+
Gut gelaunt geht das Turnteam Linden in die neue Saison (hintere Reihe, von links) Ferdinand Jelli, Moritz Weber, Vadim Frick, Axel Quist, Tim Pfeiffer, Kay Drescher; vorn (v. l.) Christian Hambüchen, Harry Owen, Lasse Gauch, Ha van Duc, Yumito Nishiuara. Zur Mannschaft gehören außerdem Till Schäller, Hannes Drescher, Jonas Stüdemann und Felix Röhn. (Foto: privat)

Saisonauftakt für Turnteam

(se/-) Saisonauftakt in der 2. Bundesliga der Kunstturner. An diesem Samstag (16 Uhr) erwartet der TV ´Großen-Linden in der Stadthalle den TSV Grötzingen aus Karlsruhe zum ersten Wettkampf in der neuen Klasse. Die Lindener hoffen auf eine volle Halle und darauf, dass die Mannschaft ihre selbst gesteckten Ziele erreichen kann.

Mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga haben die Kunstturner des TV Großen-Linden einen weiteren sportlichen Höhepunkt erreicht. Die Mannschaft hat die vergangene Saison in der 3. Liga mit dem zweiten Platz abgeschlossen, scheiterte in den Aufstiegswettkämpfen zwar, doch nach dem Rückzug des TuS Leopoldshöhe und des FC Bayern München wurden Plätze in der 2. Bundesliga frei. Der TV Großen-Linden erhielt eine entsprechende Anfrage und nahm das sportlich reizvolle Angebot an. Dabei kamen die Verantwortlichen überein, das "Wagnis 2. Liga" mit Eigenmitteln zu bestreiten. Einbezogen war der Förderverein mit Martin Weber und Tom ´Pfeiffer an der Spitze, die Trainer und Betreuer sowie – last, but not least – die Turner selbst. Vier Heimwettkämpfe werden die Lindener bestreiten und dreimal an Geräten in fremden Hallen turnen. Abgeschlossen wird die Saison am 6. Dezember, wenn die Turner aus Grünstadt (Pfalz) in der Stadthalle Linden antreten werden. Neben den genannten Vereinen gehören die KTG Heidelberg, der KTV Heilbronn, Eintracht Frankfurt, der KTV Koblenz und KTT Oberhausen der 2. Bundesliga Nord an.

Ziel war es, eine Mannschaft zusammenzustellen, die einerseits den finanziellen Rahmen nicht sprengt, andererseits nicht als "Söldnertruppe" empfunden wird. Mit dem Engländer Harry Owen ist die Ausländerposition in jeder Beziehung gut besetzt, auch wenn er in der vergangenen Saison nicht immer sein Potenzial zu 100 Prozent abrufen konnte. Zu Owen wurde ein zweiter Ausländer zum TV Großen-Linden geholt. Der Niederländer Alex Quist turnte in der vergangenen Saison für den TV Hösbach (3. Liga Nord) und hat schon seit Längerem Kontakt mit der Mannschaft. Gemeinsam mit Harry Owen besetzt Quist die Ausländerposition. "Pro Gerät kann nur ein Ausländer eingesetzt werden", berichtet Tom Pfeiffer. Beide ergänzen sich also.

Neu im Team ist Yumito Nishiura, der als Deutscher die Ausländerposition nicht blockiert. Nishiura ist ein Trainingskollege von Lasse Gauch und Ha van Duc, kommt also ebenfalls aus Schleswig-Holstein. Weitere Verstärkungen scheiterten entweder an "finanziellen Forderungen" oder schlicht daran, dass die betroffenen Verbände keine Freigabe erteilten. Dennoch sind die Verantwortlichen des Turnteams zuversichtlich, "die gute mannschaftliche Geschlossenheit und den Teamgeist zu erhalten".

In die Mannschaft eingebunden werden auch die Talente aus den eigenen Reihen wie Hannes Drescher, Tim Pfeiffer, Moritz Weber, Vadim Frick (Bild) und Felix Röhn. Mannschaftsführer bleibt Till Schäller, der nach Einschätzung von Tom Pfeiffer "im Umfeld der Mannschaft Hervorragendes geleistet hat und enorm stabilisierend auf das ganze Team einwirkt".

Topscorer der Mannschaft war in der vergangenen Saison Lasse Gauch, der für die deutschen Meisterschaften der Aktiven nominiert wurde und sich hier mit der deutschen Elite, darunter der Ausnahmeturner Fabian Hambüchen aus Wetzlar-Blasbach, misst. Zu den Stützen der Mannschaft zählen außerdem Ha van Duc, der sich im vergangenen Wettkampfjahr enorm gesteigert hat, und Jonas Stüdemann, der sich zwar aus beruflichen Gründen im Ausland aufhält, aber weiterhin zur Verfügung steht.

Dem Team zur Seite stehen die Betreuer/Trainer Ferdinand Jelli, der auch als Heimkampfrichter tätig ist und als technischer Berater fungiert, Christian Hambüchen (Bruder von Fabian), Trainer der Leistungsgruppe des TV Großen-Linden, sowie Kay Drescher, der, wie vom Verein mitgeteilt wird, "Ferdinand Jelli als externer Kampfrichter entlastet, ihm somit die Teilnahme der kompletten Saison als Heimkampfrichter ermöglicht und die Mannschaft auch wieder mit Rat und Tat unterstützt". Ergänzt wird das Team im Umfeld durch Martin Weber und Tom Pfeiffer, die an der Spitze des Fördervereins dafür sorgen, dass das Turnteam Unterstützung durch die heimische Wirtschaft erfährt und so das Ziel, Klassenerhalt, verwirklicht werden kann.

Kunstturnen ist nicht nur etwas für Ästheten, sondern kann außerdem ausgesprochen interessant sein. So wird in der Deutschen Turnliga nach dem Score-System geturnt, durch das viel mehr Spannung in den Wettkampf gebracht wird. Dabei besteht jede Mannschaft aus maximal zehn Turnern, von denen jeweils vier an einem der sechs Geräte starten. Dabei darf pro Gerät und Team maximal ein Ausländer mitwirken. Die Wertung erfolgt nach dem sogenannten Code de Pointage, den internationalen Wertungskriterien, die alle vier Jahre aktualisiert, werden d.

h. den Leistungen in der Weltspitze angepasst. Nach einer Erklärung der Deutschen Turnliga wird einem speziellen Mann-gegen-Mann-Modus geturnt, dabei werden die Bewertungen der Übungen nach dem Duell veröffentlicht. Vier Turner werden pro Gerät eingesetzt, je zwei Turner pro Team beginnen. Wenn der erste Turner

seine Übung beendet hat und das Kampfgericht wertet, bestimmt die gegnerische Riege, welchen Turner sie dagegen aufbietet. Hat dieser Turner seine Übung beendet und das Kampfgericht die Wertung abgeschlossen, werden die erzielten Score-Punkte veröffentlicht. Dabei bekommt der Turner mit der höheren Punktzahl gemäß der Differenz bis zu zehn Punkte. Nach zwei Duellen am Gerät legt die andere Mannschaft vor. Sieger des Mannschaftswettkampfes ist das Team mit den meisten Score-Punkten. Und die beiden ersten Teampunkte wollen die Lindener heute einfahren. Erster Zweitliga-Gast in Linden ist der Mitaufsteiger aus Baden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare