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RSV Lahn-Dill gewinnt das Topspiel

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Von: Andreas Joneck

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(aj). Der RSV Lahn-Dill hat das erste Topspiel des neuen Jahres souverän gemeistert und dabei gleichzeitig dem gastgebenden Tabellendritten und der Corona-Pandemie getrotzt. Am Ende jubelte der Tabellenführer aus Mittelhessen über einen klaren 76:56-Erfolg (23:16/36:31/55:39) bei Hannover United.

Die Ausgangsvoraussetzungen waren für die Wetzlarer vor dem RBBL-Spitzenspiel alles andere ideal. Anfang der vergangenen Woche wurde Cheftrainerin Janet Zeltinger positiv auf das Corona-Virus getestet. Wie schon in der Vorwoche musste daher ein kompletter Trainingstag aus Sicherheitsgründen abgesetzt und tägliche Testungen durchgeführt werden, ehe das Team wieder voll in den Übungsbetrieb einsteigen konnte. Ähnlich war der Fall bei Peyman Mizan, der aufgrund eines Kontaktes zu einer positiv getesteten Person vorsichtshalber die ganze Woche aus dem Trainingszyklus genommen wurde. Doch auch die Gastgeber aus Niedersachsen blieben in der aktuellen Situation nicht verschont, mussten sie doch weiterhin auf die niederländische Weltmeisterin und Paralympicssiegerin Mariska Beijer sowie kurzfristig auf Vanessa Erskine verzichten.

Umso überraschender war der sehenswerte Auftakt in das Duell, in dem sich beide Seiten von Beginn an einen offenen Schlagabtausch lieferten. Zwar schienen die von Co-Trainer Günther Mayer hauptverantwortlich gecoachten Gäste den besseren Spielansatz zu haben, doch United hatte in den ersten 20 Spielminuten fast immer eine schlagkräftige Antwort. So war es Thomas Böhme, der mit seinem ersten von vier Dreiern das frühe 7:3 (3.) markierte, im Gegenzug aber der Israeli Amit Vigoda, ebenfalls jenseits der 6,75-m-Markierung, und Jan Haller postwendend zum 9:10 (5.) aus RSV-Sicht auflegten. Vor allem der ehemalige Wetzlarer Haller war an diesem Tag bestens aufgelegt und nutzte die sich ihm bietenden Freiräume ebenso effektiv wie eiskalt aus. Am Ende kam der 33-jährige Nationalspieler auf starke 18 Punkte.

Die Defensive des RSV konzentrierte sich ihrerseits vermehrt auf die beiden etatmäßigen Hannoveraner Topscorer Jan Sadler und Jan Gans, letzterer einst selbst ebenfalls im Trikot des RSV aktiv. Und diesen Job erledigten die Mittelhessen sehr gut, am Ende standen für beide lediglich 13 der ansonsten durchschnittlichen knapp 30 Punkte in den Büchern. »Wir haben uns bei einem starken Gegner sehr gut präsentiert. Speziell im dritten Viertel konnten wir an beiden Enden des Feldes glänzen«, freute sich »Gü« Mayer ob des gelungenen Auftritts in der niedersächsischen Landeshauptstadt: »Glückwunsch an das gesamte Team für eine wirklich souveräne Leistung.«

Das Fazit des gebürtigen Allgäuers bezog sich dabei vor allem auf die entscheidende Phase der Partie nach dem Seitenwechsel, in dem sein RSV die entscheidenden Weichen stellte. Das Team kam hoch motiviert aus der Kabine, spulte die eigene Defensive kompromisslos wie ein schweizerisches Uhrwerk ab und erzwang so die frühe Vorentscheidung. Hiroaki Kozai eröffnete diesen Reigen mit einem Dreier zum 39:31 (22.), Kapitän Simon Brown steuerte weitere sechs Punkte hinzu, während sich der Gastgeber erst nach dem 49:33 (27.) offensiv wieder ordnen konnte.

Doch zu diesem Zeitpunkt war der Lauf der Gäste aus Hessen kaum noch zu stoppen. War es in Viertel Nummer zwei der Japaner Reo Fujimoto, der aus allen Lagen traf, übernahm dies nun Topscorer Thomas Böhme. Alleine im vierten Spielabschnitt sammelte er zwölf Punkte. Spätestens beim 67:39 (34.) war die Messe gelesen, ehe Jantz und Sadler noch Ergebniskorrektur betreiben konnten.

Hannover: Haller (18), Sadler (11/1 Dreier), Jantz (9/1), Hell (6), Vigoda (6/1), Budde (2), Gans (2), Lübrecht (2).

Lahn-Dill: Böhme (27/4), Fujimoto (18), Bell (10), Brown (8), Kozai (7/1), Blair (2), Mosler (2), Zantinge (2), Beissert, Weiß.

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