"Saarlouis zu Hause eine Wucht"

Die Bilanz des mittelhessischen Handball-Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg könnte auch nach neun Spieltagen kaum besser sein. Nach dem starken Auftritt gegen den TV Bittenfeld thront der Traditionsklub mit 17:1 Punkten an der Tabellenspitze der Südgruppe. Kein Wunder, dass der eine oder andere Fan die anstehende Auswärtspartie bei der HG Saarlouis an diesem Samstag (19.30 Uhr) bei bloßer Betrachtung der Tabellensituation als reine Pflichtaufgabe abtun könnte.

(jms) Die Bilanz des mittelhessischen Handball-Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg könnte auch nach neun Spieltagen kaum besser sein. Nach dem starken Auftritt gegen den TV Bittenfeld thront der Traditionsklub mit 17:1 Punkten an der Tabellenspitze der Südgruppe. Zuletzt gab es fünf Siege in Folge. Kein Wunder, dass der eine oder andere Fan die anstehende Auswärtspartie bei der HG Saarlouis an diesem Samstag (19.30 Uhr/ Halle am Stadtgarten) bei bloßer Betrachtung der Tabellensituation als reine Pflichtaufgabe abtun könnte.

Doch bei genauerem Hinsehen wird klar, dass die Schützlinge von Jan Gorr im Saarland über 60 Minuten die bestmögliche Leistung abrufen müssen, um erfolgreich zu sein. Die letzten drei Heimspiele konnte die HGS jedenfalls - teilweise spektakulär - für sich entscheiden. Zudem ist der Aufsteiger mit einigen Topspielern sehr gut besetzt.

"Saarlouis ist zu Hause eine Wucht. Da zu gewinnen, ist extrem schwierig. Die HG-Fans sind sehr fanatisch. Damit müssen wir erst einmal umgehen", sagt Gorr. Der Trainer denkt gar nicht daran, sich den temporären Glückgefühlen hinzugeben. Zwar freut den 31-jährigen Handballfachmann der derzeitige Erfolg - doch getreu dem Motto "Zufriedenheit ist Stillstand", arbeitet Gorr mit seiner Mannschaft beharrlich weiter am großen Coup. "Für uns zählt nur das nächste Spiel. Abheben wäre jetzt völlig unangebracht. Wir haben noch so viele Spiele vor uns", so der Trainer. Ein Sieg im Saarland hätte zur Folge, dass die Heimpartie gegen die TSG Friesenheim in der kommenden Woche wiederum zu einem echten Knallerspiel vor vollen Rängen avancieren würde. "Darüber machen wir uns keine Gedanken derzeit. Wir machen nicht den zweiten vor dem ersten Schritt. Nun müssen wir erst einmal in Saarlouis bestehen", sagt Gorr, der keinerlei personellen Ausfälle zu verkraften hat. Lediglich Talent Jonas Faulenbach plagt sich derzeit mit Zehenproblemen herum.

Aufsteiger Saarlouis lebt vor allem von der Euphorie. Zu Hause im Saarland konnte die Mannschaft von Trainer Andre Gulbicki etablierte Teams wie den Bergischen HC (35:32), HC Erlangen (40:37) oder Concordia Delitzsch (33:30) schlagen. Vor allem das schnelle Offensivspiel sowie die Kaltschnäuzigkeit machen den Gegnern Probleme. Gorr: "Saarlouis hat den besten Angriff der gesamten Liga. Für uns ist es eine schöne Herausforderung, mit der derzeit besten Abwehr dort aufzukreuzen. Wir wollen dort zeigen, dass unsere Verteidigung gut genug ist." Für die Abwehrspieler des TVH geht es nun vor allem darum, den abschlussstarken Spielmacher Danijel Grgic unter Kontrolle zu bekommen. Der 1,86 Meter große Kroate verfügt über einen sehr großen Erfahrungsschatz und konnte nicht nur in 25 Länderspielen für sein Heimatland sein Können unter Beweis stellen. Der 32-jährige spielte 1996 und 1997 mit Badel Zagreb in der Champions-Legeau. Auch in der Handball-Bundesliga war Grgic am Ball. Für Eisenach und Willstätt spielte der ehemalige Torschützenkönig der 2. Bundeliga (Stralsunder HV/ 245 Treffer). Vom Zweitligisten SG Ahlen kam vor der Saison ein echter Kämpfer ins Saarländische. Der umtriebige und flinke Andre Kropp konnte seine Verpflichtung mit bislang sehr starken Auftritten rechtfertigen.

Der 24-jähre Kreisläufer wurde sofort zum Leistungsträger. Auf der Königsposition im linken Rückraum ist Daniel Fontaine eine echte Spitzenkraft. Der "Handballer des Jahres im Saarland" traf bei der 36:37-Niederlage der HGS in Kriftel gegen die HSG Frankfurt/Rhein-Main stolze 13 Mal. "Die drei sind das Herzstück des HG-Spiels. Wenn wir dort gewinnen wollen, müssen wir sie in den Griff bekommen", sagt Gorr, der ebenso weiß, dass Saarlouis mit einer Menge Respekt vor den Hüttenberger Gipfelstürmern in die Partie gehen wird.

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