Rackelos fallen auseinander

  • vonSebastian Kilsbach
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(sks). "Das war für mich ein Spiegelbild des Ulm-Spiels", sagte Trainer Rolf Scholz nach der zweiten Niederlage seines Teams in Folge in der Basketball-ProB. Mit 82:104 waren die Gießen 46ers Rackelos zuvor in Frankfurt untergegangen.

Pick-&-Roll ist eines der beliebtesten Basketballsysteme. Dabei stellt ein Big Man den Block für seinen Aufbauspieler, der um diesen herumdribbelt. Erstgenannter "rollt" ab und ist im Optimalfall frei in der Zone vom Guard anspielbar. Jener Optimalfall kam in der Frankfurter Basketball-City Mainhattan am Samstagabend einige Male zu häufig vor. Allein in der Anfangsphase des Schlussviertels kam Aaron Kayser dreimal aus diesem Spielsystem zu Punkten.

Seine Quote von 100 Prozent aus dem Zweierbereich ist nur eine Kennziffer dafür, was bei den Rackelos schieflief. "Wir spielen derzeit keinen guten Basketball, auch wenn das phasenweise immer wieder gut aussieht. Es ist zu unkonstant", moniert Scholz, der sich an die verlorene Partie gegen Ulm vor einer Woche zurückerinnert fühlte. Jedes Viertel sollten an die Skyliners gehen. Die Gießener liegen nach diesem neuerlichen Punktverlust auf Platz fünf.

Deutlich glücklicher stimmte nicht nur den Coach, sondern auch die Spieler die Unterstützung von den Rängen. 40 Fans hatten sich auf den Weg ins Trainingszentrum der Skyliners im Nordwestzentrum begeben. "Das hat die Jungs richtig gefreut. Mir tut es leid, dass sie dafür nach Frankfurt gekommen sind. Aber sie haben uns toll unterstützt und die Halle dominiert", lobt Scholz.

25 Minuten lang war es ein Spiel der Läufe. Während es danach nur noch bei den Skyliners lief, konnten die Rackelos die Partie durch diverse Runs zuvor offenhalten. Lag das Scholz-Team nach drei Minuten bereits mit 4:12 im Hintertreffen, leuchte nur drei Minuten später ein 14:16 auf der Anzeigetafel. Ein 27:36 nach 15 Minuten verwandelten die von Johannes Lischka (29 Punkte) angeführten Mittelhessen in ein 36:38. Frankfurt zog bis zur Pause davon. Nach dem Seitenwechsel geriet der Gastgeber aber massiv ins Wanken, konnte über mehrere Minuten keinen Treffer landen und lag nach Zug zum Korb von Leon Okpara sogar mit 52:53 zurück.

Danach gelang es den Skyliners besser, die Gießener inside zu attackieren. Bis zur Mitte des vierten Viertels - nach 33 Minuten stand es 74:81 - blieben die Gäste in Schlagdistanz. Was folgte, war ein 13:4-Lauf: Frankfurt traf aus allen Lagen. "Sie haben uns ab dem dritten Viertel auseinandergenommen", erklärt Scholz. "In der Offense haben sie den Ball besser laufenlassen. Bei uns haben nur drei Leute Verantwortung genommen", sagte der Trainer mit Blick auf die Leistung von Lischka, Okpara und Wyatt Lohaus, hinter denen zu wenig kam.

Es war die zweite Niederlage gegen ein Farmteam in Folge. Auch am Samstag ankern die Mittelhessen in einem Talenthafen. Bei der Bayern-Reserve soll dann der Befreiungsschlag glücken.

Gießen: Köpple (4), Amaize, Krämer (4), Uhlemann (3), Okpara (19), Lischka (29), Pesava (1), Lohaus (22), Brach.

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