RSV-Teams können Geschichte schreiben

(aj/dst) Der letzte sportliche Akt des Jahres 2012 ist für den neunfachen deutschen Pokalsieger RSV Lahn-Dill zugleich das bisher wichtigste Spiel der laufenden Saison. Am Samstag um 19.30 Uhr empfängt der Titelverteidiger im DRS-Pokal-Viertelfinale den Bundesliga-Tabellenführer RSB Team Thüringen zum Pokalkracher in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle.

Und auch die zweite Mannschaft des RSV fiebert ihrem Saisonhöhepunkt entgegen, denn der Zweitligist steht ebenfalls im Viertelfinale und kämpft im Vorspiel ab 17 Uhr gegen Erstligaabsteiger Hannover United um den Einzug ins Final Four.

Das Duell der RSV-"Ersten" gegen Thüringen ist von besonderer Brisanz, haben die Mittelhessen doch nicht nur am zweiten Spieltag in Elxleben ihr Bundesliga-Duell gegen das Team um Topscorer Aliaksandr Halouski verloren, sondern auch die Revanche vor zwei Wochen in Wetzlar. "Wir wollen natürlich auf gar keinen Fall mit einer weiteren Niederlage gegen diesen Gegner in die kurze Winterpause gehen", sagt RSV-Headcoach Nicolai Zeltinger. Im Kampf um das Ticket für das Final Four im März des kommenden Jahres an noch unbekannter Stelle geht es im Gegensatz zu den beiden bisherigen Ligaduellen für beide Seiten diesmal um alles oder nichts. "Vor knapp zwei Wochen hat uns Thüringen verdient geschlagen, aber wir haben intensiv an unseren damals gemachten Fehlern gearbeitet und auch daraus gelernt. Um es diesmal besser zu machen und uns und unseren Fans ein frohes Fest zu bescheren, müssen wir diesmal deutlich aggressiver verteidigen und damit unsere Trümpfe besser in die Waagschale werfen", so der 41-jährige RSV-Trainer weiter.

Während Routinier Dirk Köhler das Training in dieser Woche wieder aufnehmen konnte, muss Zeltinger weiterhin auf die an der Hand operierte Gesche Schünemann verzichten. Erstmals im Kader steht deren Nationalmannschaftskollegin Annabel Breuer, die seit Ende November mit einer Doppellizenz für Spieler unter 22 Jahren ausgestattet ist. Kapitän Michael Paye und seine Kollegen müssen in ihrer Partie vor allem den weißrussischen Center Halouski in seinen Bewegungen einschränken. Der 25-jährige Ausnahmespieler ist die zentrale Figur in der Thüringer Offensive und bisher für durchschnittlich 24,4 Punkte pro Spiel gut.

Nicht mit dabei sein bei der "Ersten" wird dagegen das Trio David Amend, Christopher Huber und Marco Zwerger, das nur zweieinhalb Stunden zuvor an gleicher Stätte in DRS-Pokal-Viertelfinale mit dem RSV Lahn-Dill II den Tabellenführer der 2. Bundesliga Nord aus Hannover empfängt.

"Unsere Mannschaften sind sich in den Anlagen recht ähnlich", schätzt RSV-Trainer Daniel Stange den Gegner auf Augenhöhe ein, warnt aber vor der starken Offensive der Leinestädter: "Tan Caglar und Martin Kluck sind zwei brandgefährliche Scorer, die wir unbedingt kontrollieren müssen." Der Erstligaabsteiger aus der niedersächsischen Landeshauptstadt hat seinen Kader kaum verändert: Center Martin Kluck hat als Spielertrainer das Ruder vom scheidenden Trainer Harald Fürup übernommen, Powerforward Kai Möller wechselte in die italienische Liga. Die Personalien haben das Team allerdings eher zusammengeschweißt denn geschwächt. "Wir haben trotzdem eine realistische Chance auf den Halbfinaleinzug", ist sich RSV-Coach Stange sicher. Mit mentaler Stärke und einem gut organisierten Halbfeldspiel konnten die Mittelhessen jüngst beim Auswärtsauftritt in Salzburg zwei Trumpfkarten ausspielen. Im DRS-Pokal muss der RSV II daran anknüpfen, um erstmals in die Final-Four-Endrunde einzuziehen. Sollten sich beide RSV-Teams durchsetzen, wäre zum ersten Mal in der Pokalgeschichte eine Mannschaft doppelt in der Endrunde vertreten.

DRS-Pokal, Viertelfinale: Lahn-Dill II – Hannover (Sa., 17 Uhr), Lahn-Dill I – Team Thüringen (Sa., 19.30 Uhr), Essen – Frankfurt, Trier – Zwickau.

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