Regionalliga: Bundesweit andere Regelungen

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(dpa). Erleichterung in Köln, Unmut in Offenbach, Ungewissheit in Berlin: Die fünf Fußball-Regionalligen sind derzeit ein Musterbeispiel für den regional unterschiedlichen Umgang mit der Corona-Krise im Sport. Während Rot-Weiss Essen, Alemannia Aachen und die anderen viertklassigen Clubs in Nordrhein-Westfalen während des Teil-Lockdowns im November weiterspielen dürfen, ist der Spielbetrieb im Norden, Nordosten, Süden und im Südwesten unterbrochen.

Ein entscheidender Punkt in der Frage "spielen oder nicht spielen" ist die Einordung: Zählt die vierte Liga als Profi-sport? Dann ist eine Fortsetzung des Spielbetriebs von den Beschlüssen der Politik gedeckt. Oder handelt es sich um Amateursport? Dann darf nicht gespielt werden.

Regionalliga Südwest:Genau an der einheitlichen Beantwortung dieser Frage droht die schnelle Fortsetzung des Spielbetriebs im Südwesten zu scheitern. Dort spielen Teams aus fünf Bundesländern. Am Dienstag liefen mehrstündige Beratungen der Verantwortlichen und der Vereine. Da unter anderem FSV Mainz 05 II, TuS RW Koblenz und der FK Pirmasens in Rheinland-Pfalz als Amateurclubs eingestuft werden, erscheint eine Spielpause bis Ende November als wahrscheinlichste Option.

Der Blick in den Südwesten macht ein grundsätzliches Problem der Regionalligen deutlich: Während einige Vereine mit großer Vergangenheit wie Offenbach de facto wie ein Proficlub aufgestellt sind, bezeichnet sich der Tabellenletzte Stadtallendorf selbst als Dorfclub.

Regionalliga Nordost:Der Nordostdeutsche Fußballverband hatte seinen Spielbetrieb ab Montag erst einmal eingestellt. Wie es weitergeht, soll heute in einer Videokonferenz besprochen werden.

Nur wer vom zuständigen Amt professionelle Strukturen bescheinigt bekam, darf bis dahin weiter trainieren. Berliner Clubs erwägen deshalb, nach Brandenburg auszuweichen, wo das Training erlaubt wäre. Ob im Dezember wieder gespielt werden kann, ist für den Sportdirektor von Tabellenführer Viktoria Berlin, Rocco Teichmann, offen. "Das ist wie ein Blick in die Glaskugel."

Regionalliga West:Dass die Clubs im Westen weiterspielen dürfen, lässt gerade die ambitionierten Vereine aufatmen. "Die meisten Clubs arbeiten unter Profibedingungen. Deshalb ist die Entscheidung, weiterzuspielen, auch folgerichtig", wird Marcus Uhlig, Vorstand bei Rot-Weiss Essen, vom "Reviersport" zitiert.

Unverständnis zeigte dagegen Oberhausens Präsident Hajo Sommers. "Es gibt keine Testungen. Ich betone: die Spieler werden nicht getestet und es geht weiter", sagte Sommers. "Wie wollen wir das denn den Menschen erklären, die Kinos, Theater, Kneipen oder Restaurants schließen mussten?"

Regionalliga Nord:Schon zügig nach den politischen Entscheidungen, den Amateursport im November größtenteils auszusetzen, gab der Norddeutsche Fußballverband vergangene Woche bekannt, den Spielbetrieb zu unterbrechen. "Bei der Regionalliga Nord handelt es sich nicht um eine bundesweite Profispielklasse mit regelmäßigen Testungen. Folglich ist sie dem Amateursport zuzuordnen", sagte Verbandspräsident Günther Distelrath.

Die Regionalliga für die Clubs in Bremen, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein ist in diesem Jahr in eine Nord- und Südstaffel geteilt. Distelrath: "Dadurch haben wir ein bisschen Luft."

Regionalliga Bayern:In Bayern wird der Amateurfußball, zu dem auch die Regionalliga gezählt wird, gleich bis zum 31. Dezember 2020 unterbrochen. Im Süden hatten die Verantwortlichen schon vor Monaten einen anderen Weg eingeschlagen und die Spielzeit 2019/20 nur unterbrochen. Ein Neustart zum 1. Juli 2021 "in geordneten Bahnen" wird vom Verband angestrebt.

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