TC Rot-Weiß Gießen stellt sich neu auf

  • Sven Nordmann
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(sno). Ungeachtet des Coronavirus plant der TC Rot-Weiß Gießen die bevorstehende Tennissaison. An der Grünberger Straße wird personell fast alles auf Null gestellt: neuer Sportwart, neuer Vereinstrainer, neue Leistungsspitze.

Gießens führender Tennisverein TC Rot Weiß geht davon aus, dass die Medenspiele planmäßig durchgeführt werden und das Coronavirus wenig Auswirkungen auf den bevorstehenden Tennissommer haben wird. "Das durchkreuzt unsere Pläne aktuell nicht", sagt der neue Sportwart Hagen Henny. Der ursprünglich für Mitte Mai angesetzte Saisonstart wurde vom Hessischen Tennisverband verschoben, vor dem 8. Juni sollen keine Partien stattfinden. "Wir haben einen Platzwart, der in Teilzeit weiterarbeiten darf", erklärt Vereinsvorsitzender Fred Ostermeyer. Der Frühjahrsputz Ende März musste abgesagt werden, die Platzaufbereitung durch eine externe Firma soll am Osterwochen-ende planmäßig durchgeführt werden. "Die weitere Entwicklung müssen wir abwarten."

Henny für Billek

Der TC RW Gießen hat in den vergangenen Monaten nach dem Abgang von Sportwart und Vereinstrainer David Billek zudem neue Strukturen geschaffen. Neuer Sportwart, neuer Trainer, neue Leistungsspitze: Vieles verändert sich an der Grünberger Straße in diesen Tagen. Der 30-jährige Gießener Hagen Henny, als Volljurist in Frankfurt beruflich tätig und schon seit über einem halben Jahrzehnt im Verein aktiv, ist nun für die sportlichen Belange verantwortlich. "Ich fühle mich dem Verein sehr verbunden", sagt Henny, der im ehemaligen Haus von Ingo Freyer, dem Coach von Basketball-Bundesligist Gießen 46ers, wohnt.

Henny soll die Rolle von David Billek übernehmen, den es zum TV Marburg zog. "Dieser Verlust wiegt schwer, David hat die U 18 von RW erstmals seit einem Jahrzehnt in die Hessenliga geführt - wir können ihm für seine gute Jugendarbeit nur danken." Den Posten des Trainers soll künftig der 36-jährige Syrer Abraham Ibrahim übernehmen. Sein Wohnsitz liegt momentan noch im slowakischen Bratislava, "wir warten derzeit auf das Visa und die Arbeitserlaubnis", erklärt Ostermeyer.

Auf der Suche nach einem neuen Vereinstrainer habe man ein klares Profil erstellt, mit einem halben Dutzend Kandidaten gesprochen. Strategisch wichtige Entscheidungen werden beim Verein künftig von einem neu ins Leben gerufenen Sportausschuss getroffen. Geeinigt hat man sich auf Ibrahim, der einst unter den besten 300 Tennisspielern der Welt gelistet war, der Erfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen hat und einst sogar syrischer Davis-Cup-Kapitän war. Ibrahim ist viel rumgekommen, im Netz findet sich ein Foto von ihm mit Roger Federer. Verletzungsbedingt musste er seine Karriere beenden. Er spricht fünf Sprachen, darunter Französisch und Englisch - Deutsch will er lernen.

Konzept verändert

An der Leistungsspitze der Verbandsliga-Männer soll ab sofort der 27-jährige Inder Jatin Dahiya stehen. Dahiya, im Oktober 2019 noch die Nr. 1100 der Weltrangliste, soll planmäßig den gesamten Sommer über in Mittelhessen verbringen, alle Verbandsligapartien absolvieren und mittrainieren. RW musste bei der Kaderplanung improvisieren, da sich Spitzenspieler Maximilian Rink (Bischoffen) nach der Meldefrist im Januar dazu entschied, Billek zu folgen. "Das hat uns vor Probleme gestellt und deshalb mussten wir kurzfristig vom Ziel, nur regionale Spieler zu verpflichten, abweichen", erklärt Henny. Als Backup für Dahiya steht der Israeli Or Ram-Harel parat. Planmäßig aber will Rot-Weiß mit Dahiya auf der Eins und dem Dutenhofener Ben Cronau (beide LK 1) auf der Zwei antreten. Oberstes Ziel sei der Klassenerhalt, um einen Anreiz für den Verbleib der talentierten Nachwuchsspieler zu schaffen.

Das Durchschnittsalter der Verbandsliga-Damen ist durch die Gründung einer Damen-30-Mannschaft und das somit verbundene Binden älterer Akteurinnen deutlich gesunken. Auf den ersten beiden Positionen stehen Nikol Mircheva (Jahrgang 2004) und Anna Sidorenko (2005). Im Gegensatz zu den Männern konnten bei den Frauen alle Spielerinnen gehalten werden, Ziel ist auch hier zuvorderst der Klassenverbleib in der Verbandsliga.

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