Nicht zu bremsen: Der Gießener Donte Nicholas (am Ball) zeigt gegen Erfurt eine starke Partie. 	FOTOS: FRIEDRICH
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Nicht zu bremsen: Der Gießener Donte Nicholas (am Ball) zeigt gegen Erfurt eine starke Partie. FOTOS: FRIEDRICH

Rackelos Spitzenreiter

  • vonSebastian Kilsbach
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(sks). Sechster Sieg in Folge für die Gießen 46ers Rackelos: Nach dem 93:72 (44:36) über die Erfurter Löwen steht der Basketball-Drittligist jetzt an der Tabellenspitze.

Nach einem ausgeglichenen ersten Durchgang wurde Trainer Lutz Mandler in der Kabine etwas lauter: »Wir haben uns in der ersten Hälfte nicht als Team präsentiert. Die Ansprache in der Kabine war definitiv nicht jugendfrei«, erklärt der Basketballlehrer nach dem Spiel. Dazu hatte Mandler auch allen Grund: Ein 16:0-Lauf seiner Rackelos im dritten Viertel ebnete schließlich den Weg zum völlig ungefährdeten Sieg. Dass Erfurt als Tabellenvorletzter schon von Beginn an zurücklag, obwohl Mandler nicht gänzlich zufrieden war, lag maßgeblich an einem Mann.

Donte Nicholas war in der Anfangsphase schlicht hervorragend aufgelegt. Die für gewöhnlich sehr kompakt stehende thüringische Hintermannschaft ließ sich vom schnellen ersten Schritt des US-Amerikaners ein ums andere Mal düpieren. Zugleich setzte Nicholas auch seine Mitspieler mit viel Übersicht in Szene, etwa Tim Uhlemann, der aus der Distanz das 14:9 erzielte. Nach einem weiteren gelungenen Durchstecker von Nicholas auf Sebastian Brach berieten sich die Löwen in einer Auszeit. Angeführt vom jüngst nachverpflichteten Rowell Graham Bell legten die Gäste einen 13:5-Run aufs Osthallen-Parkett.

Nur noch hauchzart in Führung, drückten die Rackelos nach einem Time-Out den Reset-Knopf ganz tief durch. Vor allem Uhlemann war jetzt nicht zu bremsen und schenkte den Thüringern in den letzten drei Minuten des zweiten Viertels drei Dreier ein. Zur Halbzeit stand es 44:36 aus Sicht der Hausherren.

»Danach haben wir einfach besser als Team gespielt, Optionen gesucht, den Ball stringent laufen lassen. Das hat Spaß gemacht, die Verteidigung war gut. Das dritte Viertel war so, wie wir es uns vorstellen«, lobt Mandler die Einstellung seines Teams nach dem Seitenwechsel. Während man Erfurt jetzt das hohe Spielpensum der letzten Wochen anmerkte, spielte Gießen wie aus einem Guss. Aus einem 54:44 in der 24. Minute wurde ein vorentscheidendes 69:44 in der 29. Höhepunkt war ein Alley-oop-Anspiel von Tim Köpple im Fastbreak auf Uhlemann.

Sonntag in Coburg

Im letzten Viertel konnten die 46ers II dann tiefer durchrotieren. Besonders schön nahm sich aus, dass der von den Gießen Pointers gekommene Viktor Ziring erstmals im Trikot der Rackelos scorte. Seine zwei Dreier in der Schlussphase der Partie wurden nach Spielende frenetisch gefeiert.

»Jetzt steht das Spitzenspiel an«, dachte Mandler da bereits an die anstehende Herkulesaufgabe. In Coburg kommt es am Sonntag zum Aufeinandertreffen des Tabellenersten gegen den Tabellenzweiten. Vorerst dürfen die Rackelos ihren Platz an der Sonne aber genießen.

Gießen: Köpple (10), Amaize (2), Schneider (4), Göbel, Ziring (6), Uhlemann (22), Lischka (19), Nicholas (16), Brach (6), Schweizer (8), Maruschka.

Erfurt: Price Jr. (17), Saffer (7), Merz (7), Enders, Pleta, Osei (21), Bode (6), Hoppe (2), Graham Bell (11), Kraus (2).

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