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In wenigen Tagen startet für die RSG Gießen Biehler die Rad-Bundesliga der Frauen. FOTO DIE

Saisonstart an Himmelfahrt

  • vonStephan Dietel
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(die). Vorausschauend zu planen, in einer Zeit, in der die Corona-Pandemie immer wieder neue Situationen schafft und kurzfristiges Handeln verlangt, erscheint schwierig. Für die RSG Gießen steht vorausschauendes Agieren in vielerlei Hinsicht voll im Fokus.

»Momentan sieht es so aus, als ob dieses Jahr noch einmal so eine Art Übergangssaison zu der dann hoffentlich wieder vollständigen nächsten Saison wird. Planungstechnisch sind wir schon in 2022«, sagt Christian Müller. Gemeinsam mit Sebastian Ventker führt der Sportliche Leiter des RSG Gießen Biehler Women Cycling Team die Mannschaft in der Frauen-Radbundesliga im zweiten Jahr.

Ohne die ersten Rennen der - zumindest theoretisch - seit wenigen Wochen laufenden Saison, sind es gerade nicht die logistischen Aufgaben, wie die Reisen zu den Rennorten, Abläufe vor Ort und die Tak-tik für den Wettkampf, die zu den Aufgaben der Sportlichen Leiter zählen. Sie bauen das Team auf - für dieses Jahr und darüber hinaus.

»Wir wollen einfach den Weg weitergehen, den wir angefangen haben«, sagt Müller. Auf ein neues Trikotdesign und den neuen Teamnamen im vergangenen Jahr folgt dieses Jahr noch das passende Teamfahrzeug. Und man möchte sich mehr im Bahnradsport zeigen.

Durch neue Ziele entwickeln die Gießener immer wieder frische Motivation und Anreize. Das hilft auch im Umgang mit dem derzeit sehr lückenhaften Rennkalender und der fehlenden Planbarkeit von eventuell anstehenden Renneinsätzen. Auch hier agiert das Team vorausschauend und mit einem mentalen Kniff: Man trainiert für die Wettbewerbe, die derzeit im Terminkalender stehen. »Finden sie dann doch nicht statt, hast du bis dahin trotzdem trainiert«, schildert der Sportliche Leiter die Trainingspraxis. Es sei trotzdem nicht leicht, diese Rückschläge zu verkraften.

Aber es gibt dieser Tage auch echte Stimmungsaufheller für die RSG Gießen: Ihre Bewerbung für die Lotto Thüringen Ladies Tour war erfolgreich. Vom 25. bis 30. Mai geht es mit 16 weiteren Teams über sechs Etappen durch Thüringen. Eine erste Standortbestimmung könnten die Gießenerinnen dann vom Auftakt der Radbundesliga mitbringen: Am 13. Mai, zu Christi Himmelfahrt, soll der Auftakt der »Müller - Die lila Logistik Rad-Bundesliga« im Rahmen der 33. Main-Spessart-Rundfahrt in Karbach stattfinden. Die Ausschreibung ist jetzt veröffentlicht worden und das Hygienekonzept des Ausrichters soll das Rennen laut Bund Deutscher Radfahrer tatsächlich möglich machen.

Die RSG Gießen gewann im Vorjahr die Mannschaftswertung der Frauen-Radbundesliga und hatte mit Einzelsiegerin Lydia Ventker sowie Helena Bieber auf Platz fünf und Adelheid Schütz auf Rang zehn gleich drei Fahrerinnen in den Top Ten der Gesamtwertung. Die Fahrerinnen brennen auf den Beginn der Saison, weiß Müller, der oft selbst mit dem Rad im Training dabei ist.

Auf der Radrennbahn in Darmstadt hat ein Teil des Teams dieses Jahr auch schon unzählige Runden gedreht, denn auf der Bahn möchte man sich noch mehr zeigen: Das Wertungsrennen der Radbundesliga und die deutsche Bahnmeisterschaft, mit Blick auf die Einer-Verfolgung oder das Punktefahren, wollen sie deutlicher in ihr Programm einbauen, sagt Müller.

Die DM auf der Straße und im Einzelfahren zählt sowieso schon jedes Jahr dazu. Das Mannschaftszeitfahren in Genthin wurde 2020 gewonnen. Ganz neu hinzukommen wird ein Wertungslauf der Frauen-Radbundesliga mit einem Kriteriumsrennen nach Punkten beim Radrennen »Rund um das Stadttheater« in Gießen. Für das Biehler-Team ein Heimrennen - »da wird es keine Motivationsprobleme geben«, fügt Müller hinzu.

Das Saisonfinale der Rad-Bundesliga steigt dann erstmals Ende September mit drei Etappen im Rahmen des Riderman, freut sich Müller: »Als ich das erfahren habe, hatte ich wirklich ein breites Grinsen im Gesicht. Ich war schon oft beim Riderman selbst am Start und kenne den Organisator Rik Sauser gut. Es gibt in Deutschland wohl kaum ein Rennen, welches so attraktiv und perfekt organisiert ist, und ich freue mich, dass wir diese Plattform bekommen.«

Vielleicht wird es der gelungene Abschluss von mehr als einer Übergangssaison. »Wir hoffen, dass die Rennen stattfinden, und ziehen dann voll durch«, schließt Christian Müller seinen aktuellen Lagebericht. Das Team der RSG Gießen Biehler hat für 2021 folgendes Aussehen: Bianca Bernhard, Helena Bieber, Aline Bruchmeier (Neuzugang), Katharina Fox (Neuzugang), Amelie Hild, Adelheid Schütz, Diana Steffenhagen, Stefanie Paul, Maxie Rathmann, Lydia Ventker.

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