Ein vorzeitiger Abbruch der Fußball-Regionalliga Südwest würde dem FC Gießen zupass kommen. FOTO: IMAGO
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Ein vorzeitiger Abbruch der Fußball-Regionalliga Südwest würde dem FC Gießen zupass kommen. FOTO: IMAGO

Fußball

Regionalliga Südwest: Alles deutet auf Abbruch hin

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Erst nach dem DFB-Bundestag am 25. Mai entscheidet die Fußball- Regionalliga Südwest endgültig - ein vorzeitiger Abbruch zeichnet sich aber ab.

Eine endgültige Entscheidung darüber, ob die Fußball-Regionalliga Südwest vorzeitig beendet wird (und wenn ja wie) oder die Spielzeit im Herbst fortgeführt werden soll, fällt erst Ende Mai. "Zeitnah nach dem DFB-Bundestag (25. Mai, Anm. d. Red.) werden wir eine Entscheidung treffen", sagte der Geschäftsführer der Regionalliga Südwest GbR, Sascha Döther, dieser Zeitung.

Auf der gestrigen Videokonferenz waren sich die 18 Teilnehmer der Regionalliga Südwest aber grundsätzlich einig darüber, dass man den Spielbetrieb nicht über den 30. Juni hinaus verlängern wolle – und Geisterspiele kein Thema sind. "Wir als Ligaträger werden uns da schon nach den Wünschen der Vereinen richten", sagte Döther.

Das Zeitfenster zwischen dem DFB-Bundestag am 25. Mai, und dem Saisonende 30. Juni ist angesichts von zwölf ausstehenden Spieltagen so klein, dass eine Fortsetzung, realistisch betrachtet, unmöglich sein wird. Allerdings will und darf die Regionalliga-Geschäftsführung aus haftungstechnischen Gründen einen Saisonabbruch zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommunizieren.

 "Favorisiert wird", erklärte der komissarische Geschäftsführer des FC Gießen, Markus Haupt, "ein Abbruch der Saison mit einer Quotientenregelung. In unserem Fall ist der Aufsteiger Saarbrücken. Absteiger gibt es in diesem Fall keine, die Saison endet dann zum 30. Juni."

Jeder Verein, der die Lizenz erhalte, ist in der kommenden Saison berechtigt, an der Regionalliga teilzunehmen. Bis Ende Mai müssen sich alle Vereine nun gedulden, ob diese Variante Gültigkeit besitzen wird.

Klarheit herrscht in Liga vier im Allgemeinen betrachtet jedenfalls nicht. Döther erklärte am Montag sogar: "Es ist vorstellbar, dass die fünf Regionalligen (Südwest, Bayern, West, Nordost und Nord, Anm. d. Red.) unterschiedliche Entscheidungen über die weitere Saisonausrichtung treffen." Zwar finde ein Austausch statt, aber: "Jeder hat eine andere Gemengelage."

Der FC Gießen hatte sich schon vor Langem für eine vorzeitige Beendigung der Saison ausgesprochen – die Anwendung der Quotientenregel zur Bestimmung eines Aufsteigers, aber ohne Mannschaften absteigen zu lassen, käme Gießen zupass. So würde der FC, der aktuell auf einem Relegations-Abstiegsplatz liegt, die Klasse halten und könnte seine Spieler bis zum Vertragsende in der Kurzarbeit verweilen lassen. Die drohende Insolvenz könnte so mit großer Wahrscheinlich umgangen werden.

Die Regionalliga Südwest muss bei der Entscheidung berücksichtigen, dass Mannschaften aus fünf verschiedenen Bundesländern stammen.

Bisher noch nicht thematisiert wurde der Hessenpokal, in dem der FC Gießen im Halbfinale steht und Heimrecht gegen den TSV Steinbach Haiger hat. In der kommenden Woche soll es eine Videokonferenz mit den noch im Wettbewerb befindlichen Vereinen mit dem Verband geben. "Das Ziel ist es weiterhin, diesen Wettbewerb sportlich auf dem Platz zu beenden." Der Sieger qualifiziert sich für den DFB-Pokal.

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