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Brian Bell (8/RSV Lahn-Dill) nimmt es (v. l.) in Matthias Güntner, Alexander Budde und Jan Sadler gleich mit drei United-Akteuren auf.

Rollstuhlbasketball

RSV Lahn-Dill erreicht das Playoff-Finale

  • VonAndreas Joneck
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Im Kampf um die deutsche Rollstuhlbasketball-Meisterschaft ist der RSV Lahn-Dill mit einem 69:47 gegen Hannover United in das Playoff-Finale gegen Thuringia Bulls eingezogen.

(aj) Der RSV Lahn-Dill steht vorzeitig im Playoff-Finale um die deutsche Rollstuhlbasketball-Meisterschaft. Am Samstagabend bezwangen die Wetzlarer in der Rittal-Arena Hannover United mit 69:47 (17:13/37:19/49:34) und ließen damit dem Vorwochenerfolg in Niedersachsen den erforderlichen zweiten Erfolg in der »best-of-three« Halbfinalserie folgen. Zum Topscorer eines am Ende klaren Heimsieges avancierte der australische Center Michael Auprince, der mit seinem Team nun in den Endspielen auf Titelverteidiger Thuringia Bulls trifft.

Doch so klar das Ergebnis nach 40 Spielminuten in der Rittal-Arena auch wirkte, zu Beginn zeigte der Gast aus Hannover, dass er trotz der Hypothek einer Heimniederlage in Spiel eins nicht gewillt war, die Segel kampflos zu streichen. Vor allem die beiden deutschen Nationalspieler Jan Sadler und Matthias Güntner waren ab der ersten Sekunde hellwach und sorgten so für ein schnelles 2:8 (4.) aus Sicht des gastgebenden RSV Lahn-Dill.

»Wir hatten zu Beginn nicht die Intensität, die wir uns vorgenommen hatten. Dies können wir uns im Finale sicher nicht leisten«, war Cheftrainerin Janet Zeltinger gar nicht angetan vom Start ihrer Mannschaft, der eine frühen Auszeit zur Folge hatte. Doch noch sollte es dauern, bis der deutsche Rekordmeister auf Betriebstemperatur war. Erst nach dem 6:12 (7.) durch den Ex-Wetzlarer Jan Haller zündete der Turbo des Gastgebers endlich.

Einher ging die Leistungssteigerung mit der Einwechselung von Catharina Weiß und Michael Auprince. Die erst 20-jährige Nationalspielerin machte ihren Job als Ersatz für die verletzte Annabel Breuer gut und der australische Hüne sollte im weiteren Spielverlauf unter dem Hannoveraner Korb richtig heißt laufen. Doch zunächst war es ein Dreier von Böhme, der den 11:12-Anschluss (9.) herstellte, ehe Brian Bell nur wenig später auf 21:13 (12.) die Weichen für sein Team stellen konnte. Im zweiten Viertel machte der RSV Lahn-Dill so aus einem 25:19 (15.) zur Halbzeit ein 37:19, zu dem bereits US-Center Bell und sein Landsmann Steve Serio jeweils zwölf Punkte beisteuerten.

Nach dem Seitenwechsel schlug dann die Stunde des Michael Auprince, der weder unter dem Korb noch aus der Mitteldistanz zu stoppen war. Am Ende kam der lange RSV-Center auf 18 Punkte und dies bei einer starken Wurfquote von exakt 75 Prozent. Dabei profitierte der Australier auch von insgesamt 21 Assists des Trios Bell-Böhme-Serio, die Auprince immer wieder gut in Szene zu setzen verstanden. Dass der RSV Lahn-Dill in Durchgang zwei nicht mehr in Bedrängnis kam und seinen Vorsprung über 45:27 (26.) bis auf 69:42 (38.) ausbauen konnte, hatte er auch einer 38:24-Reboundüberlegenheit und seiner qualitativ längeren Bank zu verdanken. Von dieser konnte der RSV starke 28 Punkte zum Erfolg beisteuern, während dies beim Gast aus aus Niedersachsen nur vier Pünktchen waren.

»Unter dem Strich haben wir heute gut gespielt, aber auch gesehen, an welchen Schwächen wir noch arbeiten sollten und vor allem müssen. Wir können dies alles noch deutlich besser machen«, so Janet Zeltinger in ihrem Fazit zur Halbfinalentscheidung.

In der Finalserie trifft der RSV Lahn-Dill auf seinen Widersacher Thuringia Bulls. Die Mannschaft von Coach Michael Engel buchte mit einem 82:61-Heimsieg über die Baskets Rahden ebenfalls vorzeitig die Fahrkarte in die Endspiele. Die Mittelhessen gastieren somit am 8. Mai in Thüringen, ehe sie in Spiel zwei und optional drei am 15. und 16. Mai in der Rittal-Arena Wetzlar Heimrecht genießen.

RSV Lahn-Dill: Michael Auprince (18), Brian Bell (14/1 Dreier), Steve Serio (14), Thomas Böhme (11/1), Ian Sagar (6), Dominik Mosler (4), Simon Brown (2), Mark Beissert, Christopher Huber, Catharina Weiß, Peyman Mizan (n.e.).

Hannover United: Matthias Güntner (18), Jan Sadler (15/1), Jan Haller (6), Alexander Budde (4), Oliver Jantz (4), Vanessa Erskine, Eike Gößling, Tobias Hell.

Michael Auprince (15) avancierte zum Topscorer und war auch durch Matthias Güntner (li.) und Jan Sadler (re.) kaum zu stoppen.

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