Rückstand wird größer

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Erneut eine zweimalige Führung verspielt. Erneut ohne Torerfolg im Spiel Fünf-gegen-Fünf; seit inzwischen 228 Minuten und damit seit fast vier Partien. Der EC Bad Nauheim gewann bei der 2:3 (1:0, 1:2, 0:0/0:1)-Niederlage nach Verlängerung gegen den ESV Kaufbeuren zumindest einen Zähler, doch ist der Rückstand auf den angestrebten zehnten Tabellenplatz der Deutschen Eishockey-Liga 2 angesichts des Sieges von Aufsteiger Bayreuth (am Dienstag nächster Gegner) angewachsen. "Am Ende hat vielleicht der größere Wille entschieden", meinte ESV-Trainer Andreas Brockmann auf Grund des beherzten Nachsetzens seiner Spieler unmittelbar vor dem spielentscheidenden Treffer von Brandon Gracel (zwei Tore, ein Assist). Zuvor hatte Bad Nauheim, das durch Diego Hofland 1:0/13.) und Joel Johansson (2:1/35.) zweimal in Überzahl die Führung übernommen hatte, die Entscheidung in weiteren späten Powerplay-Situationen mehrfach verpasst. "Ja, unser Powerplay ist gut. Aber es hilft nicht, wenn wir dann in einer solchen Situation die Punkte liegen lassen", ärgerte sich Petri Kujala, der Coach der Roten Teufel.

Kujala war in den vorderen beiden Blöcken zu den Formationen aus dem ersten Saisonviertel zurückgekehrt. Mit Nick Dineen und Juuso Rajala auf den Mittelstürmerpositionen. Pausieren musste am Freitagabend Torwart Mikko Rämö, an dessen Stelle Jan Guryca erneut eine gute Leistung zeigte, die von seinem Gegenüber Stefan Vajs allerdings noch getoppt wurde.

Bad Nauheim ließ sich in den ersten 20 Minuten die enttäuschende Niederlage vom Mittwoch bei Schlusslicht Heilbronn nicht anmerken, erarbeitete offensiv unerwartet viele Möglichkeiten, scheiterte aber immer wieder an Vajs im Tor der Allgäuer, der nur bei numerischem Ungleichgewicht zu bezwingen. Mit zunehmender Spieldauer wurde Kaufbeuren stärker und hatte nach 40 Minuten mehr Zug zum Tor auch nicht unverdient zweimal ausgeglichen, ehe sich beide Klubs in einem von Über- und Unterzahl-Situationen geprägten Schlussdrittel einen offenen Schlagabtausch lieferten. Doch konnte Bad Nauheim alleine drei Powerplay-Situationen in den letzten zwölf Minuten nicht zum Drei-Punkte-Treffer nutzen. Den Teufeln war der Wille nicht abzusprechen, allerdings waren auch die altbekannten Muster erkennbar. Die vierte Reihe kassierte gleich während einer ersten Eiszeit eine Hinausstellung und wurde danach nicht mehr eingesetzt. Zehn Minuten vor Schluss leisteten sich die Gastgeber eine Hinausstellung hinter dem gegnerischen Tor, und mit Joel Johansson und Alex Kranjc leisteten sich zudem ausgerechnet die beiden Kontingent-Verteidiger die entscheidenden Fehler, die zu Gegentreffern führten. "Diese Situationen hätte man leicht lösen können. Sie zeigen, wie brutal nervös wir in manchen Momenten sind", sagt Kujala. Die Zuschauer nahmen das Gegentor zum 2:3 und die fünfte Niederlage in Folge sprach- und reaktionslos hin. EC Bad Nauheim: Guryca - Gerstung, Kranjc, Götz, Johansson, Ketter, Mannes, Kohl - Pauli, Dineen, Frosch, Alanov, Rajala, Krestan, Lange, Meisinger, Hofland, Pfänder, Lascheit, Pauker. ESV Kaufbeuren: Vajs - Osterloh, Denis Pfaffengut, Schütz, Woidtke, Pozivil, Haase - Fröhlich, Laaksonen, Szwez, Karevaara, Gracel, Blomquist, Oppolzer, Thomas, Schäffler, Kiefersauer. Tore: 1:0 (13.) Hofland (Rajala, Frosch - 5-4), 1:1 (25.) Gracel (Oppolzer), 2:1 (35.) Johansson (Frosch, Rajala - 5-4), 2:2 (38.) Karevaara (Blomquist, Gracel), 2:3 (63.) Gracel (Blomquist). - SR: Sven Fischer. - Strafminuten: Bad Nauheim 10, Kaufbeuren 12 plus zehn Minuten (Osterloh). - Zuschauer: 2351.

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