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Der EM-Showdown ist eröffnet mit (v.l.) Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar); Tim-Oliver Kalle (DHB-Pressesprecher) und Bundestrainer Dagur Sigurdsson während der offiziellen Pressekonferenz.

Rittal-Arena soll DHB-Team tragen

(sno) Wetzlar freut sich auf die Handball-Nationalmannschaft, die morgen gegen Portugal in die EM-Qualifikation startet. Vor dem Auftakt sind aber andere Themen als die rein sportlichen dominierend.

Dagur Sigurdsson war bemüht, den Fokus auf den Start der EM-Qualifikation und das morgige Länderspiel in Wetzlar zu legen. So richtig gelingen wollte ihm das nicht im Wust der Fragen um seine persönliche Zukunft, Wechselgedanken und Leistungslöcher nach großen sportlichen Erfolgen. Morgen (19 Uhr, live auf Sport1) spielt die deutsche Handball-Nationalmannschaft in der ausverkauften Wetzlarer Rittal-Arena gegen Portugal, am Samstag geht’s in die Schweiz. Bevor sich Sigurdsson diesem sportlich wichtigen Auftakt widmen konnte, musste er aber einige andere Felder abarbeiten.

Der 43-Jährige stellte klar, dass er die Nationalmannschaft bei der WM im Januar definitiv coachen wird. "Das steht fest", sagte Sigurdsson, der eine Entscheidung über seine Zukunft für den November ankündigte. Zuletzt wurde über einen vorzeitigen Abgang des Erfolgscoaches spekuliert, eine Option erlaubt es ihm, zum 30. Juni 2017 aus dem bis 2020 laufenden Vertrag auszusteigen (siehe links).

Das nächste Feld, das Sigurdsson beackern musste, hieß "Leistungsloch". Ob es normal sei, dass man nach einer starken EM und Olympia-Bronze in ein solches falle, und was man dagegen tun könne, wurde er gefragt. "Ich kenne kein Leistungsloch", sagte der Trainer trocken. "Es ist ganz einfach: Verlieren ist nicht so schön wie gewinnen. Wir schauen immer nur auf das nächste Spiel und versuchen es zu gewinnen."

Das nächste Spiel steht morgen gegen Portugal an und Dagur Sigurdsson war es ein Anliegen, auf die Bedeutung hinzuweisen. "Es geht um ein sehr wichtiges Spiel und jedes einzelne Tor. Wir werden keine zehn Minuten Zeit haben, uns heranzutasten. Wir müssen alles dafür investieren, das Spiel zu gewinnen." Das DHB-Team baut dabei vor allem auf die Unterstützung des Wetzlarer Publikums. "In der Rittal-Arena herrscht immer eine unglaubliche Atmosphäre, da kann sich jeder drauf freuen", meinte Steffen Fäth, einer von drei Wetzlarer Heimkehrern (siehe unten). Sein Nationaltrainer betonte: "Es ist immer schwer für einen Gast nach Wetzlar zu kommen."

Der Gast aus Portugal muss morgen auf seinen Ausnahmakteur Joao Ferraz von der HSG Wetzlar verzichten. "Sie sind individuell aber stark besetzt", meint Jannik Kohlbacher. Die Portugiesen sind dafür bekannt, eine aggressive Abwehr zu spielen. Für fünf von zehn Europameisterschaften konnte sich Portugal qualifizieren, zu mehr als Platz sieben reichte es bei einer EM allerdings nie. Die Rollen im Heimspiel des amtierenden Europameisters gegen den 14. der Weltrangliste sind klar verteilt.

Verzichten muss Deutschland auf den in der Reha befindlichen Christian Dissinger, den am Knie verletzten Julius Kühn und Spielmacher Martin Strobel, der aufgrund der hohen Belastung eine Pause einlegen möchte. Rune Dahmke ist aufgrund von Sprunggelenksproblemen ebenfalls kein Thema, für ihn wurde Matthias Musche nachnominiert. Von den Ausfällen profitiert auch der in der Bundesliga zuletzt so starke Philipp Weber. Der Akteur der HSG Wetzlar steht vor seinem Nationalmannschaftsdebüt. "Wir haben ihn schon seit längerer Zeit im Auge", sagt Sigurdsson. "Seine Karriere verlief etwas holprig, er hat einige Rückschläge hinnehmen müssen. Aber jetzt hat er endlich mal einen Lauf und kann seine Fähigkeiten zeigen. Es war gut für ihn, dass er in Wetzlar Verantwortung übernehmen musste."

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