Für die Spieler des FC Gießen wird es wohl am Samstag in Mainz wieder um Punkte gehen. FOTO: FRIEDRICH
+
Für die Spieler des FC Gießen wird es wohl am Samstag in Mainz wieder um Punkte gehen. FOTO: FRIEDRICH

Fußball

Regionalliga vor Restart

  • vonGerd Chmeliczek
    schließen

Ab Freitag soll in der Regionalliga Südwest wieder der Ball rollen. Das entschied gestern das Landgericht Mannheim. Der Antrag auf einstweilige Verfügung wurde abgelehnt.

Somit steht für den FC Gießen am kommenden Samstag (14 Uhr) wohl die Begegnung beim TSV Schott Mainz auf dem Spielplan. Es sei denn, einer oder mehrere Vereine legen gegen die Entscheidung Berufung ein. Dann wäre das Oberlandesgericht Karls-ruhe zuständig. Eine finale Entscheidung ist beim FC Gießen noch nicht gefallen. Notvorstand Turgay Schmidt will sich noch mit den anderen Vereinsvertretern beraten. "Ich gehe im Moment aber davon aus, dass wir am Samstag spielen müssen." Und auch beim TSV Steinbach Haiger stellt man sich darauf ein, auf den Platz zurückzukehren: "Wir akzeptieren selbstverständlich das Urteil und werden nun alles geben, um sportlich so erfolgreich wie möglich durch den Dezember zu kommen", erklärt Steinbachs Vorstandssprecher Roland Kring.

Neben den Gießenern und dem TSV Steinbach Haiger waren die Vereine TSV Eintracht Stadtallendorf, TSV Schott Mainz, FC Astoria Walldorf und der Bahlinger SC juristisch gegen die Wiederaufnahme des Spielbetriebs am 11. Dezember vorgegangen. Die Begründung: Es sei für die Klubs aufgrund der Corona-Lage nicht zumutbar, noch vor Weihnachten wieder zu spielen. Der Gesundheitsschutz sei nicht gewährleistet.

Turgay Schmidt kritisiert die Entscheidung der Kartellkammer mit deutlichen Worten: "Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man der Bevölkerung nicht vermitteln kann, dass wir wieder spielen", sagte der Rechtsanwalt. Alles werde heruntergefahren, auf Bundesebene werde darüber diskutiert, ob die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verschärft werden, "und in der Regionalliga soll Fußball gespielt werden. Völlig ohne Not. Auf viele Vereine - und da zähle ich den FC Gießen dazu - kommen nun erhebliche Anstrengungen zu. Tests müssen durchgeführt werden, die Mannschaft reist durch halb Deutschland - ich kann das nicht nachvollziehen", fügte er an. "Und ich habe auch noch niemanden getroffen, der das versteht."

Grundlage der Entscheidung, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, war, dass gemäß Corona-Verordnung seit dem 1. Dezember auch Rheinland-Pfalz neben Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland das Trainieren und Spielen in der Regionalliga Südwest wieder erlaubt ist. Vor den Partien sollen bei Spielern, Offiziellen und Schiedsrichtern Corona-Tests durch-geführt werden.

OFC begrüßt das Urteil

Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, teilte das Landgericht Mannheim mit. Aber die Kartellkammer sah juristisch keine gravierenden Verstöße bezüglich der Saisonfortsetzung. Es sei allein um die Frage gegangen, ob die Antragsgegnerin - also die Regionalliga Südwest GBR - eine vertretbare Abwägung vorgenommen habe. Davon sei auszugehen, teilte das Gericht mit. Es sei deshalb vertretbar gewesen ... das bisherige, bislang behördlich nicht beanstandete Hygienekonzept weiterhin als übergeordnetes Hygienekonzept anzusehen, zumal es um Schnelltests erweitert worden sei.

Die Offenbacher Kickers begrüßen derweil die Entscheidung. Geschäftsführer Thomas Sobotzik: "Ich freue mich wirklich über diese Gerichtsentscheidung, für unseren Verein und für unsere Fans. Es macht mich traurig, dass Fußballvereine dagegen geklagt haben, zu spielen. Wir wussten alle, was in dieser Saison auf uns zukommt, dass wir maximal flexibel sein müssen. Das wurde auch vertraglich festgehalten. Wir möchten einfach nur unserer Arbeit nachkommen."

Werden keine weiteren Rechtsmittel eingelegt, haben die Spieler des FC Gießen vor Weihnachten noch vier Partien vor der Brust: Nach dem Auswärtsspiel am Samstag gegen Schott Mainz geht es am Dienstag 15. Dezember mit der nächsten Begegnung beim SC Freiburg II (14 Uhr) weiter. Es folgt das Mittelhessen-Derby gegen Stadtallendorf am 19. Dezember (14 Uhr) in Gießen und schließlich am 22. Dezember die Partie beim 1. FSV Mainz 05 II (14 Uhr).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare