Torben Weinandt (HSG Pohlheim) wird von Lucas Bauer (l., Obernburg) bedrängt. FOTO: RAS
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Torben Weinandt (HSG Pohlheim) wird von Lucas Bauer (l., Obernburg) bedrängt. FOTO: RAS

Punkte verschenkt

  • vonDitmar Kartak
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(dk). Die HSG Pohlheim steht sich selber im Weg und schenkte am Samstag vor über 300 Zuschauern in der Holzheimer Sporthalle zwei Punkte her. Es war eine durchaus vermeidbare Niederlage, auch wenn die personellen Vorzeichen bei den Gastgebern nicht zum Besten standen und stehen. Am Ende leuchtete ein 30:32 (13:19) von der Anzeigentafel, und die Gäste von der TuSpo Obernburg feierten einen verdienten Auswärtserfolg und wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg in der Handball-Oberliga.

Mit Recht verwies Trainer Jens Dapper nach der Partie auf das Fehlen wichtiger Stammkräfte. Mit Lex, Drommershausen, Grundmann und Linck fehlten gleich vier wichtige Führungsspieler im Pohlheimer Team, neben den Langzeitverletzten Christoph Träger und Felix Erdmann. Dennoch zeigten sich die Hausherren gleich zu Beginn strukturiert und mit er Initiative. Ein agiler Torben Weinandt netzte ein zum 6:4 (14.), Niclas Florian markierte das 9:7 (16.), und wieder Weinandt erzielte die 10:8-Führung für die Pohlheimer (18.). Noch gab es nichts zu meckern aus Gastgeber-Sicht.

Das sollte sich aber ändern, die beste Abwehr der Liga legte Schwächen an Tag, das Blatt wendete sich. Zwölf Gegentreffer kassierte die Spielgemeinschaft noch bis zum Pausenpfiff. Dazu gesellten sich einfache Fehler, vor allem im Spielaufbau. Es knirschte gewaltig im Pohlheimer Angriffsgetriebe. Beim 13:19 wurden die Seiten gewechselt, es wurde merklich still in der Holzheimer Sporthalle.

Dapper fehlen die Alternativen

Aber die Köpfe hängenzulassen, ist nicht das Ding der Blau-Weißen. Nach dem Wiederanpfiff wurde die Aufholjagd gestartet. Es war die beste Phase im Spiel der Pohlheimer. Binnen zehn Minuten schmolz der Sechs-Tore-Vorsprung der Gäste. Thimo Wagner markierte den Anschlusstreffer zum 20:21 (41.), die Halle "lebte" wieder. Jetzt machte sich das Fehlen der Alternativen auf der Bank bemerkbar, so musste z. B. Max Rühl die volle Distanz über 60 Minuten gehen, die Kräfte schwanden.

"Da hätte ich schon gerne einmal gewechselt, der Mittelblock war einfach nicht mehr frisch, die Obernburger kamen wieder zurück", trauerte Coach Jens Dapper den verpassten Gelegenheiten zur Spielwende nach. Denn auch der Angriff schwächelte nun wieder. Wichtige Bälle wurden hergegeben, und Obernburg nutzte die Gunst der Stunde. Das sah auch Gästetrainer Tobias Milde in der Spielanalyse so: "Die Fehler der Pohlheimer in der Vorwärtsbewegung haben uns doch sehr geholfen."

Beim 23:27 (50.) durch Benedikt Kern betrug der Vorsprung der Gäste wieder vier Tore, die Niederlage war besiegelt. Auch wenn die Hausherren mit allen verbliebenen Mitteln dagegenhielten, die Niederlage ließ sich nicht mehr vermeiden.

"Eigentlich schade, meine Mannschaft hat heute ihr Bestes gegeben unter den Umständen. Ein Andy Lex hat uns vor allem im Mittelblock gefehlt, im Angriff hätte uns Chris Grundmann als Alternative auch gut getan. Aber so ist das im Sport nun mal, damit müssen wir leben", analysierte Dapper.

Pohlheim: Schlegel, Wüst; N. Happel, Weisel (2), Rühl (6), Niclas (1), Stübing, Kammer, Weinandt (8), Hirz (7/3), Gilbert, Ohrisch, Wagner (6).

Obernburg: Kiss, Friedrich; Reus, Wengerter, Raab (4), Klimmer (11/2), Neeb (3), Karrer (1), Kern (3), Wengerter (2), Malik (1), Schnabel (2), Göpfert (2), Bauer (3).

Im Stenogramm: SR: Gölzer/Stalev (Eddersheim). - Zuschauer: 320. - Zeitstrafen: 8:4 Minuten. Siebenmeter: 3/3:2/2.

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