Bester heimischer Pilot und zufrieden mit dem Ergebnis in der DRM-Wertung: Nico Leschhorn aus Hungen. (Foto: awp)
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Bester heimischer Pilot und zufrieden mit dem Ergebnis in der DRM-Wertung: Nico Leschhorn aus Hungen. (Foto: awp)

Ronald Leschhorns Vorgabe erfüllt: Peugeot aus Hungen gewinnt

(awp) Dass es in diesem Jahr eine spannende ADAC Rallye Vogelsberg werden würde, dessen waren sich alle sicher. Denn mit Skoda und Peugeot kämpfen in diesem Jahr zwei große Hersteller um den Titel in Deutschlands höchster Rallye-Kategorie.

Nachdem Fabian Kreim im Skoda Fabia R5 im vergangenen Jahr auf der letzten Wertungsprüfung (WP) den Sieg im Vogelsberg verloren hatte, war er nun erneut angetreten, um ganz oben zu stehen. Und diese Ansage untermauerte der Auftakt der Rallye am Freitagabend. Kreim/Christian legten furios los und holten sich auf den Prüfungen "Kreutzersgrund" und auf dem Rundkurs in Willofs in beiden Durchgängen die Bestzeit. Aber auch die Ansage von Teamchef Ronald Leschhorn von ROMO-Peugeot blieb nicht ohne Taten. "Wir gehen hier im Vogelsberg an den Start, um zu gewinnen" fasste der Hungener am Freitag vor der Rallye kurz und bündig die Ziele des neuen Teams zusammen.

Und so blieben Christian Riedemann/Lara Vaneste dicht auf den Fersen des Skodas. Besonders auf der ersten und dritten Prüfung mit 25 Prozent Schotteranteil fehlten lediglich 0,1 bzw. 1,6 Sekunden auf den ersten Platz. In Willofs säumten Tausende Zuschauer die Strecke und sahen packenden Rallyesport in allen Klassen und einen extrem schnellen Kreim, der hier auf Asphalt Zeit gutmachen konnte. Am Ende von Tag eins, stand der Skoda mit 17,3 Sekunden Vorsprung im Parc Fermé.

Nico Leschhorn überzeugt

Allerdings lief die Rallye am ersten Tag für einige der heimischen Starter weniger erfolgreich. Das Vater-Sohn-Team Michael und Patrick Stadelmann vom AMSC Pohlheim musste seinen Audi Quattro S2 bereits nach wenigen Kilometern mit Motorschaden abstellen. "Wir sind sehr enttäuscht, denn wir wollten noch einmal die Vogelsberg in Wertung zu Ende fahren. Aber nach dem Geräusch aus dem Motorraum war sofort klar, dass es nicht weitergehen würde", fasste Patrick Stadelmann zusammen. Auch Mittelhessen-Sieger Jörg Schuhej (Fulda) musste bereits auf WP 2 das Auto mit Defekt abstellen. Für DRM-Lokalmatador Nico Leschhorn aus Hungen lief es bis auf einen kleinen Ausrutscher in Willofs gut – er beendete nach den 28,6 Bestzeit-Kilometern Tag eins auf dem zehnten Gesamtrang.

Aus für Kreim am zweiten Tag

Am Samstag warteten dann extrem schwierige Bedingungen auf die noch 83 verbliebenen Teams. Starker Regen weichte die Prüfungsstrecken auf. Das erste Opfer des Tages war Spitzenreiter Kreim. Kurz nach dem Start rutschte er von der Strecke und beschädigte den Kühler so stark, dass er wenig später aufgeben musste. "Wir haben alles versucht, ihn abzudichten, mussten dann aber aufgeben, um keine Folgeschäden am Motor zu riskieren", erklärte Kreim, der sein Heimspiel als Nullnummer verbuchen musste. Dies machte den Weg für Riedemann im Peugeot 208 T16 frei. Mit einer souveränen Leistung erarbeitete man sich schnell einen Vorsprung und fuhr zum ersten Gesamtsieg des Peugeot in der DRM. Mit vier Bestzeiten auf den verbliebenen sieben Prüfungen unterstrich das Hungener Peugeot-Team, dass der Sieg aber keinesfalls nur geschenkt war. Denn auch die anderen starken S2000-Piloten konnte Riedemann hinter sich lassen. Platz zwei ging an Dominik Dinkel/Christina Kohl im Skoda Fabia S2000.

Das Podium komplettierten bei ihrem Debüt im Ford Fiesta R5 der Autocross-Europameister von 2014, René Mandel und Co Dennis Zenz. Die für den MSC Horlofftal startenden Nico Leschhorn/Josefine Corinn Beinke hatten am zweiten Tag nicht nur mit den extrem schwierigen Verhältnissen zu kämpfen. Eine gelöste Getriebehalterung am Vormittag und ein verklemmter Stein in der hinteren Bremse im weiteren Verlauf machten die Fahrt zusätzlich schwierig. Beim zweiten Durchgang am Nachmittag griffen die beiden noch mal an und konnten am Ende auf Platz neun durch das Zieltor in Schlitz fahren. "Ich bin mit der Platzierung zufrieden, und mein Ziel, bester Mittelhesse zu sein, habe ich auf jeden Fall erreicht. Wichtiger sind mir aber die Punkte und der sechste Platz in der DRM-Wertung für unseren weiteren Saisonverlauf. Ohne die kleinen Probleme wäre sicher noch der eine oder andere Platz drin gewesen", fasste Leschhorn die Rallye zusammen.

Sehr zufrieden über sein Abschneiden zeigte sich auch der Licher Reiner Hahn. Mit Co-Pilot Stefan Schork (Grünberg) fuhr er im Mitsubishi Lancer Evo IX auf Platz elf. "Wir haben ein super Auto, und ich bin froh, nach dem Ausfall bei der Monte, dass wir so gut unterwegs waren und teilweise schneller als manch stärkeres Auto sein konnten." Der zweite Licher Pilot, Sebastian Wolf, erreichte am Ende den 15. Platz. Er war in diesem Jahr für den MSC Eisennach unterwegs, da er anstelle von Catharina Reitz (Pohlheim) von Andreas Luther aus der thüringischen Stadt über die Prüfungen navigiert wurde.

Ein weiteres hessisch-thüringisches Team war mit Dirk Klemund (Hungen) und Felix Wolf (Trusetal) im Mitsubishi Lancer Evo X am Start. Für das Team vom MSC Horlofftal reichte es am Ende für Platz 33. Horst Schmidt aus Hungen, der ebenfalls für den MSC Horlofftal gestartet war, fuhr mit Co Benjamin Kerker (Gütersloh) im BMW 323ti auf Platz 57.

Das Team vom AMSC Pohlheim mit Christian Sier/Franziska Kraft fuhr eine konstante gute Rallye. Jedoch mussten die beiden ihren BMW 318is auf WP zehn mit einem technischen Defekt abstellen. Bis dahin lag das Lahnau-Gießener Gespann auf dem 29. Platz im Gesamtklassement und Rang zwei in der Klasse F08. Der geplante Start der Gießenerin Sina Hildebrandt mit Johnny Pedersen musste ausfallen, nachdem der BMW M3 wegen eines Motorschadens bei einer Rallye in der Woche zuvor für die Rallye Vogelsberg nicht startbereit war.

Von Gartzen im Opel-Cup Sechster

Im Rahmen der ADAC Rallye Vogelsberg gingen auch 17 Teams des ADAC Opel Rallye Cups an den Start. Die stark besetzte Serie wird bisher von den ausländischen Teams bestimmt. Das finnische Duo Huttunen/Linnaketo gewann nach den 124,5 Kilometern im Vogelsberg den Cup und fuhr außerdem auf einen beachtlichen 14. Gesamtrang. Besondere Beachtung fand der Gaststart von Ex-Rallyefahrer und Tester beim TV-Magazin "Grip", Niki Schelle. Er war mit Katrin Becker aus Schlitz bei ihrer Heimrallye am Start und bewies, dass er noch richtig Gas geben kann. Mit einem verschmitzten Lachen kommentierte er seinen zweiten Platz im Cup und bezeichnete sich als talentierten Nachwuchspiloten.

Mit dem Gießener Sebastian von Gartzen fährt auch ein heimischer Pilot im Opel Rallye Cup. Nachdem er beim Saisonauftakt bester deutscher Pilot gewesen war, kam er im Vogelsberg mit seinem Beifahrer Hans-Peter Loth (Frankfurt) auf Rang sechs innerhalb des Cups ins Ziel. "Unsere Zielsetzung war schwierig. Wir hatten einen Reifenschaden und haben dadurch viel Zeit verloren. Aber zum Schluss konnten wir noch mal unsere Schnelligkeit beweisen und die WP 12 als Drittschnellste beenden", so die Zusammenfassung des Gießeners.

Trotz des teils doch etwas widrigen Wetters kamen wieder rund 20 000 Zuschauer zu den Prüfungen, von denen Durchgang elf aber abgesagt werden musste. Rallyeleiter Friedrich Goldstein war zufrieden, konnte er doch rund 90 Teams auf die Strecke schicken, von denen aber nur 61 das Ziel innerhalb der Wertung erreichten. Mit der Rallye "Sulinger Land" zwischen Hannover und Bremen findet der nächste Lauf zur DRM Anfang Mai statt.

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