Nicht zu stoppen: Rackelo-Center Johannes Lischka, der sich unter dem Korb gegen Sebastian Heck (Dresden) durchsetzt. FOTO: FRIEDRICH
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Nicht zu stoppen: Rackelo-Center Johannes Lischka, der sich unter dem Korb gegen Sebastian Heck (Dresden) durchsetzt. FOTO: FRIEDRICH

Rackelo-Trainer Scholz überrascht

  • vonSebastian Kilsbach
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Trotz vieler Ausfälle siegten die Gießen 46ers Rackelos mit 96:66 gegen tiefbesetzte Titans. Eine Erklärung für das kleine Basketball-Heimwunder hatte auch Coach Rolf Scholz nicht.

Ich kann ehrlich gesagt selbst nicht sagen, wie wir das geschafft haben", ringt der Coach nach Spielende um Worte. Mehrere Doppellizenzspieler, die mit den BBL-46ers in Vechta weilten, standen nicht zur Verfügung. Auch Ikeon Smith wurde nicht eingesetzt. Der Verein ist auf der Suche nach einem Ersatz. Desto unfassbarer ist der hohe Sieg in der Basketball-ProB Süd gegen deutlich besser besetzte Sachsen einzustufen.

"Wir haben als Gruppe verteidigt, in keinem Viertel mehr als zwanzig Punkte zugelassen und es geschafft, trotz körperlicher Überlegenheit ihre großen Leute aus dem Spiel zu nehmen", erklärt Scholz. Seine letzten Worte gehen in ein ungläubiges Glucksen über: "Sie sind so jung und haben trotzdem unfassbar clever agiert, egal wie Dresden verteidigt hat. Riesen Kompliment."

Grundlage des späteren Siegs war ein 28:18 im ersten Abschnitt, wobei alleine auf Kapitän Johannes Lischka 15 Punkte entfielen. Immer wieder setzte der Routinier seinen Körper geschickt ein und zog Fouls. Auch aus dem Feld war der ehemalige Nationalspieler nicht zu stoppen.

"Es war anfangs ungewohnt, ohne Fans zu spielen, aber während des Spiels ruht der Fokus dann nur darauf. Wie jeden Sommer habe ich viel gearbeitet, um mich für die Saison fit zu machen. Wenn das klappt, ist es einfach eine schöne Bestätigung", so Lischka.

Näher als auf 28:36 (15.) kamen die Sachsen nicht ran. Nach einer Auszeit der Rackelos hob Lischka gar hinter der Dreipunktelinie ab und holte die zweistellige Führung zurück. Mit einem Dreipunktespiel kurz vor der Pause war es Neuzugang Alexandre Doche, der auf 46:31 stellte. Der Franzose sollte dann vor allem der zweiten Hälfte den Stempel aufdrücken.

Die meisten seiner insgesamt fünf Dreier fielen in den zweiten 20 Minuten. Allen voran in der Schlussphase des dritten Viertels war Doches Treffsicherheit Gold wert. Zuvor völlig paralysiert agierende Dresdner trafen plötzlich wie aus einem Guss. Da die Rackelos kurz zuvor ebenfalls einen kräftigen Schluck Zielwasser getrunken hatte, fiel das nicht ins Gewicht. Binnen weniger Minuten wurde aus einem 65:35 so ein 82:51 vor dem Schlussviertel.

Neben Lischka und Doche war es in dieser Phase Tim Köpple, der viel Verantwortung schulterte. "Sie haben uns offensiv getragen, der Sieg war aber ein Gesamtprodukt", betont Scholz. Zur Rotation gehörten blutjunge Spieler wie Karl Maruschka, Sebastian Brach und Tim Schneider, die zu überzeugen wussten. Allen voran Guard Brach bestach mit sechs Punkten bei sieben Assists und fünf Rebounds.

Die sieben Spieler auf der Dresdner Bank konnten nur ungläubig zu sehen, wie die Rackelos auch im Schlussabschnitt ihre Führung verteidigten. Nach über 35 Minuten auf dem Parkett wurde Lischka schließlich ausgewechselt. Die Schlagzahl ging deutlich runter, weshalb Dresden noch Ergebniskosmetik betreiben konnte. An der faustdicken Überraschung aus mittelhessischer Sicht änderte das freilich wenig. Weiter geht es für die 46ers II am kommenden Samstag in Haching.

Gießen: Doche (29), Köpple (20), Amaize (7), Schneider (2), Lischka (26), Schweizer (6), Brach (6), Maruschka.

Dresden: Nießen (7), Kirchner (8), Wenczel, Domrös, Wendler, Papenfuß, Voigtmann (6), von der Wippel (2), Stahl (14), Kayser (6), Heck (4), Larysz (19).

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