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Rene Keller: Basketballer und Fußball-Schiedsrichter

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Rene Keller begeistert sich für zwei Sportarten. Als Kapitän von Lich Basketball spielt er in der 2. Regionalliga. Bald kehrt er auf den Fußballplatz zurück: als Schiedsrichter für den SV Queckborn.

Als U16-Trainer, Vorstandsmitglied und Aktiver bei Lich Basketball hat sich Rene Keller mittlerweile vor allem dem Spiel unter den Körben verschrieben. Mit den Korbjägern liegt der Guard derzeit im Titelrennen in der 2. Regionalliga auf Platz zwei, punktgleich mit der führenden Mannschaft aus Idstein. Das Saisonfinale verspricht Spannung. Der Grünberger leitet darüberhinaus etliche Spiele als Schiedsrichter. Nicht etwa auf dem Hallenparkett, sondern auf dem Fußballplatz. Er pfeift für den Sportverein Queckborn. Eine nicht ganz gewöhnliche Konstellation.

Herr Keller, Sie leiten Fußball-Spiele als Schiedsrichter, sind aber selbst aktiver Basketballer in Lich. Wie kommt es zu dieser interessanten Kombination?

Rene Keller: Die Schiedsrichterei habe ich von meinem Vater und meinem älteren Bruder. Das ging mit 13 Jahren bei mir los. Da war es ein bisschen Taschengeld, was man sich dazu verdient hat. Mittlerweile denke ich, dass man in dieser Funktion sehr viel für seine Persönlichkeitsentwicklung tun kann. Mit dem Basketball habe ich noch früher angefangen, bei den Minis in Grünberg. Dann ging es nach Gießen ins BBLZ. Irgendwann bin ich in Lich gelandet.

Haben Sie auch selbst Fußball gespielt oder spielen aktuell?

Keller: Aktuell nicht, nur früher in der Jugend habe ich mal in Harbach gekickt, als ich noch in Ettingshausen gewohnt habe. Aber für mich war schnell klar, dass Basketball eher mein Ding ist.

Sie machen gerade als Referee ein Jahr Pause. In der neuen Saison geht es aber wieder weiter. Wie kam das?

Keller: Das war berufsbedingt. Ich habe mein Lehramtsstudium im Mai 2018 abgeschlossen und bin danach ins Referendariat. Da mir das zu viel war, habe ich mit Kreisschiedsrichterwart Andreas Reuter abgesprochen, dass ich mich ein Jahr freistellen lasse. Das ist als Schiedsrichter beim Fußball möglich. Aber im Sommer geht’s weiter.

Ist es nicht manchmal schwer, Fußballspiele zu pfeifen, wenn man als Sportler die Basketballregeln so verinnerlicht hat?

Keller: Nein, damit habe ich keine Probleme. Wenn ich auf den Fußballplatz gehe, denke ich nicht an Basketball.

Wie beurteilen Sie die jüngsten Regeländerungen im Fußball?

Keller: Die Möglichkeit für uns, Gelbe oder Rote Karten gegen Offizielle auf der Bank zu verhängen, finde ich gut. Als guter Schiedsrichter, der im Kontakt mit den Trainern ist, kann man das auch so bewerkstelligen. Aber diese Regel macht es jetzt eindeutiger. Eine gute Idee ist es meines Erachtens auch, dass die ausgewechselten Spieler nun an der Stelle das Feld verlassen sollen, die ihnen am nähesten ist. Vorher war es doch so, dass ich mich entscheiden musste, ob ich dem noch hinterher laufe und "Gelb" zeige. Damit kostet die Aktion zwangsläufig noch mehr Zeit.

Wo geht es fairer zu: beim Basketball oder beim Fußball?

Keller: Tatsächlich ist es situationsbedingt. Aber ich sage jetzt mal im Basketball. Im Fußball ist ja vor wenigen Jahren auch das obligatorische Shakehands eingeführt worden. Das habe ich davor ein bisschen vermisst. Im Basketball war das immer ganz normal.

Mit Lich Basketball sind Sie in der 2. Regionalliga oben mit dabei. Wie formulieren Sie als Kapitän da die Ziele und wie sehen Ihre Chancen aus?

Keller: Vor der Runde war unser Ziel, unter die ersten vier zu kommen. Dann haben wir kurzfristig Jermaile Jones dazubekommen. Mit solch einem Hochkaräter ändert sich dann natürlich noch mal alles. Jetzt stehen wir auf Platz zwei. Ich denke, wir können alle übrigen Spiele gewinnen und wollen das auch. Darüberhinaus heißt es Daumen drücken, dass Idstein noch mal stolpert.

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