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Rallye-Strecke am Dünsberg feiert tolles Comeback

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Von: Redaktion

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Eine Legende ist zurück: Die Bergrennstrecke am Dünsberg. Auch wenn es nicht ganz so wie früher war, war die 3. ADAC-Rallye-Mittelhessen dennoch ein Spektakel - mit einem Schönheitsfehler.

Auch wenn es im Vorfeld Schwierigkeiten bei der Genehmigung der Strecken gab und diese darum nicht in vollem Umfang gefahren werden konnten, blicken die Organisatoren der 3. ADAC-Rallye-Mittelhessen auf eine gelungene Neuauflage zurück. Die Veranstaltergemeinschaft aus AMC Gießen und dem AMSC Pohlheim wurde in diesem Jahr mit dem AMC Rodheim-Bieber um einen neuen Partner erweitert. So erweiterte sich auch das Gebiet der Rallye, denn erstmals gab es mit der Strecke am Dünsberg auch eine Wertungsprüfung im Lahn-Dill-Kreis.

Die Traditions-Bergrennstrecke, die von 1968 bis 1989 fester Bestandteil im heimischen Motorsport-Kalender war, sorgte auch bei der Wiedergeburt innerhalb der Rallye für viel Begeisterung. Obwohl kein offizieller Zuschauerpunkt ausgewiesen werden konnte, kamen doch mehrere Hundert Zuschauer an die Strecke. Auch die Fahrer äußerten sich positiv über die schnelle Landstraße zwischen Blasbach und Hohensolms, die um eine kleine Schotterpassage am ehemaligen Fahrerlager ergänzt wurde. »Ich kenne die Strecke noch als kleiner Junge und war dort immer mit meinem Vater zum Zuschauen. Diese Strecke nun einmal selbst zu fahren, war ein tolles Erlebnis«, äußerte sich Stefan Assmann, der die Rallye mit Fahrer Marco Koch im Opel Kadett C im VIP-Feld absolvierte. Erwartete Zweikampf an der Spitze Begeistert war auch Co-Pilot Peter Thul (Wolfsburg), der mit Michael Gerber aus Lich im Toyota Corolla WRC als Vorauswagen die Rallye fuhr. Die beiden Ex-Rallyeprofis ließen es in dem neu aufgebauten Original-Werksauto ordentlich krachen. Mit Drifts und Flammenwurf aus dem Auspuff begeisterten sie die vielen Zuschauer an den insgesamt sieben Prüfungen. Die Fahrt mit vollem Einsatz diente als Test für die anstehende Rallylegend in San Marino, bei der die beiden in den letzten Jahren im Audi Quattro am Start waren. Wie geschaffen war die Wertungsprüfung bei Hattenrod für den Vorauswagen von Peter Zima und Co Mario Roth. Den großen Schotteranteil und den groben Wiesenweg meisterte der Safari Lancia Delta Integrale aus dem Jahre 1991 ohne Probleme. Auch für die Aktiven stellte der vorher oft diskutierte Abschnitt keine Probleme dar, und bis auf ein paar Ausrutscher nach dem einsetzenden Regen beim zweiten Durchgang verlief die Rallye unfallfrei.

Jörg Schuhej und Tanja Timmer (Fulda/Schwalmstadt), die Sieger der Rallye vor zwei Jahren, gingen als Favoriten auf die 35 Bestzeitkilometer. Mit Reiner Hahn aus Lich und Uwe Kiehm (Willofs) standen zwei weitere Allrad-Mitsubishi als direkte Konkurrenten in der Starterliste. Doch noch bevor die erste Prüfung zwischen Grüningen und Watzenborn gefahren wurde, musste Reiner Hahn das Auto mit Defekt am Differenzial abstellen. So entwickelte sich nach einem Patzer von Kiehm auf WP 1 der erwartete Zweikampf um die Spitze. Schuhej konnte den Vorsprung über die gesamte Veranstaltung immer sicher verwalten. Auf der zweiten Durchfahrt am Dünsberg musste aber auch Kiehm seinen gelben Evo 6 mit Defekt abstellen. Einziges Manko: Wenige Starter So konnte Rallyeleiter Harry Oesterling am Ziel in Dorf-Güll den Siegersekt an Schuhej/Timmer überreichen, die mit über zwei Minuten Vorsprung den Sieg von 2015 wiederholten. Platz zwei ging an das Duo Gerrit Spangenberg/Andre Wenning (Wolfhagen/ Bad Arolsen) im BMW E36 M3, vor dem Opel Kadett-Team mit Gerrit Schmitt/Stefan Pfister (Marktheidenfeld). Von dem ohnehin schon mageren Starterfeld mit 25 Teilnehmern kamen nur 19 innerhalb der Wertung ins Ziel. Dieses erreichten Lucas Habicht/Leonie Kraft vom veranstaltenden AMSC Pohlheim auf Platz zwölf sowie als Gruppen- und als Klassensieger der Klasse G10.

Nach dem Feld der Rallye 35 starteten noch neun Teams zur »1. ADAC Retro Rallye Mittelhessen«. Bei der Fahrt auf Gleichmäßigkeit, die nicht weniger spektakulär anzusehen war, siegte das Team Marcel Michel/ Kevin Hettler im BMW 318is. Die Geschwister Carolin und Martin Bernhardt vom AMSC Pohlheim erreichten in ihrem Opel Manta B Platz vier vor dem Vogelsberger Duo Oliver Dittert/Sascha Degenhardt (AMSC Pohlheim). Im Retro-Feld gab es keine Ausfälle, alle Teilnehmer sahen die Zielflagge. Die veranstaltenden Vereine können auf der 3. ADAC Rallye Mittelhessen aufbauen und wollen diese wieder regelmäßig durchführen. Sorgen bereitet nur die geringe Starterzahl – die aber dem allgemeinen Trend im Rallyesport folgt – und die Genehmigung der Strecken.

Info

Die Ergebnisse

Gesamtergebnis (nach 7 Wertungsprüfungen): 1. Schuhej/Timmer (Mitsubishi Lancer Evo/MSC Fulda) 26:02,0 Min.. 2. Spangenberg/Wenning (BMW M3/MSC Emstal) 28:08,7, 3. Schmitt/Pfister (Opel Kadett GSI/MSC Wächtersbach) 28:23,7, 7. Moufang/Wagner (BMW 320i/(MSC Rund um Schotten) 29:34,0, 12. Habicht/Kraft (BMW 318ti/AMSC Pohlheim) 30:06,1, 13. Jungwirth/Hufeld (BMW 318is/AMC Grünberg) 30:06,5, 16. Hofmann/Becker-Kraft (BMW 318/AMSC Pohlheim) 30:57,7. Retroklasse (nach 7 Wertungsprüfungen): 1. Michel/Hettler (BMW 318is), 2. Blüthner/Blüthner (VW Golf/ADAC Südbaden), 3. Rode/Pfeifer (VW Polo), 4. Bernhardt/Bernhardt (Opel Manta B/AMSC Pohlheim), 5. Dittert/Degenhardt (Opel Astra/AMSC Pohlheim).

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