Rettungsanker Relegation

  • vonFrank Drill
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(fjd). Die Biebertaler Schachfreunde haben in der Schach-Verbandsliga Nord mit der 3,5:4,5-Niederlage im "Abstiegsendspiel" beim SK Marburg II die letzte Chance verpasst, noch vom vorletzten Tabellenplatz wegzukommen. Der Tabellenneunte steigt entweder direkt ab - oder er muss Anfang Juni "nachsitzen", falls es bei nur einem Hessenliga-Absteiger zur Relegation gegen den Vorletzten der Südstaffel (mutmaßlich der SK Gernsheim II) kommen sollte.

SK Marburg II - Sfr. Biebertal 4,5:3,5:Ausgerechnet im "Abstiegs-Endspiel" bei den ebenfalls noch gefährdeten Marburgern mussten die Fellingshäuser auf ihren Erstbrettspieler Alexander Krastev verzichten, der durch den zuletzt nur noch sporadisch eingesetzten Altmeister Frank Roeberg ersetzt wurde. Diesem merkte man die fehlende Spielpraxis an: Trotz Anzugsvorteil gegen den 150 DWZ-Punkte "leichteren" Widerpart Helge Neidhardt sprang nur ein leicht vorteilhaftes Turmendspiel heraus, welches Roeberg durch zwei Ungenauigkeiten zum Remis verdarb. Bereits zuvor hatte mit Alexander Lähnwitz ein weiterer Weißspieler nichts "herausgeholt", da er von der Eröffnungswahl des SKM-Remisspezialisten Gerhard Kuhn (Caro-Kann mit 4...Sf6) auf dem falschen Fuß erwischt worden war. Leistungsgerechte Punkteteilungen erstritten Nachwuchsspieler Leon Arne Engländer und der reaktivierte Christopher Ottway.

Während Roeberg und Lähnwitz "zu lahm" agierten, wurden die jeweils lang rochierenden Kiyan Engert und Philipp Risius frühzeitig Opfer ihrer übersteigerten schachlichen Aggressivität. Erstgenanntem kam - nachdem der eigene Angriff bereits festgefahren war - gegen Eike Gallmeier per Springerabzugsschach die Dame abhanden, die er drei Züge zuvor noch problemlos hätte abtauschen können. Risius wollte kein Tempo aufwenden, um den mit Da5 angegriffenen Rochade-Bauern auf a2 zu schützen, wodurch SKM-Neuzugang Wolfram Schneider neben dem Mehrbauern auch noch unparierbaren Mattangriff auf dem Servierteller präsentiert bekam. Zu allem Überfluss konnte Florian Reichelt trotz Mehrqualität keinen vollen Punkt aus der Stellung pressen, da sein mit dem Läuferpaar ausgestatteter Gegenüber sich präzise zu verteidigen verstand. So blieb es aus Gästesicht bei dem einzigen Partiegewinn von Andreas Barth, dessen Freibauer auf der d-Linie von Marburgs Lehmann nur unter Preisgabe eines Offiziers eliminiert werden konnte. Da für die Biebertaler Schachfreunde angesichts ihres schwierigen Restprogramms (gegen Niederbrechen, Wolfhagen und Vellmar) kaum allzu viel Zählbares werden ergattern können, bleibt die Hoffnung, dass der gerettete SK Marburg II im Match gegen Schlusslicht SK Gelnhausen (1:11 Punkte) ebenfalls konzentriert agiert. Sonst droht für Barth und Co. der GAU mit Rang zehn in der Abschlusstabelle.

Marburg II - Biebertal 4,5:3,5: Brett 1: Roeberg - Neidhardt remis; 2: Lehmann - Barth 0:1; 3: Schneider - Risius 1:0; 4: Seibert - Reichelt; 5: Kuhn - Lähnwitz; 6: Hein - Ottway; 7: Roling - Engländer alle remis; 8: Gallmeier - Engert 1:0.

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