Profis Paroli geboten

Ein eindrucksvolles Abbild dieser Saison lieferten die Rennsportler der Radfahrervereinigung 1904/27 Gießen-Kleinlinden beim »32. Großen Preis der Stadt Bad Homburg«, zu dem sie zum dritten Mal in Folge vom Veranstalter eingeladen worden waren und auf eine Auswahl der diesjährigen Tour-de-France-Fahrer trafen.

Mit Vorjahressieger Alessandro Petacchi, Tour-de-France-Etappensieger Tony Martin (HTC-HighRoad), Danilo Hondo (Lampre-ISD), Kurparksieger der Jahre 2004 und 2009, Marcel Sieberg (Omega-Pharma-Lotto) und Olympiasieger Luke Roberts (SaxoBank-Sungard) fuhren die Kleinlindener Felix Hötte, Jonas Hartmann, Alister Clay, Sebastian Schubert, Moritz Schütz und Jan-Niklas Droste 50 Runden á 1,6 km rund um den Kurpark.

Bei der Einschreibung auf der Bühne an der Kaiser-Friedrich-Promenade gingen die Mittelhessen noch unter, während Eurosport-Kommentator Karsten Migels sich dem Sieberg-Interview widmete. Zur Startaufstellung schoben sich die blau-weiß-roten RV-Trikots ganz nach vorne, während sich die lokale Prominenz mit den Tour-Assen ablichten ließ. Mit dem Startschuss war das Moderatoren-Duo aus Eurosport-Mann Migels und dem hessischen Sprecher Hasso Redenz in seinem Element, doch die ersten Runden gehörten zum Großteil Redenz. Die Kleinlindener Moritz Schütz und Jan-Niklas Droste waren dem Feld der Favoriten davon gefahren und hatten sich mit einigen Sekunden Vorsprung abgesetzt. Redenz konnte seinem Moderatorenkollege von aktuellen Meistertiteln und mehreren Saisonsiegen der Kleinlindener berichten, die das Publikum gleich zu Beginn zu viel Beifall bewegten.

Ab dem ersten Prämiensprint war eine vierköpfige Spitzengruppe mit Schütz, Droste, dem Profi Danilo Hondo und Tino Thömel (Team NSP) unterwegs, die nach einigen Runden wieder gestellt und von einer Dreier-Spitze ohne hessische Fahrer abgelöst wurden.

In der neunten und der 16. Runde zeigte sich Kleinlindens Alister Clay mit Tempoarbeit an der Spitze des Feldes neben Tour-Etappensieger Martin und dessen Profi-Kollegen. In der 24. Runde dann ein langer, harter Sprint von Moritz Schütz, der ihm den Gewinn einer Sprintwertung einbrachte. Eine Runde später lieferten sich Jan-Niklas Droste und Tony Martin ein Sprintduell um Wertungspunkte, das denkbar knapp, erst anhand der Zielkamera zu Gunsten des Kleinlindeners ausgewertet werden konnte. Mit einer entstandenen neunköpfigen Spitzengruppe um Petacchi, Martin, Sieberg, Schütz und Droste fiel eine Vorentscheidung im Kampf um die weitere Punktevergabe für den Tagessieg.

Mit dem näherkommenden Finale musste das Kleinlindener Duo sich dann aus der Spitzengruppe verabschieden und fuhr zwischen der Spitze und dem Feld der Verfolger unter lautstarker Anfeuerung der dicht gedrängten Zuschauer. »Die Kleinlindener haben sich mit den Großen angelegt und sehr gut präsentiert«, würdigte Streckensprecher Hasso Redenz die Leistung der Mittelhessen und verstärkte damit den Beifall noch einmal.

Schütz und Droste kehrten 17 Runden vor dem Ziel in das Verfolgerfeld, in dem auch ihre Teamkollegen stark fuhren, zurück. Mit immenser Tempoverschärfung ging Droste dann in die letzte Runde und kam hinter Tagessieger Tony Martin, Alessandro Petacchi und Marcel Sieberg auf Platz sechs. Jonas Hartmann wurde 19. – Moritz Schütz gewann Prämien.

»Sie waren nicht nur Staffage, sondern Teilnehmer auf hohem Niveau in einem großen Rennen«, bilanzierte Redenz den Radrenntag und den Einsatz der Kleinlindener, die bereits am Mittag mit Platz zwei von U 15-Fahrer Vincent Größer einen Fahrer ihres Teams auf dem Treppchen hatten. »Die Jungs hätten eine solche Plattform auch gerne wieder vor heimischem Publikum«, sagte Rennsport-Fachwart Stephan Dietel und meinte damit das schon länger nicht mehr ausgetragene Radrennen »Rund um das Stadttheater«.

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