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Die heimischen Fußballer werden in dieser Saison wohl nicht mehr auf den Platz zurückkehren. Die Zeichen stehen auf Abbruch der Spielzeit 2019/2020. SYMBOLBILD: VOGLER

Fußball

Saisonabbruch mit Aufsteigern - keine Absteiger

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Die Saison im hessischen Amateurfußball wird abgebrochen - dennoch soll es Aufsteiger geben, aber keine Absteiger. Eine wichtige Frage ist aber noch offen.

Bis zur endgültigen Klarheit müssen die heimischen Fußballer noch rund vier Wochen warten. Erst ein außerordentlicher Verbandstag, der am 13. oder 20. Juni stattfinden soll, kann den Vorschlag absegnen, auf den sich der rund 50-köpfige Verbandsvorstand des Hessischen Fußball-Verbandes am Samstag einstimmig nach einer rund vierstündigen Videokonferenz geeinigt hat. Demnach wird die Saison 2019/2020 abgebrochen und nach der Quotientenregel gewertet. Die vor der Saison festgelegte Anzahl von Aufsteigern soll es in den einzelnen Klassen dennoch geben - aber keine Absteiger.

Dieses Modell war auch von der Mehrheit der Klubs in den 32 Kreisen favorisiert worden, die in jeweiligen Videokonferenzen und mittels Fragebögen nach ihrer Meinung gefragt worden waren. Aller Voraussicht nach wird diese Beschlussvorlage auf dem Verbandstag durchgewunken. "Dass das so verabschiedet wird, halte ich für sehr wahrscheinlich", meint der Regionalbeauftragte Jörg Wolf (Cölbe), der sich mit dem Ergebnis zufrieden zeigte: "Letztlich haben wir uns auf den Vorschlag geeinigt, den die Region Gießen/Marburg schon vor Wochen erarbeitet hat." Eine Meinung, die auch Gießens Kreisfußballwart Henry Mohr (Kleinlinden) teilt: "Das ist das, was unsere Vereine wollten." Die Wahrscheinlichkeit, dass die Vorlage so verabschiedet wird, bezifferte Mohr auf "99,9 Prozent".

Rechtliche Prüfung wegen Relegation

Auch HFV-Präsident Stefan Reuß warb um Verständnis unter den Klubs für den nun verabschiedeten Vorschlag: "Uns ist bewusst, dass nicht alle Vereine diesen Standpunkt teilen, aber leider ist aufgrund der speziellen Situation eine Lösung, die die Zustimmung aller HFV-Vereine findet, nicht möglich", erklärte Reuß: "Wir sind jedoch davon überzeugt, dass wir der optimalen, gerechtesten und vereinsfreundlichsten Lösung hiermit am nächsten kommen."

Der Verbandsvorstand hat allerdings noch keinen Vorschlag formuliert, wie mit den Teams, die auf einem Relegationsplatz "nach oben" stehen, verfahren wird. "Hier ist eine abschließende rechtliche Prüfung vorzunehmen", heißt es in einer Mitteilung des HFV.

Denkbar sind mehrere Szenarien - möglich ist, dass die Juristen dem Verband empfehlen, alle Teams auf einem Relegationsplatz "nach oben" aufsteigen zu lassen oder über die Quotientenregel nur ein Teil dieser Mannschaften - zum Beispiel jene, die durch die veränderte Wertung von einem Aufstiegs- auf den Relegationsplatz abgerutscht sind. "Alle, die auf einem Relegationsplatz stehen, aufsteigen zu lassen, wird schwierig. Dann würden die Felder in einigen Klassen riesig", meint Mohr. Und auch Wolf macht kein Geheimnis daraus, dass er von der Idee, allen Teams auf Relegationsplätzen noch den Sprung nach oben zu ermöglichen, "nichts hält". Nach der Sitzung des Verbandsvorstands am 6. Juni soll es auch für diesen Aspekt eine Beschlussvorlage für den Verbandstag geben.

Nach Anwendung der Quotientenregel ( Anzahl der Punkte : Anzahl der Spiele x 100) steht in den meisten Ligen der Verein auf Platz eins, der auch zum Zeitpunkt der Unterbrechung des Spielbetriebs der Tabellenführer war. Es gibt allerdings Ausnahmen - zum Beispiel in der Kreisliga A Alsfeld/Gießen, in der nicht die SG Reiskirchen/Bersrod/Lindenstruth (1./18 Spiele/44 Punkte) oder die SpVgg. Mücke (2./18/42) das Aufstiegsrecht haben, sondern die in der "regulären" Tabelle drittplatzierte FSG Lumda/Geilshausen (15/38). Denn Lumda/Geilhausen kommt auf einen Quotienten von 253,3, Reiskirchen auf 244,4 und Mücke auf 233,3.

SG Reiskirchen doppelt im Pech

Besonders bitter für die SG Reiskirchen/Besrod/Saasen: Auch die zweite Mannschaft in der Kreisliga C Alsfeld verliert Rang eins und das Aufstiegsrecht durch die Quotientenregel an die FSG Lumda/Geilshausen II. Auch in der Kreisliga B Alsfeld gibt es eine Verschiebung: Hier hat die FSG Alsfeld/Eifa (16 Spiele/43 Punkte/Quotient: 268,8) als Zweiter vor der Unterbrechung und nicht die SG Appenrod/Maulbach (17/45/264,7) das Aufstiegsrecht. Aber diese Teams können ja noch auf den Aufstieg hoffen, bis eine Regelung für die Teams auf den Relegationsrängen getroffen wurde.

Diese Teams dürfen aufsteigen

Wird die Entscheidung des Verbandsvorstands beim virtuellen Verbandstag abgesegnet, haben diese Mannschaften in den Ligen mit heimischer Beteiligung ein Aufstiegsrecht: Hessenliga: TSV Eintr. Stadtallendorf; Verbandsliga Mitte: SV Zeilsheim; Gruppenliga: TSV Michelbach und TSV Steinbach II. Kreisoberliga Süd: TSV Lang-Göns; Kreisliga A Gießen: SG Birklar; Kreisliga A Alsfeld/Gießen: FSG Lumda/Geilshausen; Kreisliga B Gießen, Gruppe 1: Türkiyemspor Gießen; Kreisliga B Gießen, Gruppe 2: FSV Fernwald II; Kreisliga B Alsfeld: FSG Alsfeld/Eifa; Kreisliga C Gießen: SG Birklar II; Kreisliga C Alsfeld: FSG Lumda/Geilshausen II.

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