Fußball-Ziel erreicht

Profivertrag für Grünberger Sascha Heil beim SC Paderborn

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Mit 16 Jahren verließ Sascha Heil Grünberg Richtung SC Paderborn. Eine Schambeinentzündung verhinderte bislang die ersten Trainings- und Einsatzminuten im Zweitligakader. Nun will er durchstarten.

Der Freitagabend ist durchaus ein besonderer im Leben des Sascha Heil. Der 19-Jährige feierte den Abiball und damit die abgeschlossene schulische Ausbildung. An den 4. Mai aber kommt dieser letzte Freitag im Juni nicht mal ansatzweise heran. "Das ist eindeutig, der 4. Mai bedeutet mir mehr", sagt Heil. An jenem Tag hat der Grünberger nicht nur Geburtstag, er hat just an jenem Tag im Jahr 2018 auch seinen Profivertrag beim Fußball-Zweitligisten SC Paderborn unterschrieben.

Abitur und Profivertrag – von solch einer Ausgangslage als 19-Jähriger träumen Hunderttausende in Deutschland. Sascha Heil hat den ersten Schritt geschafft, weiß aber auch: "Das, was du investierst, ist viel für eine Chance, die ziemlich klein ist." Gemeint ist der Aufwand für den Traum, Fußballprofi in Deutschland zu werden. Seit mehr als drei Jahren stehen Freunde und Familie hinten an, "über den Fußball geht nichts drüber. Der geht vor allem vor."

Im Alter von 16 Jahren zieht Heil vom Grünberger Ortsteil Reinhardshain ins Internat nach Paderborn. "Mit 16 Jahren ist man noch nicht reif und eigentlich ganz schön jung. Das ist schon hart", weiß Heil, der betont, dass es Jahre gab, in denen er lediglich in den Sommer- und Winterferien in der Heimat vorbeischaute. Zielstrebig und fleißig sei er aber schon immer gewesen, versichern Wegbegleiter. Also nutzte der talentierte Fußballer das Angebot – wie es so viele Jugendakteure der TSG Wieseck bekommen. Auch in diesem Fall bildeten die Blau-Weißen das Sprungbrett.

"Er hatte alle Anlagen, um es mal in den Profibereich zu schaffen", sagt Swen Bulut, der ihn während seiner rund vierjährigen Zeit in Wieseck durchgehend trainierte. "Dynamik, Technik, Spielintelligenz" sorgten dafür, dass Bulut seinen Schützling sogar einen Jahrgang überspringen ließ. Begonnen hatte Heil im linken offensiven Mittelfeld, in Wieseck wurde er umfunktioniert zum Innenverteidiger. "Weil er keine Angst hatte, in die Zweikämpfe zu gehen", meint Bulut.

Als Kapitän verließ er die TSG mit 16 Jahren und führte den SCP in der vergangenen Saison in der A-Jugend-Bundesliga ebenfalls als Spielführer an. In der Winterpause wurde ein Berater organisiert, mehrere Vereine waren interessiert, ehe Paderborn sich im April dazu entschied, ihm einen Einjahresvertrag mit Option zu geben. "Ich bin ganz normal für den Zweitligakader eingeplant", sagt der Grünberger, der nun allerdings Verletzungspech hat und die Vorbereitung nicht absolvieren kann. Ende März gab’s Probleme mit den Adduktoren und einen Muskelfaserriss, nach einer längeren Pause traten im Mai erneut Beschwerden auf: Schambeinentzündung. Das kann sich bekanntlich ziehen, der Kraftraum ist momentan die einzige "Arbeits"-Möglichkeit.

"Es ist schwer zu sehen, dass alle anderen trainieren und du dich nicht empfehlen kannst. Die Vorbereitung ist das Wichtigste der ganzen Saison, alle stehen bei null und können sich beweisen", weiß Heil. Trotzdem bleibt er positiv: "Gut, dass wir es früh erkannt haben. Ich werde alles dafür geben, dass ich den Anschluss an die Mannschaft finde und in der Rückrunde in der 2. Bundesliga eingreifen kann."

Wenn er körperlich noch etwas zulege und das notwendige Glück habe, könne der 19-Jährige den langfristigen Sprung schaffen, meint sein Jugendtrainer. Das feste Vorhaben besitzt Sascha Heil jedenfalls: "Das ist momentan mein Beruf. Wenn ich jetzt die Hälfte meiner Konzentration auf ein Studium legen würde, wird es nichts. Ich fokussiere mich auf den Fußball und will später höchstmöglich spielen." Vielleicht würde der Tag, an dem der erste Auftritt im Profigeschäft erfolgt, von der Bedeutung her dann sogar den 4. Mai ablösen.

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