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Der Gießen-Achter auf dem Mittellandkanal in Aktion, auf Rang elf bleiben die Mittelhessen hinter ihren Erwartungen zurück.

Gießen-Achter

Rückschlag für das Gießener Flaggschiff

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In Minden reicht es für den Gießen-Achter nur zu Platz elf. Das heimische Flaggschiff kann in der Bundesliga nicht in Bestbesetzung antreten.

(ejb). Der Gießen-Achter konnte beim Bundesliga-Rennen in Minden nicht in seiner Topbesetzung antreten. Das machte sich bemerkbar - nach dem guten Saisonauftakt in Duisburg musste die Mannschaft am Wochenende einen Rückschlag hinnehmen und belegte nur Rang elf.

Im Achtelfinale traf die Mannschaft von Trainer Rainer Koppmann auf den Bremen-Achter. Mit einem gelungenen Start konnten sich die Gießener früh vor die Hanseaten setzen. Doch Bremen ließ nicht locker. Mit jedem Schlag kämpften sie sich wieder heran. 80 Meter vor dem Ziel lagen beide gleichauf. Während Gießen nicht mehr dagegenhalten konnte, hatten die Bremer Betriebstemperatur erreicht und zogen vorbei. Warum die vermeintlich schwächeren Bremer den Lauf für sich entschieden, konnte sich auch Johannes Birkhan nicht erklären: "Das Rennen hätten wir eigentlich gewinnen müssen", so der Schlagmann. Manchmal sei es eben auch Kopfsache. "Da haben uns die Bremer mental den Zahn gezogen." Für Gießen ging es damit schon früh um Schadensbegrenzung, sie fuhren nur noch um die Plätze neun bis 18.

Im Viertelfinale lag der Achter aus Mainz neben den Gießenern in den Startblöcken. Wieder entschieden die Ruderer den Start für sich. Schon zur Streckenhälfte lagen sie eine gute halbe Bootslänge vor den Mainzern. Das Schlagduo aus Johannes Birkhan und Sven Keßler hielt die Frequenz hoch und das Boot von der Lahn baute seinen Vorsprung weiter aus. Mit einer knappen Länge Vorsprung ging der Sieg an die Gießener.

Für das folgende Halbfinale hatte sich auch der Wurzen-Achter qualifiziert - eine kräftige aber auch schwere Mannschaft. Umso erstaunter waren die Gießener, dass sie sich nicht wie gewohnt am Start absetzen konnten. Gut 100 Meter vor dem Ziel waren es die Wurzener, die offenbar noch mehr Kraftreserven hatten. Mit einem frühen Endspurt versuchten die Gießener, das Blatt auf den letzten Metern noch mal zu wenden, doch die Wurzener ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Für den Sparkasse-Gießen-Achter ging es nun um die Plätze elf und zwölf und um die Frage, wer im Hessen-Duell gegen Frankfurt die Nase vorne hat. Zusätzlich machte der aufkommende Seitenwind den Steuerleuten auf dem nur 24 Meter breiten Kanal das Leben schwer. Über weite Strecken lagen die hessischen Boote gleichauf. Doch dann packte die Gießener der Stolz. Auf den letzten 100 Metern zogen sie am Achter der Mainmetropole vorbei. "Die Motivation für das Derby war natürlich noch mal höher. Das wollten wir uns nicht nehmen lassen", so Co-Schlagmann Sven Keßler.

Dennoch, die Gießener kamen auf dem Wasserstraßenkreuz in Minden nicht über Platz elf hinaus. Entsprechend unzufrieden zeigte sich Teamchef Eric Baumann: "Nach unserem guten Auftakt und den guten Rennen auf der Pfingstregatta ist das ein enttäuschendes Ergebnis. Wir müssen jetzt zügig die Fehler analysieren und uns konsequent auf Hannover vorbereiten." Schon Anfang August steht für den Bundesligisten bereits die nächste Regatta an. "Das werden drei anspruchsvolle Wochen", so Johannes Birkhan.

Den Tagessieg sicherte sich erneut der Hauptstadtsprinter aus Berlin vor Münster und Minden. An der Tabellenspitze steht Berlin, gefolgt von Münster und Hannover. Minden rückte vor auf Platz vier, vor Bremen und Wetzlar/Limburg. Gießen verlor einen Platz und ist jetzt Siebter vor Krefeld.

Für Gießen starteten Johannes Birkhan, Sven Keßler, Paul Itting, Felix Weber, Nico Weber, Michel Zörb, Daniel Hartmann, Jannik Reiting, Johannes Brück und Christian Knapp. Steuerfrau war Lara Bot.

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