Der Gießen-Achter holt in Leipzig Bronze und steuert auf Ertstliga-Kurs. (Foto: Baumann)
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Der Gießen-Achter holt in Leipzig Bronze und steuert auf Ertstliga-Kurs. (Foto: Baumann)

Rudern: Gießen-Achter festigt Aufstiegsplatz

(ejb/gae) Vor rund 20 000 Zuschauern sicherte sich der Gießen-Achter die Bronzemedaille und unterstreicht so seine Aufstiegs-ambitionen. Vorangegangen war ein spannender, aber vor allem heißer Renntag. Bereits beim Zeitfahren zeigte das Thermometer 35 Grad – Extrembedingungen für alle Ruderer bei der vierten 2.-Bundesliga-Regatta in Leipzig.

Im Vorlauf gegen den Achter aus Bad Waldsee fanden die Ruderer von der Lahn nicht richtig ins Rennen. Sie setzten sich zwar von den Schwaben ab, fuhren aber nur die sechstschnellste Zeit aller Zweitligateams ein. Besser lief es dagegen im Achtelfinale. Mit einem furiosen Start konnten sich die Hessen früh vor den Weserbergland-Achter aus Hameln setzen und den Vorsprung über die 350 Meter lange Strecke halten. Mit knapp einer Sekunde Vorsprung kamen die Gießener vor den Niedersachsen ins Ziel.

Im folgenden Viertelfinale bekamen es die Hessen dann mit dem Salzland-Achter aus Bernburg zu tun. Das Rennen war vor Spannung nicht zu toppen. Letztlich jubelten aber die Gießener, die knapp gewannen. "Das war eine Riesenerleichterung, als der Sprecher das Ergebnis gemeldet hatte. Viel hatte nicht gefehlt, und wir hätten die Blätter der Bernburger berührt. Dann wären wir sofort raus gewesen. Damit wäre nicht nur die Medaille weg, sondern auch der mögliche Aufstieg in Gefahr geraten", so Ruderer Fabian Kröber

Im Halbfinale kam es mal wieder zu einem Duell mit dem Gegner aus Minden. Gegen die Liga-Neulinge hatte man in knappen Entscheidungen bisher immer gewonnen. Beide Boote kamen dieses Mal gut aus den Startblöcken und pflügten Bug an Bug durch das Wasser des Leipziger Elster-Flutbeckens. Doch zur Streckenhälfte konnte sich das junge Team aus Minden absetzen. Mit einem guten Luftkasten Vorsprung kamen die Ostwestfalen als Erste ins Ziel.

Während sich die Mindener im Finale sogar gegen den Tabellenführer Hannover durchsetzten und ihre erste Goldmedaille holten, ging es für die Gießener nun gegen den Köpenick-Achter aus Berlin um Bronze oder Platz vier.

Erstmals in der Geschichte der zweiten Ruder-Bundesliga fanden die Finals im Dunkeln statt. Im Scheinwerferlicht kamen beide Boote gut vom Start weg. Bis zur Hälfte der von Flutlichtstrahlern gesäumten Strecke waren die Bugspitzen der Achter ungefähr gleichauf. Doch dann konnten sich die Gießener Schlag um Schlag absetzen. Mit über einer halben Sekunde Vorsprung schafften die Gießener Ruderer den Sprung aufs Podest. "Die Mannschaft hat im Viertelfinale Nerven bewiesen und sich dafür mit der Bronzemedaille belohnt", freute sich Teamchef Eric Baumann über die Platzierung.

Aufs Podest gerudert sind in Leipzig Fabian Kröber, Johannes Birkhan, Alexander Wenzel, Nico Weber, Ulrich Köhler, Daniel Thiem, Michael Wieler, Michel Zörb, Christian Köhler, Christopher Nübel, Paul Itting und Steuerfrau Deborah Walther.

Vor der letzten Regatta am 17. September in Berlin steht der Gießen-Achter in der Tabelle mit 48 Punkten weiterhin auf Platz zwei hinter Hannover (50 Punkte). Dritter ist der Köpenick-Achter (46), gefolgt von Minden (39) und Witten (38).

Die Aussichten auf einen der ersten drei Plätze sind für den Gießen-Achter gut. Aber der mögliche Aufstieg ist noch lange nicht in trockenen Tüchern, da auch in Berlin für die 14 Boote nach dem System, wer Erster ist, erhält 14 Punkte, der Zweite 13 usw. gewertet wird. Zudem kennen die Gießener die Strecke am Oberbaum nicht. "Das ist für uns Neuland", erklärt Baumann, der aber guter Dinge ist, dass seine Truppe den Aufstieg in die erste Bundesliga in der Bundeshauptstadt klarmacht. In Berlin wird wie in Leipzig im Zwei-Bahnen-System gefahren.

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