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Mit zwei Geraden und zwei langgezogenen Kurven ist das Innenstadt-Oval in Gießen eine Herausforderung für Rennradsportler.

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"Rund um das Stadttheater": Nur der Zielsprint zählt

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Bei der neuen Auflage von "Rund um das Stadttheater" hat der Veranstalter RSG Gießen und Wieseck eine Regeländerung eingeführt. Zudem sind auch die Skater am Sonntag wieder im Einsatz.

(die). Alles auf Anfang: Die Protagonisten des Radrennens "Rund um das Stadttheater" drehen am Sonntag wieder ihre Runden auf dem 800 Meter langen Oval durch die Johannesstraße, Neuen Bäue, Südanlage und der Goethestraße.

Die ausrichtende Radsportgemeinschaft Gießen und Wieseck freut sich über zahlreiche Voranmeldungen für die zehn Rennklassen und vor allem darauf, wie eine markante Änderung bei Sportlern und Zuschauern ankommt: In diesem Jahr wird das Radrennen in allen Klassen auf Endspurt gefahren. In den Vorjahren wurden die Platzierungen durch regelmäßige Punktesprints ermittelt. Diesmal zählt alleine der finale Zielsprint zum Ende der gesamten Renndistanz. Das dürfte mitunter eine andere Renntaktik der Fahrer erfordern und den einen oder anderen überraschen, der diese wichtige Neuerung in der Ausschreibung übersehen hat. Die gewohnten Prämiensprints sollen das Rennen auf dem bei Sprintern und tempoharten Fahrern beliebten Innenstadt-Oval wieder zusätzlich befeuern.

Die Schüler U13 und U11 gehen um 9 Uhr als Erste auf die Strecke. Jonathan Kowalsky (U13), Hanno Herber und Jan Nissel (beide U11) von der RV Gießen-Kleinlinden treffen dabei auf die Teams der RSG Frankfurt und des RSV FROH Fulda, die mit einem Großaufgebot an Nachwuchsfahrern antreten. Die Kleinlindener Arvid Koop und Tim Nissel dürften ebenfalls die Fahrer aus Frankfurt und Fulda im Blick behalten, wenn sie um 9.40 Uhr in das gemeinsame Rennen der Schüler U15 und Jugend U17 gehen. Für Fahrer ohne Rennlizenz vorgesehen ist das Hobbyrennen, das um 10.50 Uhr bei Start und Ziel in der Johannesstraße Aufstellung nimmt und wie in den Vorjahren zahlreiche heimische Rennradsportler zum Schnuppern der Atmosphäre oder einem Duell unter Trainingskollegen über 25 Runden (= 20 km) anlocken dürfte. Um 11.20 Uhr sind dann wieder die Lizenzfahrer auf der Strecke. Thomas Hockauf, Radek Nikel und Christian Schmidt von der RSG Gießen und Wieseck sowie Alexander Koop und Martin Nissel von der RV Gießen-Kleinlinden sind über 60 Runden (= 48 km) mit der Konkurrenz der Senioren II und III unterwegs.

Premiere feiert im Anschluss um 12.35 Uhr das 1. Gießener Laufrad-Rennen für Kinder von drei bis fünf Jahren. Die Anmeldung erfolgt direkt bei Start und Ziel und erfordert ein pedalloses Kinder-Laufrad und einen Helm. Knapp 50 Fahrer haben sich bereits in die Starterlisten für das Rennen der Amateure und der Junioren U19 um den "Preis der Stadt Gießen" eingetragen, der um 12.45 Uhr startet. 70 Runden (= 56 km) sind für die Amateure um Finn Aris Eickhoff, Daniel Novak und den Vorjahres-Dritten Lucas Schäfer von der RSG Gießen und Wieseck angesetzt. 60 Runden (= 48km) haben die Junioren mit Leonhardt Schneider und Florian Wiegand von der RV Kleinlinden zu fahren.

Im dritten Jahr in Folge ist das Rennen "Rund um das Stadttheater" aber nicht nur ein Radrennen, denn um 14.15 Uhr gehen wieder die Skater beim "Inline-Race Gießen - WSC Teamzeitfahren" auf die Strecke. Beim Teamzeitfahren von jeweils drei bis acht Skatern, die mit einigen Sekunden Abstand starten, wird in umgekehrter Rennrichtung im Vergleich zu den Radklassen gefahren. Das Rennen ist Teil des Westdeutschen Skatecups. Mit dabei ist auch eine Delegation der Ohm-Speedskater vom TV Homberg.

Für das folgende Radrennen der Kontinental-Teams und Elite-Amateure um den "Großen Preis der Sparkasse Gießen" ab 15.30 Uhr über 70 Runden (= 56 km) stehen aktuell 25 ausgefuchste und teilweise weit angereiste Fahrer in der Startliste. Zwischen den Trikots der Teams kann sich Lokalmatador Simon Redmers optisch gut verstecken. Der Wahl-Gießener und Vorjahressieger trägt das blaue Trikot des Teams Erdinger Alkoholfrei.

Im Anschluss sind erneut die Inline-Skater mit einem Jedermannrennen "TNS Gießen" über 30 Minuten plus eine Runde auf der Rennstrecke an der Reihe, das sich an geübte Freizeit-Skater ab 16 Jahren richtet. Im Rahmenprogramm zwischen Sparkasse und Stadttheater unterhält die Band "The Misfits" mit Live-Musik.

(die). Mit seinem Sieg im Vorjahr überraschte Elite-Amateur Simon Redmers nicht nur seine Konkurrenten. Nach langer Soloflucht gelang dem Stuttgarter im auswärtigen Trikot als Wahl-Gießener bei "Rund um das Stadttheater" quasi auch ein Heimsieg. Der soll am Sonntag wiederholt werden, doch dürften sich jetzt viele Fahrer seinen Namen vorgemerkt haben. Mit Teamtaktik soll es trotzdem gelingen.

Herr Redmers, im Vorjahr haben Sie bei "Rund um das Stadttheater" mit einem Gießener Heimsieg überrascht, der auf den ersten Blick gar nicht als solcher zu erkennen war. Können Sie das Rennen vom Vorjahr noch mal Revue passieren lassen?

Simon Redmers:Ich bin 23 Jahre alt und wohne seit fast drei Jahren in Gießen. Ursprünglich kam ich aus der Nähe von Stuttgart zum Studieren nach Gießen, mache aber mittlerweile das Abiturientenprogramm bei einem großen deutschen Einzelhandelsunternehmen. In vergangenen Jahren habe ich eine Affinität zu kleineren Rundstreckenrennen und Kriterien entwickelt, und so hatte ich mir "Rund um das Stadttheater" schon vorgemerkt. 2018 konnte ich vor allem davon profitieren, dass alle Augen auf den stärksten Fahrer, Florenz Knauer vom Herrmann Radteam, gerichtet waren, der zudem noch ohne Team am Start war. So konnte ich mich nach einer Prämie alleine absetzen und die Hälfte der Renndistanz vorne bleiben.

In diesem Jahr gibt es keine Wertungspunkte einzufahren, die über den Tagessieg entscheiden, sondern einzig der Zieleinlauf nach der angesetzten Renndistanz entscheidet. Inwiefern kann das eine Rolle für Sie spielen oder gar eine andere Taktik erfordern?

Redmers:Dass dieses Jahr auf Endsieg gefahren wird, wird die Dynamik des Rennens meiner Meinung nach nicht verändern - es wird dauerhaft schnell sein, mit vielen Attacken. Wahrscheinlich wird sich eine kleine Gruppe mit Fahrern von größeren Teams absetzen, die vielleicht eine Runde heraus fährt. Ich starte mit einigen Teamkollegen, da gilt es, bei jeder Bewegung dabei zu sein.

Die 800 Meter lange und vollkommen flache Runde wird häufig als besonders anspruchsvolles, sehr schnelles Oval bezeichnet. Gibt es für Sie Besonderheiten an der Strecke von "Rund um das Stadttheater"?

Redmers:Die Besonderheit der Strecke besteht darin, dass man trotz der kurzen Runde nur wenig antreten und so gut wie gar nicht bremsen muss.

Welchen Tipp haben Sie für einen Hobby- oder Nachwuchsfahrer vor dessen erstem Start in Gießen?

Redmers:Mein Tipp ist natürlich, Spaß zu haben und auf der schönen, schnellen und gut zu fahrende Strecke im wunderschönen Gießen ordentlich aufs Gas zu drücken.

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