Rackelos weiterhin auf der Überholspur

  • vonSebastian Kilsbach
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(sks). Auch beim FC Bayern Basketball II konnten die Gießen 46ers Rackelos einen Sieg einheimsen. Das 78:74 war der vierte in Folge für den Drittligisten, der sich damit auf Platz vier der Basketball-Pro B Süd vorgearbeitet hat.

Man konnte einmal mehr nicht anders, als sich mit dem Farmteam zu freuen: Nach dem Sieg brachen alle Dämme. Felix Schweizer war als erster über die Bande gesprungen, um die Feierlichkeiten zu starten. Das breite Grinsen des Rollenspielers spricht Bände über das Teamgefüge der Rackelos. Nur vier Minuten hatte Schweizer auf dem Parkett gestanden. Statt Frust ist es aber unbändige Freunde, die sich Bahn bricht.

Auch folgende Anekdote ist symbolisch für die Mannschaft von Coach Lutz Mandler. Als wir das Gespräch gerade beenden wollen, wirft er noch einen Blick auf den Statistikbogen. Stach vielleicht ein Spieler besonders hervor? Nein: "Es war eine komplette Teamleistung. Da kann man einfach keinen hervorheben."

Das ist stilprägend für das Erfolgsmodell der Rackelos, die auch im vierten Jahr ihres Bestehens nach dem Jahreswechsel auf einem gesicherten Playoffplatz stehen. Diese Konstanz ist in der unsteten ProB schon für sich eine Leistung. Sie strahlt noch mehr hervor, wenn man die Gesamtsituation der Gießen 46ers in den Blick nimmt. Corona kommt da erschwerend bloß noch hinzu.

An Überraschungen mangelte es dem Spiel am Samstagnachmittag nicht. Die erste hatte neben dem Parkett Platz genommen: Ex-Nationalspieler Steffen Hamann fungierte erstmals als Kommentator beim Livestream und begrüßte die vierhundert Zuschauer mit den Worten: "So aufgeregt war ich vor einem Spiel noch nie." Im Verlauf der Partie streute er Erinnerungen an gemeinsame Nationalmannschaftserlebnisse mit Rackelo-Kapitän Johannes Lischka ein, der unterm Brett einen schweren Stand hatte.

Dafür sorgte in der gallig verteidigenden bayerischen Auswahl auch Matej Rudan. Für den Doppellizenzspieler war es der erste Einsatz in Münchens Reserveteam. Coach Andreas Wagner wollte nichts dem Zufall überlassen, um sich für die Pleite im Hinspiel zu revanchieren.

Diese Taktik ging über weite Strecken auf. Mit Ausnahme der Anfangsminute konservierten die Bayern eine konstante Mini-Führung. Dabei legten sie den Frontcourt der Mittelhessen um Lischka und Tim Uhlemann an die kurze Leine. Inside funktionierte nur wenig bei Gießen. Andere sprangen in die Bresche, um den Rückstand zur Halbzeit auf 31:37 zu begrenzen.

Bevor es besser wurde, wurde es erst schlechter. Bis auf 44:34 (22.) enteilten die Hausherren. "Danach haben wir den Ball schneller bewegt. Wir waren anfangs zu statisch nur auf einer Seite. Wir haben in der Halbzeit gesagt, dass wir den Ball nicht so lange halten dürfen und einfach ein bisschen schneller spielen müssen", erklärt Mandler.

Die Taktik ging auf. Hatten Uhlemann und Lischka zur Halbzeit zusammen erst 13 Zähler aufgelegt, sollten es am Ende 39 sein. Ein 8:0-Lauf in den letzten Minuten sorgte für die Entscheidung. "Die Trefferquote im letzten Viertel hat uns geholfen. Aber es spricht einfach für das Team, dass wir zum zweiten Mal in Folge einen Rückstand aufgeholt haben", lobte der Coach.

Gießen 46ers Rackelos: Ziring, Köpple (12), Amaize (8), Schneider, Uhlemann (22), Lischka (17), Nicholas (10), Schweizer, Brach (7), Maruschka (2).

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