Saison beendet

  • VonSvantje Merker-Gärtner
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(smg). In der Bundesliga der weiblichen Basketball-Jugend (WNBL) wird die Saison nicht fortgesetzt. Diese Entscheidung wurde nun vom WNBL-Ligaausschuss getroffen. Es wird kein Top-4-Turnier geben und somit auch keinen deutschen Meister 2021. Alle Teams, die in dieser jetzt abgebrochenen Runde dabei waren, haben für die hoffentlich zustande kommende Saison 2021/2022 erneutes Startrecht.

Für die Nachwuchsbasketballerinnen vom Team Mittelhessen und ihren Trainer René Spandauw kann es von dieser Seite her in der wNBL weitergehen.

»Das war ein logischer Schritt, ich habe es nicht anders erwartet«, sind Spandauws Befürchtungen jetzt Realität geworden. Es hatte einen Vorschlag für einen angepassten Spielplan gegeben. Den umzusetzen, hätte vielleicht geklappt, wenn die Corona-Infektionszahlen nicht hoch gegangen wären. Da sie gerade wieder in die Höhe schießen, konnte der Plan nicht mehr beibehalten werden. »Ich denke, dass dem Verband keine andere Wahl bleibt, als so zu entscheiden«, sagt der Grünberger Coach.

Für die Entwicklung der Spielerinnen findet er es extrem schade. Das bezieht er nicht nur auf die Spielerinnen, sondern auch auf sie als Menschen. Mittlerweile sei es auch eine mentale Sache geworden, sich nicht zu etablieren und nichts entdecken zu können. Dabei sind seine Akteurinnen noch in einer vergleichsweise guten Lage: »Wir hatten das große Glück, dass wir weiter trainieren durften. Ich behaupte mal, dass wir viel besser geworden sind in bestimmten Sachen. Das Problem ist, du möchtest das auch mal messen, mal vergleichen. Du möchtest wissen, wo du stehst«, ist der Wettkampf das, worauf jeder Sportler hinzielt. Stattdessen müssen die Spielerinnen zu Hause sitzen. Und das ist dem Alter, in dem man viel entdeckt. Das wird ihnen gerade alles genommen.

Besonders hart trifft der Saisonabbruch den Jahrgang 2003. Bei den Mittelhessinnen sind das Lena Dziuba, Emilia Arnheiter, Klara Römer und Nele Weinandt. Im zurückliegenden Jahr wurde der Spielbetrieb während der Playoffs eingestellt. Nun fand die Saison lediglich im Oktober statt. Die Chancen, sich in der wNBL zu beweisen oder einen Titel zu schnappen, sind für sie dahin. Und diejenigen, die auch internationale Einsätze haben sollten, durften auch das nicht erleben. »Ich habe damals schon vorgeschlagen, dass die Altersgrenze einmalig angepasst wird. Aber ich glaube, dass das nichts wird und dass wir das vergessen können«, geht Spandauw bedauernd davon aus, seine 2003er-Basketballerinnen in der kommenden Runde nicht mehr aufbieten zu dürfen.

Obwohl die sportliche, oder vielleicht besser gesagt nichtsportliche Situation aktuell alles andere als rosig aussieht, besteht eventuell doch ein kleiner Hoffnungsschimmer, hinter dem ein großes Fragezeichen steht. »Der DBB möchte eine Summer-League anbieten. Mannschaften können sich für den Fünf-gegen-Fünf- oder Drei-gegen-Drei-Modus entscheiden«, möchte der Grünberger Trainer mit Basketball-DNA dafür gerne melden und seinen Nachwuchstalenten die Chance auf dem Feld zu stehen, ermöglichen, sofern auch das dahingehende Gespräch mit der Mannschaft positiv ausfällt. Im Prinzip ist das eine gute Aussicht, denn dann könnten die Teams endlich mal wieder spielen - vorausgesetzt, das Pandemiegeschehen erlaubt es.

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