Eichenzeller schon seit vielen Jahren und sprachen ihn an, für den TLV aufzulaufen. In der vergangenen Woche ging dann alles ganz schnell. Der Pass wurde beantragt, sodass der Keeper am vergangenen Sonntag erstmals für die Eichenzeller auflaufen konnte. "Es hat schon noch ein bisschen gekribbelt. Wenn man trainiert, will man ja auch irgendwann spielen", erzählt Schaus, der sich beim TLV wohl fühlt. "Er ist sich nicht zu schade dafür, hier in Eichenzell zu spielen", freut sich Trainer Aha über die Verstärkung für sein Team: "Er ist schon eine Koryphäe und macht unseren zwei Torhütern noch richtig etwas vor."

Große Erwartungen oder Hoffnungen hat Schaus nicht: "Ziel ist es, dass es mir und allen anderen Spaß macht und wir gewinnen." Wichtig sei zunächst, dass sich die Mannschaft noch mehr finde, da sie häufig in veränderten Besetzungen spielen musste. Er selbst will so lange wie möglich im Tor des Bezirksoberligisten stehen. "Ich will, solange die Knochen mitmachen, spielen", berichtet Schaus, dessen erstes Spiel für den Tabellenvorletzten gegen den aktuellen Spitzenreiter HSG Vulkan Vogelsberg mit 25:26 verloren ging.

Schaus war vor seinem Comeback gegen Vulkan letztmals vor eineinhalb Jahren aktiv und spielte bis dahin beim TV Gelnhausen, wo er mit Unterbrechungen 20 Jahre seiner Laufbahn verbrachte. Von der Bezirksliga B bis zur 2. Liga und von der ersten bis zur dritten Mannschaft durchlebte er beim TVG Höhen und Tiefen. Höhepunkte seiner Karriere waren die Einsätze in der deutschen Nationalmannschaft sowie die vier Jahre in der 1. Liga, in der er für den TVH und TuRu Düsseldorf zwischen den Pfosten stand. In Hüttenberg trieb er mit spektakulären Paraden die Gegner immer wieder zur Verzweiflung. Dies soll ihm nun in Eichenzell auch gelingen.

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