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Rackelo-Allrounder Donte Nicholas kommt gegen den Ulmer Christoph Philipps zum Dunking angeflogen.

Rackelos beißen sich durch

  • vonSebastian Kilsbach
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Hartes Abnutzungsduell mit Happy End: Im Basketball-Drittliga-Spiel zwischen Gießen und Ulm mussten beide Teams auf Stammkräfte verzichten. Routinierte Rackelos bissen sich letztlich durch.

Das 86:79 (49:39) am Samstagabend war bereits der 13. Saisonsieg für das Farmteam der Gießen 46ers. Bei noch vier ausstehenden Spielen in der Hauptrunde machen die Rackelos damit aus dem Duell um den ersten Tabellenplatz den Vier- zum Dreikampf. Ulm als direkter Konkurrent liegt jetzt zwei Siege hinter Gießen und drei hinter Spitzenreiter Coburg. Immerhin den direkten Vergleich konnte die Orange Academy für sich entscheiden.

Beide Teams traten nicht mit voller Kapelle an. Bei Ulm fehlten mit Jeremy Sochan und Igor Milicic aufgrund des Nationalmannschaftsfensters zwei polnische Stammkräfte. Auch Doppellizenzspieler Nicolas Bretzel stand Headcoach Anton Gavel nicht zur Verfügung. Dennoch konnte der ehemalige 46ers-Guard zehn Spieler aufbieten. »Ich sehe es positiv und auch als Chance, da viele Spieler jetzt in die Bresche springen und ihre Einsatzminuten nutzten werden«, hatte Gavel bereits vor dem Spiel aus der Not eine Tugend zu machen versucht.

Gießen verfügt da über andere Voraussetzungen, spielt generell nur mit einer Acht-Mann-Kernrotation. Hinter der vielleicht besten Starting-Five der Liga wird es personell schnell eng. Verletzungsbedingte Ausfälle verstärkten diese Not im Spielverlauf zusätzlich. Felix Schweizer bekam beim Stellen eines Blocks zu Beginn des zweiten Viertels einen heftigen Schlag auf den Hinterkopf. Tim Schneider wurde beim Kampf um den Rebound unmittelbar vor der Halbzeitpause unsanft in die Mangel genommen und blieb zunächst benommen am Boden liegen. »Beide sind echt angeschlagen und konnten dann auch nicht mehr weiterspielen«, erläutert Coach Lutz Mandler, der zudem auf Sebastian Brach (Schulterverletzung) und Karl Maruschka verzichten musste.

Tim Uhlemann, Donte Nicholas und Johannes Lischka mussten so jeweils über 35 Minuten auf dem Parkett stehen. Ulm hatte zahlreiche Chancen, um in einem bis zum Schluss engen Spiel die Führung zu übernehmen. Die magere Trefferquote von 37 Prozent aus dem Feld brach den Spatzen aber das Genick. »Die Truppe hat zusammengehalten und bis zum Ende gekämpft«, unterstreicht Mandler, welch schwerer Akt hinter dem Team lag: »Wir sind einfach stolz auf die Jungs.«

Gießen erwischte den besseren Start, wobei vor allem Nicholas nach Finte mit einem einhändigen Dunk und Punkten im Fastbreak nach Steal Akzente setzte. Die Gäste ließen bereits in der Frühphase der Partie viele gute Chancen ungenutzt, konnten dann binnen einer Minute aber aus einem 12:17 ein 22:17 (10.) machen. In einem wilden Spiel mit vielen Ballverlusten gab es im zweiten Abschnitt zahlreiche Führungswechsel zu bewundern. Für Stabilität sorgte Nicholas, der seine Farben nun mit seinem Allround-Spiel trug. Mit viel Hangtime verwandelte der US-Amerikaner zum 44:34 (18.). Kurz bevor Schneider eine Verletzung davon trug, streute der Guard nach Touchdown-Pass von Uhlemann das 47:36 ein (20.).

De facto spielte Gießen ab diesem Zeitpunkt zu sechst. Nach einem erfolgreichen Vierpunktespiel (Dreier plus Foul nebst Freiwurf) durch Christoph Philipps verkürzte Ulm zum 61:64. Uhlemann sorgte mit einem Dreier im letzten Angriff aber für einen erfolgreichen Nadelstich.

»So ein Spiel ist schwer zu verdauen. Wir hatten 26 Abschlüsse mehr als Gießen«, blickt Gavel zurück. Sowohl beim 71:73 (35.) als auch beim 77:78 (37.) schien das Spiel zu kippen. Ulm bekam den Bock aber nicht umgestoßen, während Nicholas via Bodenpass Köpple zum 81:77 bediente. »Wir haben am Ende nicht den entscheidenden Stopp bekommen«, so Gavel weiter, der in der Crunchtime taktisch foulen ließ. An der Linie zeigte Gießen Nervenstärke. Lohn für die Mühe ist, dass der erste Platz in Reichweite bleibt. Es wäre die beste Abschlussplatzierung des Farmteams, das bereits jetzt für die Gruppen-basierte Playoff-Phase planen darf. - Gießen: Ziring (6), Köpple (13), Amaize (10), Schneider (2), Göbel, Uhlemann (17), Lischka (18), Nicholas (17), Schweizer (3).

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