Richtungsweisende Partie für Gießen

(dlu) Wenn über das nächste Heimspiel der LTi Gießen 46ers am Samstag (20 Uhr) in der Sporthalle Ost gegen die Eisbären Bremerhaven gesprochen wird, fällt in vielen Kreisen früher oder später das Wort "richtungsweisend". Die Euphorie des guten Ligastarts mit fünf Siegen aus den ersten sieben Spielen scheint nach elf absolvierten Partien verblasst, aber auch die von Manager Christoph Syring stets befürchtete "Panik" nach den ersten Rückschlägen ist ausgeblieben.

(dlu) Wenn über das nächste Heimspiel der LTi Gießen 46ers am Samstag (20 Uhr) in der Sporthalle Ost gegen die Eisbären Bremerhaven gesprochen wird, fällt in vielen Kreisen früher oder später das Wort "richtungsweisend". Die Euphorie des guten Ligastarts mit fünf Siegen aus den ersten sieben Spielen scheint nach elf absolvierten Partien verblasst, aber auch die von Manager Christoph Syring stets befürchtete "Panik" nach den ersten Rückschlägen ist ausgeblieben.

Fast könnte man den Eindruck gewinnen, die Anhänger der Mittelhessen fänden sich noch nicht so ganz zurecht zwischen dem himmelhochjauchzenden Kratzen an den Playoff-Plätzen und dem zu Tode betrübenden Abstiegskampf.

Ruhig wie lange nicht war es bei der letzten Partie gegen Alba Berlin zuweilen. Dass Gießens Cheftrainer Vladimir Bogojevic es geschafft hat, mit der von ihm zusammengestellten Truppe den besten Start seit der Playoff-Saison 2004/2005 (damals sechs Siege nach elf Spielen) hinzulegen, wird dabei kaum noch wahrgenommen. Die zurückliegenden, krisengeplagten Jahre haben Spuren hinterlassen, vielleicht merkt man erst jetzt, wie sehr. Was aber kann von den LTi Gießen 46ers erwartet werden? Ist manchem Zuschauer Abstiegskampf vielleicht sogar lieber (weil emotionaler und vielleicht auch bekannter) als ein Platz im Niemandsland der Tabelle?

Mit den vom Ex-Paderborner Doug Spradley trainierten Eisbären aus Bremerhaven gibt nun der Tabellenfünfte seine Visitenkarte bei den 46ers ab, und es wartet ein hartes Stück Arbeit auf die Spieler um Topscorer "Zack" Peacock. Das Spiel der Eisbären ist dem Basketball, wie ihn Gießens Trainer "Vladi" Bogojevic gerne praktizieren lässt, relativ ähnlich: Kleine, pfeilschnelle Guards kombiniert mit beweglichen und athletischen Centern versprechen temporeichen und aggressiven Basketball. "Bremerhaven hat eine sehr kompakte und erfahrene Mannschaft, viele Akteure haben bereits international gespielt", weiß Bogojevic um die Stärken der Norddeutschen, "es wird wichtig sein, ihre Penetration zum Korb zu stoppen".

Die beiden US-Guards Donald Copeland und Torrell Martin (momentan dritteffektivster Spieler der BBL hinter Ulms John Bryant und Peacock) sind dabei mit knapp 44 Prozent bzw. 38 Prozent Trefferquote auch aus dem Drei-Punkte-Bereich gefährlich, der deutsche Smallforward Philipp Schwethelm versenkt sogar jeden zweiten seiner Wurfversuche von draußen. Für Bogojevic natürlich ein Grund, hierauf ebenso besonderes Augenmerk zu richten: "Auch die Drei-Punkt-Würfe müssen wir gut verteidigen und dürfen den Schützen keinen Raum lassen", fordert er von seinem Team.

Interessant wird vor allen Dingen ein Matchup unter dem Korb sein: mit Craig Callahan (der bei den Eisbären derzeit noch hinter Andrew Drevo gesetzt ist) trifft Gießens Powerforward Peacock auf einen Spieler, der wie er selbst 2.03 Meter misst, aber etwas weniger Masse auf die Waage bringt. Beide scoren häufig (Callahan mit knapp 15 Punkten pro Spiel gegenüber Peacocks 16), der Gießener greift mehr Rebounds ab (7 vs. 4 pro Spiel). Letzteres ist für Bogojevic ein weiterer Schlüssel zum Erfolg: "Wenn wir die Bretter kontrollieren, können wir das Spiel schnell machen und so zu einfachen Punkten kommen."

Für die Partie stehen dem Headcoach voraussichtlich bis auf den weiterhin verletzten Anthony Smith wieder alle Akteure zur Verfügung, der zuletzt angeschlagene Tyler Kepkay konnte unter der Woche wieder ins Training einsteigen. Smiths Genesungszustand verläuft laut Gießens Trainer "wie erwartet, aber es ist noch zu früh, eine Prognose abzugeben, wann er wieder auflaufen kann".

Wenn Gießen es schafft, den Ball diszipliniert unters Brett zu bringen (Bogojevic: "Da haben wir Größenvorteile") und druckvoll zu verteidigen, ist ein Sieg für die Rot-Weißen durchaus im Bereich des Möglichen, vor allem Center Elvir Ovcina dürfte deutliche Vorteile gegen den jüngeren Sean Denison haben. Von der Partie allerdings zu erwarten, sie würde den folgenden Saisonverlauf andeuten, wäre wohl zu viel des Guten. Sollte der Weg dann am Rundenende weder nach ganz oben noch nach ganz unten führen, wäre das für ein Niedrig-Etat-Team wie die LTi Gießen 46ers eigentlich trotzdem ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis. In der Playoff-Saison waren es übrigens nach zwölf Spieltagen immer noch sechs Siege.

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